Winzersekt: Weise aus Weiß

3. Dezember 2012, 17:11
  • Für den neuen Blanc de Blancs des Hauses vergärt Niki Moser Chardonnay von seinen Rieden in Apetlon. Der Wein liegt 21 Monate Hefe, Schwefel wird, wie so oft bei Mosers Weinen, nur minimal zugesetzt.
    foto: gerd kressl, mike rabensteiner

    Für den neuen Blanc de Blancs des Hauses vergärt Niki Moser Chardonnay von seinen Rieden in Apetlon. Der Wein liegt 21 Monate Hefe, Schwefel wird, wie so oft bei Mosers Weinen, nur minimal zugesetzt.

Warum der Demeter-Winzer Niki Moser jetzt auch einen Winzersekt macht - und warum der an Champagner der extremen Art erinnert, hat Luzia Schrampf recherchiert

Wenn Niki Moser bislang an Schaumwein dachte, dann an Champagner der extremen Art wie jene von Selosse und De Sousa. Beide Häuser gehören zur Creme der Produzenten, gelten aber als Extremisten, weil sie im vergleichsweise unwirtlichen Klima der Champagne nach dem Permakultur-Prinzip arbeiten, das der japanische Landwirt und Mikrobiologe Fukuoka Masanobu entwickelt hat - und biodynamisch nach Demeter, wie es Moser selbst am Weingut Sepp Moser auch macht: "Es gibt viele Sekte und Champagner, die einfach nur sprudeln.

Und es gibt viel weniger, bei denen einem die Ganslhaut aufsteigt." Wenn Sekt, dann so, dachte Moser. Der finale Anreiz kam durch die Winzersekte seiner Demeter-Kollegen Fritz Salomon vom Gut Oberstockstall (Wagram) und Matthias Hager von der Weinbeisserei (Kamptal).

Cremige Struktur

"Schaumwein sollte hefig und gediegen sein, damit er mir schmeckt", sagt Moser. Also musste es "partout" ein Blanc de Blancs werden: "Ich mag einfach dessen cremige Struktur." Für diesen Typ wird ausschließlich die weiße Sorte Chardonnay verwendet, während bei einem Nicht-Blanc-de-Blancs auch die roten Sorten Pinot Noir und/oder Pinot Meunier im Spiel sind, die wie Weißweine verarbeitet werden und daher auch im Glas weiß sind. Der Chardonnay für Mosers "Blanc de Blancs" stammt aus seinen Weingärten in Apetlon und wird wie die Vorbilder aus Frankreich gelesen und vinifiziert, natürlich unter Einhaltung der Demeter-Richtlinien, die auch für Schaumwein anwendbar sind.

Ausschließlich nach Art des Hauses

Know-how holte sich Moser aus einem "Schmöker mit 800 Seiten, den ich durchgeackert hab" und aus vielen Gesprächen mit Kollegen. Für die zweite Gärung in der Flasche ("Traditionelle Methode") wurde beim Jahrgang 2010 kein "externer Zucker" zugesetzt, sondern die hauseigene Beerenauslese aus Chardonnay und Weißburgunder. "Ich will meinen Sekt zu hundert Prozent aus eigenen Produkten machen", so Moser, dem auch wichtig war, "dass die wesentlichen Dinge und Arbeitsschritte im Haus stattfinden. Einfach den Grundwein außer Haus zum Versekten zu geben, das widerstrebt mir."

Mosers Sekt bleibt also bis zu Flaschenfüllung mit dem Tirage-Likör, durch den die zweite Gärung ausgelöst wird, am Weingut. Für diese zweite Gärung, die gleichmäßige Temperatur voraussetzt, fehlten jedoch Platz wie Gegebenheiten. Lagerung (21 Monate auf der Hefe), Rütteln und Füllen finden deshalb außer Haus statt - konkret bei Martin Foretnig am Lechnerhof in Wagram o. d. Traisen.

