Aufklärungsbroschüre: Bilder für Groß und Klein

Katharina Mittelstaedt
27. November 2012, 20:43

Junge Menschen wachsen heute damit auf, über Sex zu sprechen

Sie bestehen nur aus einzelnen schwarzen Strichen, fast wie Kinderkritzeleien, und trotzdem sind die Zeichnungen ziemlich explizit: ein masturbierendes Strichmännchen; zwei andere, die eigentlich ganz ähnlich aussehen, aber beide lange Haare haben, liegen gemeinsam in der Badewanne; wieder ein anderes, ein kleineres, schaut sich mit einem Handspiegel zwischen die Beine. Das sind Bilder aus einer Aufklärungsbroschüre für Sechs- bis Zwölfjährige. Ja, das ist irritierend.

Die vom rotgeführten Unterrichtsministerium in Auftrag gegebene Aufklärungsbroschüre ist unverhohlen, eindeutig, aus konservativer oder katholischer Sicht strittig - und genau die Art von Aufklärung, die Kinder brauchen. Junge Menschen wachsen heute damit auf, über Sex zu sprechen, einschlägige Praktiken sind kein Tabu, sondern Gesprächsstoff auf dem Schulhof, und Pornografie ist jederzeit gratis im Internet verfügbar.

ÖVP, FPÖ und BZÖ erregen sich über diese Broschüre. Die "Kernfamilie" werde diskreditiert, beklagt die ÖVP; die FPÖ empört sich über die Darstellung homosexueller Paare; "nicht angebracht", schreit das BZÖ. Sie argumentieren damit am Leben vorbei, wollen Kinder offenbar für dumm verkaufen. Es gibt eben auch diese anderen Familienmodelle. Politiker können das "erstrebenswerte Vater-Mutter-Kind-Ideal" gerne hochhalten. Es ist von der Realität aber längst überholt. Und das darf ruhig abgebildet werden. (Katharina Mittelstaedt, DER STANDARD, 28.11.2012)

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Ist diese Broschuere jetzt fuer die Kinder oder die Lehrer?

FUER LEHRER!!!!!!!

da haben wir sie wieder, diese unsäglichen "sex-koffer" diskussionen, eingeleitet von konservativen politikern, die sich dadurch stimmen/stimmung machen wollen.
einfach lächerlich!
es ist eine unterrichtsbehelf für lehrer_innen.
ma, diese falschen fuffzger sind mir so zwieder!

gute stellungnahme vom verein selbstlaut:
http://www.selbstlaut.org/cgi-bin/TCgi.cgi

das zeigt dass die autorinnen vor allem davon motiviert waren, toleranz für sexuelle minderheiten zu predigen, und kinder gegen die gefahren von missbrauch sensibel zu machen

aber das, was die meisten heterosexuellen kinder über sex wissen wollen und sollen, wird darin viel zu wenig behandelt

ich hab's bisher nur überflogen und find, dass alles rein auf die sensible ebene geht. was ja gut ist.
aber die kids wollen auch fakten. einfach nur fakten.
muss mir das nochmals genau anschaun.
ist ja eine fülle an material.
und ich als lehrer werde da wohl nur wenig nutzen.
ps: die aufklärungsbroschüre von 2002 (unter häupl;-) hat ja auch solche diskussionen entbrannt. die verwende ich noch immer. und ist zumindest gut und brauchbar.
leider nicht mehr mal zum download verfügbar.
so horte ich noch ein paar druckexemplare.
für die 12-14jährigen ist auch handlungsbedarf.

und gar so offen und aufgeschlossen trauen die autoren deises dokumets sich wohl nicht zu schreiben.

so steht darin, dass zwischen einem beschnittenen und einem unbeschnittenem penis kein unterschied wäre.

dsas auf der vorhaut enorm viele sexuell empfindsame sinneszellen sind, haben die sich aus falsch verstandener toleranz gegenüber fremden kulturen wohl nicht getraut zu schreiben

ich habe jetzt darin zur hälfte herumgeblättert. manchmal musste ich echt lachten über dieses gutmenschliche politisch überkorrekte getue.

