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Wien - Der Vorstand der Wiener Ärztekammer hat einstimmig beschlossen, Gutachten in Auftrag zu geben, die die Verfassungsmäßigkeit des Gesetze für die Einführung der Elektronischen Gesundheitsakte (ELGA) prüfen sollen. Die Ärztekammer hält die sogenannte Opt-out-Regelung sowie die Verordnungsermächtigung für den Gesundheitsminister für verfassungswidrig.
Die Opt-out-Regelung besagt, dass der Patient automatisch an ELGA teilnimmt, so er nicht von sich aus ausdrücklich Widerspruch erhebt. Die Ärztekammer fordert stattdessen eine Opt-in-Lösung, bei der Patienten aktiv der Einspeisung ihrer Gesundheitsdaten zustimmen müssen. Die Verordnungsermächtigung räumt laut Ärzekammer dem Minister das Recht ein, jederzeit eine Verordnung zu erlassen, wonach einzelne ärztliche Fachgruppen gezwungen werden, Daten ihrer Patienten ins ELGA-System zu stellen.
In einem weiteren, ebenfalls einstimmig gefassten Beschluss hat sich der Vorstand der Wiener Ärztekammer gegen die im Raum stehende Nulllohnrunde für Spitalsärzte in Wien ausgesprochen. Eine Nulllohnrunde wäre in der derzeitigen wirtschaftlichen Situation für viele Gemeindebedienstete in den Wiener Spitälern nicht vertretbar. Vor allem junge Kolleginnen und Kollegen seien massiv gefährdet, hohe Einkommenseinbußen hinnehmen zu müssen. Dies sei nicht zu tolerieren, so der Vorstand in seiner Begründung. (APA, 28.11.2012)
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zu faul einen Ordner anzulegen, und zu faul da ein Opt-In zu machen.
Und wenn sich irgendwer für meine Genitalwarzen interessiert dann soll er sich den Akt vergrößern ausdrucken und an die Wand hängen mir solls recht sein.
Es sollte halt doppelt und dreifach gewährleistet sein das die Kibarei, die Arbeitgeber, Judikative usw nicht an das rankommen können.
Weil das könnt halt U U haarig werden.
Also vielleicht das des verschlüsselt is per Code und ned direkt einsehbar ist wenn ich nicht mal beim Arzt bin. Also per PIN den ich angebe wenn ich will das der Arzt das einsehen kann.
na i glaub ich werd mich für ein Opt Out aufraffen wenn ich so nachdenk
Die Gewährleistung, dass die nicht an die Daten kommen, dazu bitte die privaten Versicherer nicht vergessen, die werden Sie nicht bekommen. Der Zugriff für diese ist nämlich ganz im Hintergrund ein wesentlicher Zweck der Übung. So nach der Art der Google'schen Datensammlung. Wens interessiert, der kann Zugang bekommen. Die Argumentationsschiene ist im Gesetz ja schon "aufgelegt".
doch mit erreichen der mitte meines lebens habe ich mir einen ordner angelegt, in dem ich sämtliche befunde sammle.
immer wieder müssen diese verlangt und ausgedruckt werden. bei jedem arztbesuch schleppe ich diesen ordner mit.
dank elga und wegen mangelnder paranoia werde ich mir das in zukunft ersparen können. danke!
wer diese erleichterung nicht zu schätzen weiß, kann ja das opt-out wählen.
inklusive allfälliger probleme, wenn die eigenen gesammelten unterlagen unvollständig oder nicht greifbar sind.
inklusive des schönen gefühls, einen persönlichen beitrag zu steigenden gesundheitskosten leisten und darüber sudern zu dürfen.
unzählige autos stehen dort versammelt. und sind bereit, sie über den haufen zu fahren.
ich finde paranoia schon ok.
aber warum immer dann paranoia, wenn es um pimperl-dinge geht (wie elga, vds usw.)? warum keine paranoia bei den wirklich gefährlichen dingen des lebens?
Ihre Argumentation ist nicht schlüssig, ebenso könnte man daraus schlussfolgern, dass die Freiwilligkeit zur opt-in logisch wäre.
Ich schleppe lieber meinen Ordner mit mir herum. Reine Ansichtssache, das hat auch nichts mit Paranoia zu tun, auch wenn das von Ihnen gerne so gesehen werden würde.