Zweite Gärung

Niki Moser ist ein Anhänger der "natural wines", also Weinen, denen kein oder nur minimal Schwefel zugesetzt wurde. "Minimal" heißen auch jene Weine Mosers, die nach dieser Idee entstanden sind. Ihr folgte er auch beim Sekt. "So ein Sekt muss in die Riege der anderen Produkte des Weinguts passen", sagt Moser. "Nachdem das Haus Sepp Moser nicht für Primärfruchtiges bekannt ist, hätte auch ein Sekt dieses Stils nicht dazu gepasst."

Mosers Schaumwein "Blanc de Blancs" ist intensiv goldgelb , duftet dezent nach Quitten und ist sehr cremig im Geschmack mit feiner, hocheleganter Perlage. Ein Stil, der sich bestens als Speisenbegleiter eignet, nicht bloß als Aperitif. Schön, dass ab nun fix mit ihm gerechnet werden darf: Jahrgang 2011 ist bereits im Werden. (Luzia Schrampf, Rondo, DER STANDARD, 30.11.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 38
1 2
Hauptsache es klescht!

Das will man trinken?

"Demeter steht für Produkte der Biologisch-Dynamischen Wirtschaftsweise. Diese älteste ökologische Form der Landbewirtschaftung geht auf Impulse von Rudolf Steiner zurück, der Anfang des 20. Jahrhunderts auch Waldorfpädagogik und anthroposophische Heilweise initiierte."(Zitat von demeter.de)

Blödere esoterische Konzepte, als jene vom Steiner sind ja fast nicht mehr vorstellbar... Jaja uraltes Wissen....

sie werns wissen

und das ist gut so, weil so bleibt unsereins armen irregeleiteten esoterikgläubigen mehr zum pippeln über. schließlich sind von romanée-conti abwärts etliche der besten weine der welt seit jahrzehnten nach demeter-richtlinien gefertigt...

ein blanc de blancs ist also "cremig",

und eine konventionelle champagnercuvee nicht?

aha...

irgendeine begründung?

Ein Blanc de Blancs besteht in der Regel aus Chardonnay bzw. hat einen weitaus höheren Chardonnayanteil als die normale Cuvee. Chardonnay hat (außer die ganz jungen vielleicht) grundsätzlich eine "cremige" Geschmacksnote. Verkostens mal einen südsteirischen Chardonnay (Morillon) im Vergleich zu einem Sauvignon Blanc der gleichen Qualitätsstufe, sie werden das cremige dann auch sprüen. Dieses Merkmal sagt aber noch lang nichts über die Qualität aus.

ah, das ist gemeint

na gut, mein geschmack ist diese chardonnay-buttrigkeit nicht unbedingt

sagt aber auch nichts über qualität aus

bitte eine champagner-empfehlung für unter 80 euro die flasche (gern 2 liter oder mehr).

17 kostet der im artikel beschriebene.

Legouge-Copin um unter Euro 20.- und bei weitem besser

als alles, was es bei uns zu kaufen gibt.

Der normale Roederer ist schon ganz gut und kostet um die 40 Euro....

...muss ja nicht immer der Cristal sein. Der "nomale" Moet & Chandon ist auch nicht zu verachten. Den Duval Leroy kriegt man bei Wein & Co schon um ca. 30 Euro und ist um diesen Preis unglaublich, der italienische Ferrari Sekt hält mit Champagnern mit, auch der Bründelmayer 2008 ist nahe an sehr guten Champagnern und toppt Allerweltschampagner. (Beide sind unter 30 Euro) Den Goutorbe, den ein anderer Poster empfiehlt schmeckt mir persönlich nicht so. Mein Lieblingschampagner ist der Deutz - kostet auch so um die 40 Euro.

Da sollte schon was dabei sein zu ihren Preisvorstellungen.

"Der "nomale" Moet & Chandon ist auch nicht zu verachten"

...und den gibts ab übermorgen um 30,-- beim Hofer!

