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Bürgermeister Franc Kangler: Die jüngste Demonstration gegen ihn artete in gewaltsame Zusammenstöße mit Polizeiübergriffen aus.
Es steht in der Innenstadt von Maribor an fast jeder Ecke: "Gotof je!" Mit "f" statt "v" am Schluss - das ist die steirisch-slowenische Schreibweise. Der Satz, der auf Hauswände, und Denkmäler gesprüht wurde, bedeutet: "Er ist fertig!" Gemeint ist der rechts-konservative, mehrmals wegen Korruption angeklagte Bürgermeister Maribors, Franc Kangler. Auch Kanglers mit Schablonen aufgemaltes Konterfei taucht immer wieder mit "Gotof je" auf.
Sonst erinnert am Dienstag nicht mehr viel an die wilden Szenen, die sich hier, vor allem am Freiheitsplatz rund um das Partisanen-Denkmal und vor dem Magistrat am General-Maister-Platz, abspielten.
Laut Polizei demonstrierten hier am Montagabend 7000, laut Einschätzungen lokaler Medien über 10.000 Menschen gegen Kangler. Mehrheitlich friedlich, wie Videos, die im Internet kursieren, belegen. Familien mit Kindern, ältere Leute, aber auch eine Reihe prominenter Künstler waren durch den Aufruf einer anonymen Facebook-Gruppe, die den Rücktritt des Stadtchefs fordert, auf die Straße gegangen. Plakate mit dem besagten Konterfei wurden verbrannt, auch Puppen, die Kangler darstellen sollten.
Als am späteren Abend einzelne "Autonome" Steine in Richtung der mit Helmen, Schilden und Schlagstöcken ausgerüsteten Polizisten warfen, eskalierte die Situation. "Es waren nur 15 Gewaltbereite unter den Demonstranten", berichtet der Journalist Boris Jaušovec von der Tages zeitung Vecer dem Standard bei einem Stadtspaziergang. Er sei selbst mit seinen vier- und achtjährigen Töchtern auf der Demo gewesen. "Die Polizei reagierte unverhältnismäßig", betont Jaušovec.
Die Polizisten gingen mit Hunden, Schlagstöcken, Tränengas und Pfefferspray gegen die Bevölkerung vor. Auch auf Pferden seien sie in die Menge geritten, um die Leute auseinanderzutreiben. Menschen, die nur auf dem Boden saßen, um passiv Widerstand zu leisten, wurden mit Pfefferspray außer Gefecht gesetzt - wie auch ein Youtube-Video beweist.
So etwa auch Jure Pahernik von Artkamp, der beim Kulturfestival Lent in Maribor die Kinderprogrammschiene organisiert.
"Ich habe gesehen, wie ein Polizist einem Mann auf den Kopf trat und ihm die Nase brach. Ich saß unweit mit anderen auf dem Boden, als ich Pfefferspray in die Augen bekam. Da waren etwa 30 Polizisten um uns drei. Da ich nichts mehr sehen konnte, packten sie mich einfach und führten mich ab", erzählt er dem Standard.
Pahernik war einer von 31 Verhafteten. Auf der Polizeiwache habe man sich aber korrekt verhalten: "Nach Mitternacht, als sie sicher waren, dass die Straßen und Plätze leer waren, ließen sie uns gehen." Ob er Angst gehabt hat? Pahernik überlegt kurz, dann sagt er mit einer Mischung aus Zorn und Stolz in der Stimme: "Nein. Und wir werden wieder auf die Straße gehen."
Schon das vierte Mal gingen die Marburger gegen den 47-jährigen Bürgermeister, der vor seiner Politkarriere selbst Polizist in einem Vorort von Maribor war, auf die Straße. Erst vor einer Woche, als Kangler von 25 von 38 Wahlmännern in den Staatsrat, die zweite Parlamentskammer in Ljubljana, gewählt wurde, gingen Hunderte auf den Hauptplatz vor das Rathaus in Maribor. Kangler konnte stundenlang das Gebäude nicht verlassen. Grund für die Empörung der Bevölkerung: Durch seine Wahl in die Kammer erlangt Kangler, der mittlerweile von seinen eigenen Partei, der SLS, ausgeschlossen wurde, Immunität.
Das Fass zum Überlaufen brachte aber ein 30 Millionen teures Radarsystem, das Kangler für die Stadt anschaffte. Fünf Millionen sollte es ursprünglich kosten, und ein Großteil der Geräte funktioniert nun nicht.