Abgesehen davon ist eine grundsätzliche Speicherung der Daten, welche bei opt-out "nur" nicht sichtbar wären, absolut nicht zu unterstützen, wenn schon dann entweder oder, aber nicht wischi-waschi.
ich bevorzuge die opt-out methode.
grund: der überwältigenden mehrzahl der patienten ist es schlicht egal, ob ihre krankengeschichte nun wo gespeichert ist oder nicht.
die werden nicht extra unterschreiben, dass sie da mitmachen wollen. was aus wirtschaftlicher sicht ein scheitern des ganzen modells bedeutete, wenn nur wenige akitv sich zum mitmachen entschließen.
nur mit opt-out ist kostenersparnis möglich.
und wenn SIE nicht wollen... wo liegt IHR problem für eine unterschrift?
Dass es den Menschen schlicht egal ist, würde ich nicht behaupten. Viele kennen die Hintergründe nicht bzw. sind durch die politische Vorgehensweisen in der Vergangenheit derart resigniert, dass sie schon gar nicht mehr glauben, jemals ernsthaft um ihre Meinung gefragt zu werden. Gerade deshalb wäre eine opt-in zu bevorzugen. Die Menschen sollten langsam wieder ein bisschen das Vertrauen in die Praktiken der Politiker zurück erhalten.
Ich teile im Übrigen die Meinung vieler, dass das System unausgereift und daher überteuert u. ineffizient ist, schon deshalb werde ich es nicht unterstützen. Abgesehen davon, dass ich in den letzten Jahren eine massive Zunahme der Überwachung in Ö feststellen konnte. Beispiel: Fremdenrecht, VDS u.ä.
warum 'nur' verfassungsrechtlich?
das ist doch ein fall für den menschenrechtsgerichtshof!
es geht um das menschenrecht (eigentlich: ärzterecht), doppelt und dreifach abkassieren zu können für EINE notwendige untersuchung!
Das ist das blödeste Argument in diesen Diskussionen. Einerseits kocht der Minister gerade an einem Screeningprojekt, wo Doppelbefundung vorgeschrieben wird, andererseits hängen sich die Kampfposter genau mit dem Wort in die Diskussion.
Und wollen es dann selbst anders.
Und das Wirbelsäulenröntgen einmal pro Jahr gibt es nur, weil man es halt für den Pensionsakt braucht. Bin sicher, dass viele an ihrer Frühpension "konstruieren". Wegen Arbeitsleid und so....
Für eine Opt-In Lösung bin ich auch. Schließlich muss man ja gefragt werden und nicht gezwungen. Aber da geht es sicherlich um ganz was anderes. ELGA ist nur dazu geschaffen worden um eine ganz einfache Kontrollmöglichkeit zu besitzen. Sonst hat die Akte gar keine Relevanz. Der gläseren Patient, der gläserne Mensch, nur eines ist nicht gläsern - der Politiker.
Die völlige Zerstörung der Vertraulichkeit des Arztpatentenverhältnisses ist ein Skandal. Galt als"privilegiert". Vielleicht kommt als nächstes eine zentrale Datenbank für die Dinge, die sie mit Ihrem Anwalt besprochen haben. Ist ja sinnvoll, braucht der nächste Anwalt nicht immer nachzufragen, und wenn man sie auf der Strasse findet, weiss man auch gleich, ob Sie ein Testament haben.
Achja, von wegen keine zentrale Speicherung: Alles nicht wahr, A1 und Siemens binden sich schon Servietten um in Erwartung der Beute, vermutlich 2 große Repositories. Datamining, kein Problem, alles beinander. Und eine Verordnung mehr regelt alles...
Denken Sie mal nach - Sie fahren von Wien in den Urlaub nach Tirol. Dort haben Sie einen Unfall und sind nicht ansprechbar. Nebenbei sind Sie Diabetiker, müssen Marcumar nehmen, haben eine Niereninsuffizienz, vielleicht sind Sie auch noch Allergiker gegen einige Medikamente und Antibiotika.
Der Notarzt, der Sie erstversorgt findet Ihre Karte und kann dies alles feststellen und Sie viel besser versorgen.
