Keine Köttbullar für Indiens Ikea-Kunden

28. November 2012, 14:54

Indien macht dem schwedischen Möbelhaus den Markteintritt nicht leicht. Auf Smörrebröd und Kinderpartys müssen die zukünftigen Kunden verzichten

Das - laut Eigenwerbung - unmögliche Möbelhaus aus Schweden ist für manche Familien immer wieder einen Wochenendausflug wert. Nicht nur weil man bei Ikea das eine oder andere mehr oder weniger Wichtige erstehen kann. Wer keine Möbel braucht, schlägt beim Hausrat zu. Wer da nicht fündig wird, braucht vielleicht eine Pflanze und das passende Behältnis dazu. Deko in jeglicher Form kann man ohnedies nicht genug haben. Dann wäre da noch die Kinderbetreuung. Ein nicht zu unterschätzendes Asset für gestresste Eltern. Und nicht zu vergessen sei auch das Essen im Restaurant. Für gut und günstig halten es viele. Manch einem reicht es zumindest als Labung nach getanem Einkaufswerk.

Nun will Ikea auch aufstrebende Länder wie Indien mit seinem Konzept beglücken und dort die wachsende Mittelschicht erreichen. Ganz leicht machen es die Behörden des Subkontinents den Schweden aber nicht. Nur unter strengen Auflagen will Indien das Möbelhaus auf seinen Milliardenmarkt lassen, berichtet die Financial Times Deutschland. Das Finanzministerium wolle den Indern den Ikea-Spaß verderben, heißt es in einem entsprechenden Bericht. Zwar sollen die Reichen und Reichgewordenen künftig Billy-Regale und Poäng-Sessel kaufen dürfen, auf Smörrebröd, Köttbullar-Fleischleibchen und Strandutensilien sollen die potenziellen Kunden aber verzichten.

Essen und Trinken auf der schwarzen Liste

Auf der schwarzen Liste, die die Behörde zur Förderung von Auslandsinvestitionen zusammengetragen haben soll, stehen "Essen und Trinken". Und das ist laut dem Bericht nur eine von 18 Produktkategorien, die Ikea beim seit Langem geplanten Markteintritt in Indien nicht verscherbeln darf. Seit Monaten ringen die Schweden über die Bedingungen für die 1,5 Milliarden Euro schwere Investition, die Ikea in den kommenden 15 bis 20 Jahren in dem hoch regulierten Markt plant. Bisher ging es laut dem FTD-Bericht um den Anteil der lokal gefertigten Produkte, den der Möbelriese in Indien zukaufen sollte.

Gefallen dürften den Schweden die Einschränkungen nicht. Gerade in Schwellenländern, wo die Mittelschicht vor Dreck, Lärm und Armut in die Konsumtempel flüchte, sei beim Ikea-Besuch der Möbel-Kauf eher Nebensache. In Peking zum Beispiel, so die FTD, nutzten Büroangestellte das Möbelhaus gern, um ein Mittagsschläfchen auf einem der ausgestellten Betten zu machen. Die Musterküchen seien bevorzugte Kulissen für Familienfotos. Und im Ikea-Restaurant würden häufig Kindergeburtstage gefeiert. (rb, derStandard.at, 28.11.2012)

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köttbullar?

surströmming!

(das ist das richtige für zünftige ikea-kunden)

Das schreit nach einem Köttbullar-Beauftragten für Indien.

ich finde die vorstellung eines "Fleischleibchens" ein wenig bizarr...

=)

hm

leider is es halt sehr teuer, sich beim Ikea mal ein Möbelstück zu kaufen. Einmal im Jahr geht sich aber ein kleines Kastl oder irgendwas anderes aus und dann freuts mich und dann entscheide ich immer: Hab ich mehr Geld eingesteckt: Rauf ins Restaurant, hab ich grad weniger, unten ein Frankfurter...

Liebe Frau und Herr Der Standard,

Köttbullar ist Nominativ Plural von köttbulle (Nominativ Singular). "Kein köttbullar" ist genau so gscheit/blöd wie "kein Inhalte".

liebreizend

sie haben so eine sympathische art, wissen zu teilen und fehler zu korrigieren!

...ist halt kein trottel nicht.

(so was zu wissen tut gut)

sollen doch die Inder selbst entscheiden,

ob sie das schwedische Essen (und die schwedischen Möbel) mögen oder nicht. Warum verbieten? Bei uns haben alle Möbelhäuser ein Restaurant dabei und das Ikea Essen ist nicht schlechter als das in den anderen Möbelhäusern...und apropos Möbelkritik von div. Postern, es haben halt viele nicht mehr das Geld, sich teure Bio-Vollholzmöbel ohne Metallteile etc. zu kaufen - leider - und so gehe auch ich ganz gerne zu IKEA.

man kann seine vollholzmöbel

auch sehr günstig auf flohmärkten kaufen.
gibt da sehr schöne jugendstil und barock stücke teilweise. muss halt ein bissl suchen. auch im caritas lager und bei emmaus st. pölten wird man immer wieder fündig.

das geht bei möbeln aus nur-holz ja noch... aber alles mit polster oder so... igitt. mich grausts schon bei gebrauchten möbeln wenn ich umziehe! fliegt alles raus.

ich haett zwar das geld

aber ueberhaupt keine lust, mir teures linksdrehendes biovollholz in die wohnung zu stellen.
moebel haben funktional und huebsch zu sein. wenn das sofa in zwei jahren katzenbenutzung nicht mehr schoen ist, will ich einen neuen ueberzug dafuer kaufen koennen. und wenn es mir nicht mehr gefaellt, will ich es ohne schlechtes "mei das war so teuer"-gewissen rausschmeissen koennen.
meine ikea-kueche ist btw 13 jahre alt, und ausser dass ich die farbkombination nicht mehr sehen kann, ist sie tadellos in schuss.