2/3 der als beispiele genannten kinder haben irgendwelche fremdländischen namen, von denen ich a priori nicht einmal sagen kann ob es männliche oder weibliche namen sein sollen.
es wird halt der (nach wie vor überwiegend mehrheitlichen und normalen) heterosexualität relativ wenig raum gewidmet, dafür scheint die Broschüre unentwegt von der motivation getrieben zu erklären wie toll und normal gleichgeschlechtliche liebe und intersexualität wären.
sogar die gendergerechte rechtschreibung mit binnenI genügt nicht, sondern man sol ein * also schüler*NNen einsetzen, damit auch die intersexuellen darin berücksichtigt werden

In der Klasse meines Sohnes haben 2/3 der kinder irgendwelche fremdländischen namen, von denen ich a priori nicht einmal sagen kann ob es männliche oder weibliche namen sein sollen.

DAS NENNT MAN REALITÄT

was nützt mir die abbildung der realität wenn es das verständnis des inhalts unnötig erschwert?

wenn sei so unbedingt die realität wollen, dürfte das gesamte dokument für wien nur noch in türkisch verfasst sein. aber irgendwie kann das nicht der sinn sein, nicht wir sind in der türkei, sondern diese leute sind zu uns gekommen, und daher bleibt unsere kultur leitkultur, slesbt wenn kinder mit migrationshintergrund die mehrheit bilden sollten.

ich gaube ausserdem, dass gerade bei türkischen eltern besonders wenig verständnis für intersexuelle und homosexuelle partnerschaften vorhanden ist

Heterosexualität verbieten! Sofort!

Wer die "Kernfamilie" verteidigen will, der soll bitte Bewußtseinsbildung betreiben über Partnerwahl und Gestaltung der Partnerschaft auf eine nachhaltige Weise, sodass wirklich die Interessen der Kinder von vorneherein bestmöglich geschützt sind...

und nebenbei auch die Erwachsenen die Chancen auf möglichst nachhaltiges Partnerschafts- und Familienglück der Erwachsenen optimiert wird.

Bedroht ist die Kernfamilie durch Scheidungsraten und denen liegen wiederum ganz individuelle Entscheidungen zugrunde - die man freilich auch untersuchen könnte hinsichtlich der in diesen Entscheidungsfragen enthaltenen komplexen Wertekonflikten.

Aber interessiert das jene, welche sich berufen fühlen die "Kernfamilie" zu schützen?

Diskriminierung anderer Lebensformen wird da mit Gewißheit nichts retten - im Gegenteil: In der Diskriminierung anderer Lebensformen ist noch lange keine Wertschätzung real gelebter oder real beobachtbarer heterosexueller Kernfamilie erkennbar!!!

diskriminieren bringt natürlich garnichts. dennoch kann ich aus eigener erfahrung und beobachtung sagen, dass eine ganz normale biedere vater-mutter-kinder kernfamilie immer noch das beste klima für ein heranwachsendes kind ist.

dem kind ist es scheissegal ob deren eltern irgendwelche unterdrückten sexuellen neigungen ausleben können oder nicht.
dass kind braucht bloß eine männliche und eine weibliche bezugsperson die ihm liebe, unterstützung und geborgenheit geben, und vorleben wie mann und frau miteinander umgehen .
dass das in der praxis zwischen vater und mutter oft nicht so funktioniert (woran unter anderem auch die familienfeindliche moderne arbeitswelt schuld sein mag) ist eine andere sache.
aber es ist ja keinesfalls gesagt, dass homo-ehen besser funktionieren.
es besteht also kein grund kinder (die erst im begriff sind ihre sexuelle identität zu definieren) unbedingt zu homosexuellen oder intersexuellen beziehungen zu ermuntern

sie argumentieren nach der verführungstheorie und mittels sexueller unsicherheit, ausserdem sehen sie eine ermunterung zu unbedingter homosexueller oder intersexueller lebensweise.
eine theorie, die letztendlich bis auf ausnahmefälle widerlegt wurde und nur eben nur von selbst in ihrer sexualität verunsicherten geglaubt wird.
deswegen vielleicht auch diese ermunterung zu unbedingter usw...
wenn sie von einem zb schwulen oder zb heterosexuellen verlangen ausgehen interessiert das überhaupt nicht und haben sie interesse, schelchte erfahrungen zu minimieren.
die ermunterung laut den guten alten sprüchen "a bissl bi schadet nie" findet später und in anderem rahmen statt, egal ob sie auf fruchtbaren boden trifft.

