"Schmerzgrenze" für Nachfragen

27. November 2012, 18:19
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Neue ORF-"Report"-Moderatorin Susanne Schnabl-Wunderlich über Politik, TV, Kärnten

Wien - Dienstag präsentierte Gabi Waldner ihren letzten Report, bevor sie als Vizechefredakteurin ins Radio zurückkehren soll. Kommende Woche übernimmt Susanne Schnabl-Wunderlich, zuletzt als Innenpolitikredakteurin der ZiB und in der Pressestunde im Einsatz, Moderation und Interview des politischen Wochenmagazins. Angstgegner hat sie nicht - "Angst sollte man nicht haben vor Interviewpartnern". Wunschgäste nennt sie nicht. Ihre Heimat Kärnten findet sie " landschaftlich schön".

Ist die 32jährige aus einem der politisch auffälligsten Bundesländer geflohen? Von Flucht will sie nicht sprechen: "Politisch unabhängigen Journalismus kann man überall machen. Die Umstände sind mal da, mal dort widriger." Schnabl hat im Landesstudio gearbeitet, auch bei Kärntner Blättern kennt sie Kollegen die "tolle Arbeit machen".

Ihren Urlaub in Kärnten hat sie als ZiB-Redakteurin mehrfach unterbrochen, um zu berichten: Aus dem Gerichtssaal, wo im Zeugenstand oder auf der Anklagebank "fast die halbe Landesregierungsmannschaft gesessen ist. Das spricht für sich. Das ist offenbar der österreichische Süden."

Medienredakteuren ordnen ORF-Journalisten oft Fraktionen zugeordnet; nicht zuletzt vor dem Hintergrund, Vertreter welcher Partei diese Journalisten unterstützen. Wo würde sich die neue Report-Moderatorin politisch einordnen? "Nirgendwo", das "kann man an meiner Arbeit, in jedem Interview beobachten". "Auf die Finger schauen" will sie "jeder Partei gleich".

Ihren Wunschgast für den Report, gar für die erste Sendung, verrät sie nicht. Wäre gut, wenn der oder die in der Woche Gesuchte "tatsächlich ins Report-Studio kommt", verweist sie auf Hürde eins. Und dann ihre Fragen tatsächlich beantwortet, auch davon kann man bei Politikern längst nicht mehr ausgehen. Wie oft fragt sie nach, wenn nicht? "So oft, wie nötig und sinnvoll. Dafür gibt es keine exakte Formel. Aber beim Zuseher eine Schmerzgrenze." (fid, DER STANDARD, 28.11.2012)

  • Susanne Schnabl-Wunderlich
    foto: orf/hans leitner.

    Susanne Schnabl-Wunderlich

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