Gas löste Brand in Behindertenwerkstatt im Schwarzwald aus

27. November 2012, 17:54
8 Postings

14 Menschen kamen ums Leben

Stuttgart - Ein Gasaustritt und eine daraus resultierende Explosion hat die Brandkatastrophe in einer Behindertenwerkstatt in Titisee-Neustadt im Schwarzwald verursacht. Warum sich das Gas entzündete, sei noch unklar, teilte Staatsanwalt Peter Häberle am Dienstag in Titisee-Neustadt mit.

Bei dem Unglück in der Caritas-Einrichtung waren am Montag 14 Menschen ums Leben gekommen, 13 Behinderte und eine Betreuerin. 

Die Gasflasche gehörte zu einem Gasofen, der in der Werkstatt aufgestellt war. "Es kam zu einer schlagartigen Ausbreitung von Feuer und Rauch", sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Die Menschen in dem Raum hatten nach Darstellung der Experten kaum eine Chance, dem Inferno zu entkommen. Alle seien sofort tot gewesen. Der Brandschutz in der Behindertenwerkstatt im Schwarzwald war aus Sicht der Behörden völlig ausreichend.

Neun Schwerverletzte

Von den 97 Menschen, die sich aus dem Gebäude retten konnten, schafften dies nach Darstellung der Behörden 86 aus eigener Kraft. Elf Menschen mussten von der Feuerwehr aus dem Gebäude geleitet werden.

Zehn Frauen und drei Männer mit Handicaps erstickten an giftigem Rauch oder verbrannten. Die behinderten Frauen waren im Alter von 28 bis 68 Jahren, die Männer zwischen 45 und 68 Jahren. Die getötete Betreuerin war 50 Jahre alt. Neun Menschen wurden schwer verletzt.

Das Feuer war am frühen Montagnachmittag in einer Werkstatt für geistig und mehrfach Behinderte ausgebrochen. Für die mehr als 100 Behinderten und Betreuer war die von der Caritas getragene Einrichtung zur Falle geworden.

Lebensgefährlicher Rauch

Die Behörden haben mittlerweile in etwa rekonstruiert, was nach Ausbruch des Brandes geschehen ist: Innerhalb kürzester Zeit breitete sich in dem dreistöckigen Gebäude lebensgefährlicher Rauch aus, der den Menschen drinnen den Atem nahm. Fluchtwege waren abgeschnitten, schließlich brach Panik aus. Viele Behinderte, die nur eingeschränkt laufen können oder im Rollstuhl sitzen, waren orientierungslos. Sie standen am Fenster und riefen um Hilfe.

Die Behindertenwerkstatt wird längere Zeit geschlossen bleiben. Die Schäden seien immens, sagte ein Sprecher der Caritas. Die Einrichtung solle hergerichtet und wieder eröffnet werden. Papst Benedikt XVI. gedachte der Opfer und sprach den Angehörigen Trost zu. Indes wurde der Ruf nach Sprinkleranlagen in allen Behinderteneinrichtungen laut. (APA, 27.12.2012)

Share if you care.