Gewalt im Südsudan nimmt weiter zu

Ansichtssache
foto: brendan bannon/msf

Seit 2009 sind Tausende Zivilisten, Frauen und Kinder im südsudanesischen Bundesstaat Jonglei gewaltsamen Angriffen ausgesetzt. Kämpfe zwischen verfeindeten Volksgruppen haben zu einer massiven Fluchtwelle geführt, Tausende Tote sind bereits zu beklagen.

 

foto: robin meldrum/msf

"Ärzte ohne Grenzen" (MSF) ist mit sechs medizinischen Einrichtungen für eine Bevölkerung von 287.000 Menschen vor Ort und ein Zufluchtsort für tausende Verletzte der gewaltsamen Übergriffe. Auch diese Einrichtungen sind Überfällen und Gewalt ausgesetzt.

foto: robin meldrum/msf

Chris Lockyear, MSF-Programmverantwortlicher für den Südsudan in Amsterdam rechnet nun mit der Trockenzeit mit einer Zunahme der Gewalt: "Man kann sich in der Gegend wieder fortbewegen. Wir fürchten daher eine weitere Welle von Gewalt, Verletzungen und Vertreibungen. Das Leben und die Gesundheit der Menschen in Jonglei hängen an einem seidenen Faden."

foto: robin meldrum/msf

Nicht nur die Kämpfe zwischen Volksgruppen, auch Zusammenstöße zwischen einer Milizengruppe und dem südsudanesischen Militär in Jonglei schüren Gewalt und verursachten weitere Vertreibungen. Die Armee, die für Ruhe sorgen sollte, geriet wegen ihres brutalen Vorgehens gegen die Zivilbevölkerung selbst in die Kritik.

 

foto: brendan bannon/msf

Die Amnesty-Afrika-Direktorin Audrey Gaughran kritisierte, die Streitkräfte hätten "schockierende Verbrechen gegen die Menschenrechte" begangen, und die Regierung tue zu wenig, um die Vergehen zu stoppen.

foto: robin meldrum/msf

Die Armee war nach der Unabhängigkeit des Landes 2011 aus früheren Rebellenkämpfern gebildet worden. Der junge Staat ist mit einer Reihe ethnischer Konflikte konfrontiert, die angesichts der zahlreichen Waffen, die seit dem Bürgerkrieg im Umlauf sind, immer wieder zu blutigen Kämpfen führen.

foto: brendan bannon/msf

Der aktuelle Bericht von Ärzte ohne Grenzen "South Sudan's hidden crisis: how violence against civilians is devastating communities and preventing access to life saving healthcare in Jonglei" enthält erschütternde Berichte von Zivilisten, die Übergriffe auf Dörfer erlebt haben.

foto: brendan bannon/msf

Über 50 Prozent der Schusswunden, die von Ärzte ohne Grenzen nach einem Angriff im Jänner 2012 behandelt wurden, waren Frauen und Kinder.

 

foto: robin meldrum/msf

Ganze Dorfgemeinschaften seien bis tief in den Busch geflüchtet, um ihr Leben zu retten. Da sie weder Unterkünfte, Nahrung noch sauberes Wasser haben, seien sie leichte Opfer für Malaria, Lungenentzündung, Mangelernährung und Durchfallerkrankungen.

 

foto: brendan bannon/msf

Der Südsudan hatte sich im Juli für unabhängig erklärt. Drei Viertel der Ölvorräte des früheren Sudan auf dem Gebiet Südsudans.  Um deren Vermarktung gibt es massive Auseinandersetzungen zwischen den beiden Staaten. (red, derStandard.at 28.11.2012)

Ein Film von Ärzte ohne Grenzen.

Share if you care
2 Postings
Es ist schrecklich, wie Menschen miteinander umgehen (können)

und zu welchen abscheulichen Verbrechen Menschen fähig sind.

Ich hoffe

der George Clooney engagiert sich heftig für's friedliche Zusammenleben im künstlich von seinem Lieblingsprügelknabenstaat abgespaltenen Ölbordell. Der falsche Hvnd.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.