Die Polizei sieht das alles anders: Sie spricht von 500 Gewaltbereiten und 20 verletzten Demonstranten und sieben verletzten Polizisten. Innenminister Vinko Gorenak kündigte an, die Organisatoren der besagten Facebook-Seite "aufzuspüren und zur Rechenschaft zu ziehen". (Colette M. Schmidt aus Maribor /DER STANDARD, 28.11.2012)
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TV Slovenija geguckt und war überrascht wie unzensuriert das Fernsehen darüber berichtet , ebenso im slowenischen Teletext......ist auch nicht von ungefähr warum gospod Pahor gegenüber Türk in der Präsidentenwahl vorne liegt, zumal die Biografien einiger aus der Politikerklasse auch erwähnenswert wären....und die Studenten und Bürger in Maribor oziroma Ljubljana wissen das und diskutieren das auch deutlich laut.....ni zakaj...
Weil dann Kranjska Gora in Slowenien gleich zu den 10 weltbesten Schiurlaubsdestinationen in einer argentinischen Zeitung dargestellt wird.
http://www.buenosairesherald.com/article/1... -nonskiers
Kranjska Gora will doch nicht Kitzbühel Konkurrenz machen ?
na, aber zumindest Bariloche haben sie auf den ersten Platz gewählt. Der Patriotismus funktioniert ja noch! Kranjska Gora kann ich mir nur so erklären, dass gerade in Patagonien (wo die Argentinier Ski fahren!), sehr viele ausgewanderte Slowenen wohnen... ;)
http://www.macnotes.de/2012/11/2... nien-lahm/
http://web.vecer.com/portali/v... 1005848444
Sondern dass es eine regionale Schreibweise gibt.
Man muss das nicht wissen wollen. So wie man auch nicht wissen wollen muss, dass der Bürgermeister Kangler heißt.
Am besten, man liest einfach all das nicht, was man nicht wissen will....
Könnte es sein, dass die Slowenen so langsam genug haben von korrupten Politikern, die mit ihren Helfershelfern den Staat über Jahre plünderten und plündern?
Es macht den Eindruck. Immerhin regt sich nicht nur heftiger Unmut gegen den Bürgermeister von Maribor, sondern auch gegen andere Bürgermeister, z.B. den Bürgermeister von Ljubljana.
Dessen Sohn türmte übrigens nach Zypern, nachdem er ein Darlehen von 3 Mio. € erhielt und offenbar nie vorhatte es zurückzuzahlen. Der Bürgermeister wusste natürlich von nichts. Schließlich suchte der Gerichtsvollzieher (medienwirksam) nach dem Sohnemann, jedoch erfolglos.
Ergebnis: Der Staatspräsident Türk beschwerte sich über die öffentliche Aktion.
Es wird Zeit,dass sich was dreht!!!
wäre es nach Zerfall von Jugoslawien 10. Bundesland Österreichs geworden.- (Vielleicht nicht die Korruption aber dafür hätte man Währung und Wirtschaftskraft direkt gehabt, das Minderheitenproblem in Kärnten wäre erledigt gewesen und heute ginge es ihnen besser). Aber wie mir ein junger slowenischer Gatsarbeiter damals sagte, als alles im deutschen Vereinigungstaumel lag: Manche hätten das erwogen, aber die Erinnerung an das slowenische Königreich (sic) hätte dann doch für einen eigenen Staat gesprochen. Meine Antwort war dann: Aber in die EU wollt ihr;-)
…diese Gebiete abgeben musste.
Viel zu selten hingegen wird bedacht, dass sich Österreich im 20. Jh. nur deshalb so schnell entwickeln konnte, weil die Relation Provinz : Wien von 50 Mio. : 2 Mio. auf 6 Mio. zu 2 Mio. geändert wurde und somit die urbane Moderne über die provienzielle Rückständigkeit gesiegt hat.
Darüber hinaus konnte das Geld, das sonst in andere Landesteile investiert werden hätte müssen, in einem viel kleineren Gebiet ausgegeben werden (Nettozahler vs. Nettoempfänger innerhalb der Monarchie).
gesehen, welches sich ja als 'Gesamttirol' schon zu Maria Theresias Zeiten als sehr österreichisch gebärdete. Der Verlust Sloweniens wird wohl in erster Linie von den ehemaligen Großgrundbesitzern der Untersteiermark bedauert.-
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