Wobei ich Ihnen zustimme: Der Bründlmeyer-Sekt ("extra brut" - weiß nicht, obs andere auch gibt) kostet nochmal weniger (um die 20 beim Wein&Co) und schmeckt zumindest mir wesentlich besser, als das was ich bisher an Champagner kennenlernte (wobei ich über die erwähnten Allerweltschampagner nie hinausgekommen bin - noch mehr Geld für das bisserl Sprudelwasser mag ich dann doch nicht ausgeben...).

Dieses Vergleichen ist problematisch:

in Österreich bekommen Sie entweder Billigware oder Champagner, die aufgrund ihres Prestiges mehr kosten als sie wert sind (und trotzdem finde ich sie deutlich besser als die österreichischen Winzersekte).
Vor Ort in Epernay bekommt man schon um ca. 13-15 Euro Winzer-Champagner kleiner Güter, bei denen es einem die Schuhe auszieht.
Leider gibt es die halt nicht hier...

duval leroy kann ich bestätigen..

moet finde ich weniger interessant, auch wenn er mmn weit besser als die gleichpreisige voeuve clicquot ist. sehr gut finde ich den gremillet cuvee des dames.

empfehlen kann man auch diverse cavas, die im vergleich recht günstig sind (juve y camps, ..).

sehr gut ist der

henri goutorbe cuvée tradition für < 30 euro (0,75). auch in österreich erhältlich.

O je

und schon wieder hat der Standard einen Sekt für seine betriebsinterne Weihnachtsfeier. Nebenbei: er ist ein guter österreichischer Sekt - aber kein Champagner. Allein schon das Terroir - Seewinkel...

einen champagner aus österreich -

wollen wir denn das ?

Empfehlenswert sind

"Winzerhaus" brut
(auf Niveau wie Mailberger Gutssekt hergestellt)
beim Hofer erhältlich

"Goldeck" der Veltlinersekt, trocken oder extra tr.
(wenn als Einzelflasche unter 4 Euro erhältlich)

als Alternative (wenn unter 3 Euro erhältlich):
"Kattus Frizzante"

Beim BILLA bei Abnahme von 2 Flaschen
Goldeck Sekt
3/4 Liter zu 3,29 Euro

Zudreifen!!!

brahahahaha.

nein.

Doch!

Aber kosten müsste mans halt vorm Lachen.

kosten hat aber nur einen sinn,

wenn man auch unterschiede schmeckt. obiger poster macht hier permanent werbung für produkte aus dem leh, kann aber geschmacklich ein gepanschtes olivenöl von einem qualitätsprodukt nicht unterscheiden (was soger meine 3,5 jährige tochter kann). tests gelten nur dann, wenn ergebnisse zu pass kommen.

genauso ist es bei den weinen. die "empfohlenen" produkte sind durchschnittlich (und interessanterweise immer im hoch konzentrierten leh zu finden), können aber weder mit obigem produkt verglichen werden noch mit einem ordentlichen champagner.

wer hier den unterschied nicht schmecken kann, sollte nicht die fehler bei anderen suchen.

Haben sie die genannten Sorten gekostet?

Wenn ja, dann können sie die Qualität beurteilen, wenn nein dann verbreiten sie Vorurteile.

Nachdem sie anscheinend die hochpreisigeren Sorten bevorzugen können ein paar Euro ja kein Hindernis sein für einen Vergleich.

seien sie versichert, junger mann...

da diese "tipps" von ein und dem selben spammer seit jahren hier pausenlos einschließlich der bezugsquellen "reingedrückt" werden, habe ich mir das nicht nehmen lassen.

aber das heisst ja nicht, dass sie einen unterschied herausschmecken und wenn ihnen der 3 euro sekt genauso schmeckt, freut es mich für sie und wir können die sache abhacken. aber bitte überlassen sie auch anderen, die keinen dicken pelz auf der zunge tragen, auch das zu kaufen was ihnen schmeckt.

Danke für den 'jungen Mann'!

Ansonsten sind's halt schon ein bisserl ein Snob.

so ein gescheites kind!

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 38
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.