Ach Sie haben keine solche Karte? Nun dann viel Glück beim Überleben.
abgesehen davon daß der notarzt besseres zu tun hat als in aller ruhe ihre krankengeschichte (die mit den beschriebenen erkrankungen und allfälligen spitalsaufenthalten mehrere hundert seiten umfasst) zu durchforsten - formerly hot doc hat das bestens beschrieben
ist - und das schreibe ich jetzt sicher schon zum zehnten mal
das auslesen der e-card vor ort nicht möglich und auch nicht vorgesehen!!!
aber im vertrauen auf elga hat der verunfallte seine hilfreichen zettel incl. marcoumar-pass bereits entsorgt - pech
nicht einmal dieses feigenblatt der option der mobilen lesbarkeit hat sich die politik vergönnt
.. ich möchte meine Krankenakte bestimmt nicht auf der Versicherungskarte, davon abgesehen, dass sie mir dort in einem Notfall überhaupt nichts nützt. Sollte angeführter Fall auf mich zutreffen, hab ich die Daten selbstverständlich auf einer Karte in meiner Brieftasche bei mir - die einzige Gewähr, dass sie rasch nach der Erstversorgung gefunden werden.
lieber enrico, als ehemaliger notarzt und früherer leiter einer notfallaufnahme kann ich ihnen sagen: genau das ist ein low technology szenario. wenn sie irgendwo zwischen den bäumen hängen, und die feuerwehr macht aus ihrem auto grad ein cabrio, und zwischen den pneumatischen scheren kämpft sich ein notarzt durchs fenster ihres autos an die paar körperteile, die er erreicht, um ihnen mit schmerz- und infusionstherapie ihr überleben zumindest für die nächsten 20 minuten zu sichern, in dem moment sind irgendwelche vorbefunde sowas von scheissegal, ich kann es ihnen gar nicht sagen. auch wenn sie niereninsuffizienter marcoumarschlucker sind, das ändert nichts an ihrer situation und meiner erstversorgung.
Ihr Beispiel ist aber jetzt nicht gerade Alltag, oder? In Schweden habe ich gesehen und gelernt wie sinnvoll eine zentrale Datenerfassung ist, sogar bei akuten Notfällen und im Gegensatz zur Bananenrepublik lassens hier junge Turnusärzte in Peripheriespitälern an so gut wie jeden Patienten als Erstversorger ran. Schon nett unmittelbar zu wissen, dass z.b. der Patient mit gastrointestinaler Blutung und Cheyne-Stokes respiration, der gerade zur Tür reingeschoben wird auf Warfarin steht... Eine Argumentation gegen solche Daten ist ganz einfach nicht schlüssig. Willkommen im 21. Jahrhundert, opal!
was aber ist, wenn der tirol-urlauber keinen schweren unfall hat, sondern sich wegen 'kleinerer' beschwerden in ärztliche behandlung begibt?
welche medikamente nehmen sie ein? na so eine rote tablette und eine blaue auch.
welche vorerkrankungen hatten sie? hm, schwindlig war ich schon mal...
was machen sie als mediziner dann? genau: die volle diagnose noch mal, die manchmal eh erst vor kurzem gemacht wurde!
Ein immerwieder kehrendes Problem, das einfach zum Himmel schreit, wäre auch in Schweden genau so, selbe Antwort von 90% der Patienten, ja die rote und die blaue, zum Glück gibts hier die digitale Medizinliste und die Sache hat sich erledigt. Nichts spricht dagegen, garnichts ausser paranoide ÄK-Bonzen...
ist es dann nicht so, dass derjenige, der Dank Ihrer Erstversorgung den Transport ins Spital überlebt hat, bessere Chancen in der intensivmedizinischen Betreuung hat, wenn der Intensivmedinziner zumindest weiß, welche Medikamente dem mit dem Überleben Kämpfenden aktuell verschrieben sind?
hat einen karte in der brieftasche mit seiner aktuellen medikamentendosis und seinem gerinnungswert. usw.
ich weiß nicht wie oft sie schon an einer unfallstelle waren, aber notarzt bzw. sanitäter hätten nicht die zeit eine i-netverbindung hochzufahren, in eine datenbank einzusteigen und sich die krankengschichte zu geben.
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