Indische Schaumparty wider Willen

Ansichtssache

Hindus feiern dieser Tage Karthik Purnima. Die Baderituale entlang des Yamuna River in Neu Delhi arten wegen der Abwässer zur Schaumparty aus

foto: kevin frayer/ap/dapd

Karthik Purnima wird von Hindus im Monat Karthik gefeiert (November-Dezember). Anlässlich der Feierlichkeiten werden Badezeremonien abgehalten, die von Sünden reinigen und Krankeit und Unglück abhalten soll.

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Die Waschungen im Yamuna River sind allerdings eher lebensbedrohlich als reinigend, zumindest was die physische Gesundheit der Hindus betrifft. Der Yamuna ist der größte Nebenfluss des Ganges und ist ein Beispiel für die voranschreitende Wasserverschmutzung.

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Der Fluss ist tot und stinkt. Das hält die Gläubigen aber nicht davon ab, ihre Zeremonien in der blubbernden Brühe abzuhalten. Inder sind hart im Nehmen was Umweltgifte und Verschmutzungen betrifft.

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Ursache der schäumenden Katastrophe sind Industrie- und Haushaltsabwässer. Neu Delhi produziert täglich rund 3.000.000.000 Liter Abwasser aber nur etwa 1.300.000.000 Liter werden in Kläranlagen gereinigt. Der Rest fließt ungehindert in die Flüsse und verpestet sie.

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Im Wasser finden sich exorbitante Werte an Nickel, Magnesium, Blei und Quecksilber. Vor der Stadt ist der Fluss noch sauber. Das Problem ist ein Damm im Bundesstaat Haryana, der das meiste Frischwasser für die Bewässerung von Agrarflächen zurückhält. Erst in der Stadt wird der Fluss wieder aufgefüllt - mit Abwässern.

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Die Kanäle, die die giftigen Abwässer in den Fluss leiten, haben alles Leben darin getötet.

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Der Yamuna ist nach Einschätzung der Behörden in Neu Delhi so giftig, dass sein Wasser nur noch zur Kühlung von Industrieanlagen verwendet werden kann.

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Aber vielen Bewohnern der Stadt bleibt keine andere Wahl, als hier ihre Wäsche zu waschen oder teilweise sogar - gefiltert - zum Kochen zu verwenden.

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Und die gläubigen Hindus? Sie werden wohl weiterhin ihre gefährlichen Baderituale zum Karthik Purnima abhalten und die Gefahren, die der Fluss mit sich führt ausblenden. (red, derStandard.at, 28.11.2012)

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