Aufgrund der unterschiedlichen Grundvoraussetzungen am Wettbewerb teilzunehmen ist dieses "sich selbst eintscheiden können" immer auch fehlerbehaftet; die unsichtbare Hand hat halt manche lieber. Essen bei Ikea bedeutet mehr Geld an den Multi - zu glauben, so ein Konzern verändere nicht die gesamte Landschaft, monetär wie kulturell, ist kurzsichtig bis naiv.
Die Inder haben mMn Recht, va da sie ein unschlagbares Argument haben um ALLE Konzerne schleimen zu lassen: pure Quantität an Endverbrauchern!

ad leisten:

das problem mit den günstigen preisen von ikea gibt es auch bei klamotten von z.b. h&m, schuhen von deichmann, etc.: sie untermauern den spruch "wer billig kauft, kauft teuer", weil die qualität/ lebensdauer dieser produkte einfach schlechter ist als bei solchen die ein wenig (oder auch mal viel) mehr kosten

glaubst du allen ernstes, dass andere möbel besser sind?
und das mit dem selber schrauben stört mich nicht im geringsten, im ggteil, beim siedeln weiß ich zumindest, wie ich die wieder auseinanderbauen kann.
meine karriere: lego -> matador -> ikea :)

ja natürlich gibt es hochwertigere möbel

die kosten eben ein wenig bis sehr viel mehr.

es gibt aber natürlich auch noch schlimmeren ramsch...

Das ist schlicht und ergreifend unwahr. Es gibt z.B. keine andere Küche, die beim Preis/Leistungsverhältnis auch nur annähernd an eine Ikeaküche herankommt. Und bei einer Ikeaküche haben sie den Vorteil, dass sie die Fronten und Schubladen auch nach 15 Jahren und mehr noch 1:1 tauschen können und jedes einzelne Teil nachkriegen, und dann nach der Generalsanierung in Summe preislich immer noch weit unter der Hälfte dessen liegen, was sie bei anderen Anbietern ablegen.

Und die Regalsysteme, egal ob Billy, Ivar oder andere, können sie x-mal siedeln und auch nach Jahrzehnten noch Anschlussteile kaufen.

Preis/Leistung

Auch unwahr. Wir haben vor fuenf Jahren eine Einbaukueche gekauft, die vom IKEA hatte unterm Strich (bei etwa 8kEUR Kaufpreis) etwa um 500EUR weniger als die Dan-Kueche vom Lutz gekostet, wo aber mehr dabei war (huebschere Blenden hinter der Arbeitsplatte) und die Qualitaet hat auf mich auch einen besseren Eindruck gemacht und - was fuer uns ein grosser Vorteil war - es ist da auch wer vorbei gekommen und hat alles genau ausgemessen, vor der ganzen Abwicklung.

das stimmt definitiv nicht

auch ikea löst produktlinien auf. oder was ist mit den 60cm-billy-regalen (davon habe ich auch noch ein paar und die gibt es nicht mehr, auch keine aufsätze).

gerade die küchen (und dazu angebotenen geräte) von ikea sind in der realität weit weniger gut wie von ihnen hier (ich bin mir sicher wider besseren wissens) behauptet. ich sehe das bei freunden (selbst habe ich zum glück etwas mehr für meine küche ausgegeben, dafür macht die aber auch nicht diese macken...

Die Geräte hab ich aus dem Elektrofachhandel, aber an den Kasteln ist echt nix auszusetzen, nach 15 Jahren habe ich die Fronten und die Schubladen ausgetauscht, weil es die leichtgängigen Ladeln im Jahr 1996 noch nicht gegeben hat, sonst ist an der Küche absolut nichts auszusetzen und wie gesagt, hab ich für alle Blenden und Türln noch die passend zugeschnittenen Platten mit den vorgebohrten Löchern an der richtigen Stelle... bekommen.

Lüg nicht so rum!

Billy ist weltweit noch im Sortiment zu finden!

( http://www.ikea.com/de/de/sea... uery=billy )

ich habe explizit das 60cm breite billy-regal erwähnt

und das gibt es seit ein paar jahren nicht mehr.

billy ist im übrigen eines der guten produkte von ikea...

ich vermisse "sveriges mest köpta bil" :(

Bei den Fleischbällchen, den Haferkeksen...

... und den Preßspanplattenmöbeln bin ich mir nie ganz sicher, ob alle diese nicht doch in der gleichen Fabrik produziert werden.

Dr. Heinz Anderle, Freigeist

Auch ist die Theorie, dass alle aufgelisteten Produkte aus denselben Monomeren bestehen, nicht ganz von der Hand zu weisen ;-)

Wobei der Übergang zwischen unverdaulicher Stärke...

... und verdaulicher Zellulose hier sicher im Rohzustand noch zäh fließt.

Dr. Heinz Anderle, Freigeist

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