ich glaube nicht, dass ein kind deshalb alleine gleich schwul wird, aber es könnte ein heterosexuelles kind die eigene normalität in frage stellen wenn es mit homosexuellen avancen anderer konfrontiert ist, und vielleicht trotzdem dabei mitmachen, weil es eben im schulbuch als so "normal" und erstrebenswert darstellt wird

das nennt man dann bisexuell und ist für manche kinder eine grenze darstellend.
aber unetr anderem um die stärkung dieser grenzen und das bewusstwerden der eigenen bedürfnisse geht es hier auch.
abgesehen davon, mit wünschen heterosexueller, bisexueller oder homosexueller wird jeder konfrontiert...
wenn man in sexualitäten einteilt.

homosxualität und intersexualität sind aber rein von der zahl randerscheinungen in unserer gesellschaft-
zwar sllten menschen mit solcher neigung nicht diskriminiert werden, aber es täuscht kindern eine falsche realität vor, wenn in der broschüre diesen sexuellen orientierungen mehr raum gewidmet wird als heterosexuellem verhalten.
ein kind könnte denken ,dass es etwas falsches empfindet wenn es homosexuelle praktiken für abstossend empfindet

selten klar formuliert, dankeschön!

Wovor haben die Angst ???

Also wenn die Kernfamilie ja sowieso das allgemeingültige Modell ist, und so toll verankert in den Herzen der Bevölkerung, was kümmert die dann das Schundheftl.
Das wär ja fast so, wie wenn ein gläubiger Katholik Angst davor hätte, das es nach wie vor Bücher von Herrn Charles Darwin gibt.

Im übrigen fürchte ich die Damen und Herren überschätzen die Wirkung von Lehrbehelfen ein wenig, denn ich denke auch in jedem approbierten Philosophie- oder Geschichtslehrbuch steht einiges über die (andere) Aufklärung drin, und das scheint an denen ja auch spurlos vorübergegangen zu sein.

Nicht zum Inhalt(!) - sondern zur Syntax:

(...)Sie argumentieren damit am Leben vorbei,(...)

Mit dieser Phrase kann man jedes gesellschaftliche Phänomen legitimieren und sich einer Bewertung entziehen.

Die Kernfamilie sollte ohnehin schon längst verboten sein. Durch die Heteronormativität wird den Kindern vorgegaukelt, was ihr Ideal sein soll. Dabei ist die Kernfamilie nichts anderes als ein Relikt aus patriachalistischer Zeit und die größte Ausbeutung von Frauen und Kindern, die es je gegeben hat. Weg mit der Kernfamilie! Sofort verbieten!

ich glaube

niemand kann etwas gegen eine intakte Kernfamilie haben. Für Kinder ist es schön, mit den eigenen Eltern, die sich idealerweise lieben, aufzuwachsen.
Kinder, deren Mutter sofern sie bei der Mutter leben) ständig einen neuen Lebensabschnittsparnter hat, könnten gegebenfalls darunter leiden, denn die LA Partner sind nicht immer gute Ersatzväter.

ich versteh die ironie. grün!

Für Sie ist die Vielfalt der Lebensentwürfe aber auch nur die kleine Summe dessen, was Sie als korrekt ansehen.
Genau so wie bei den Klerikalen und den Völkischen.

Ich möchte net wissen, was passieren würde, wenn in einer offiziellen broschüre über integration viele seiten der ausländerkriminalität und dem islamischen extremismus gewidmet wären...

Kriminalität und islamischer Extremismus mit Homosexualität zu vergleichen ist ein Hohn, der seines gleichen sucht.

Abgesehen davon ist es mir unerklärlich, dass die Menschen nicht verstehen, dass es eine Broschüre für PädagogInnen ist. Das heißt diese suchen den Lehrinhalt heraus. Naturgemäß ist es für die meisten PädagogInnen schwerer über Homosexualität zu sprechen, da die meisten wohl heterosexuell sind, weshalb eben viel Infomaterial darüber zur Verfügung steht.

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