SMS, wenn das Kalb kommt: Firma vernetzt Kühe

28. November 2012, 10:41
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Eine französische Firma hat sich der vollautomatischen Kommunikation für Rinder angenommen.

Die Herde ist auf der Weide, der Bauer verfolgt sie - am Computer. Über das Internet kann er in Echtzeit Daten und grafische Auswertungen über den Zustand seiner Rinderherde auswerten. Und wenn das Eingreifen des Bauers akut gefragt ist, etwa weil eine der Kühe kalbt, bekommt der Landwirt eine SMS auf sein Handy. Außerdem vermeldet das System, wann eine Kuh reif ist, besamt zu werden.

Sensoren am und im Rind

Möglich machen das Sensoren und Thermometer, die an und in der Kuh positioniert werden. Die einen geben Auskunft über das Bewegungsverhalten, die anderen über die Temperatur im Magen und ob die Fruchtblase geplatzt ist. Die Daten werden über eine zentrale, maximal 200 Meter von den Tieren entfernte Funkstation an einen Computer weitergeleitet, der die Auswertungen generiert und gegebenenfalls die SMS verschickt.

Das französische Unternehmen Medria, der den tierischen Nachrichtendienst entwickelt hat, lässt dabei die verschiedenen Systeme per GSM-Netz kommunizieren, berichtet die Technology Review in ihrer Dezember-Ausgabe. Das günstige Handyfunknetz weist zumeist die notwendige Abdeckung im ländlichen Raum für die Rinderüberwachung auf.

Thermometer im Magen

Das Thermometer, das aus dem Magen der Kühe Daten übermitteln soll, muss etwa von der Kuh geschluckt werden und bleibt auf Lebenszeit in ihr, um alle fünf Minuten eine Meldung abzugeben. Mit der steigenden und sinkenden Temperatur, die Rückschlüsse auf Entzündungen oder Unregelmäßigkeiten in der Atmung zulässt, kann etwa auch kontrolliert werden, wie oft das Tier trinkt. Mit einem Bewegungsmelder am Halsband wird dagegen festgestellt, ob ein Tier brünstig ist.

Sowohl "signifikante Veränderungen im Verhalten des Tiers", die die Brunft vorhersagen, als auch eine "Bestätigung der Hyperaktivität", wenn das Tier brunftig ist, werden per Textnachricht an das Handy weitergeleitet. (pum/ DER STANDARD, 28.11.2012)

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    Nicht nur der Bauer, auch die Kühe können per Handy "kommunizieren". Die Firma Medria aus Frankreich vernetzt die Wiederkäuer, damit der Bauer eine SMS kriegt, wenn die Kuh kalbt.

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