17-jähriger Afroamerikaner in Florida wegen zu lauter Musik erschossen

28. November 2012, 10:03
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45-Jähriger feuerte nach Wortwechsel acht bis neunmal auf den Jugendlichen

Wegen eines Streits um zu laute Musik hat ein Mann in Florida einen Jugendlichen erschossen. Nach Angaben der Justizbehörden vom Dienstag ereignete sich der Vorfall am Freitag an einer Tankstelle in Jacksonville. Laut Polizei beschwerte sich ein 45-Jähriger bei einem 17-jährigen Afroamerikaner über die laute Musik aus dessen Geländewagen, in dem dieser mit anderen Jugendlichen saß.

Nach einem Wortwechsel habe der 45-Jährige eine Waffe gezogen und acht oder neunmal geschossen, sagte der Sheriff Rob Schoonover. Zwei Kugeln trafen den Jugendlichen, sonst sei sei niemand verletzt worden. Im Auto des Jugendlichen seien keine Schusswaffen gefunden worden.

Der Täter befand sich den Angaben zufolge mit seiner Freundin in Jacksonville, um die Hochzeit seines Sohnes zu feiern. Das Paar sei nach den Schüssen geflüchtet, am Samstag sei der Mann dann aber verhaftet worden.

Schütze will "verantwortungsbewusst" gehandelt haben

US-Medien zitierten den Anwalt des 45-Jährigen, wonach der Schütze auf unschuldig plädieren will. Sein Mandant habe sich bedroht gefühlt und so verhalten "wie jeder verantwortungsbewusste Waffenträger unter solchen Umständen", sagte der Anwalt den Berichten zufolge.

Der Vorfall erinnert an den Tod des schwarzen Jugendlichen Trayvon Martin, der im Februar in Florida von dem Nachbarschaftswächter George Zimmerman erschossen wurde. Zimmerman sagte aus, in Notwehr gehandelt zu haben. Martin, der sich auf dem Weg von einem Einkauf nach Hause befand, war allerdings unbewaffnet.

Der Tod des afroamerikanischen Jugendlichen hatte in den USA eine aufgeheizte Debatte über Rassismus ausgelöst, in die sich auch Präsident Barack Obama einschaltete. (APA, 28.11.2012)

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