Fillon gründet eigene Fraktion

27. November 2012, 20:54
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Frankreichs Rechtsopposition treibt auf die Spaltung zu

Der erbitterte Machtkampf um den Vorsitz der "Union für eine Volksbewegung" (UMP) bewirkt einen ersten Riss durch die gaullistische Partei: Ex-Premier François Fillon hat am Dienstag eine Splitterfraktion ins Leben gerufen, die "Sammlung UMP" (RUMP) heisst. Nach inoffiziellen Angaben traten ihr rund 70 der 183 IMP-Abgeordneten in der Nationalversammlung bei.

Die neue RUMP soll laut Fillons Kampagnenchef Eric Ciotti nur solange Bestand haben, bis eine neue Chefwahl organisiert werde. Diese Forderung erhob das Fillon-Lager gestern erneut. Sein Widersacher, der neue Parteichef Jean-François Copé, lehnte dieses Ansinnen am Dienstag ab. Die Wahl- und die Rekurskommission hätten ihn mit 98 beziehungsweise 952 Stimmen Vorsprung zum Sieger -- von über 175.000 abstimmenden UMP-Mitgliedern - erklärt, argumentierte er; eine neue Wahl sei statuarisch ausgeschlossen.

Copé zieht zwar in der UMP-Zentrale weiterhin die Fäden, gerät aber in die Defensive, da er eine Vermittlungsaktion des früheren Premierministers Alain Juppé ablehnt. Auch unparteiische Mitglieder empfehlen Neuwahlen. Ex-Ministerin Nathalie Kosciusko-Morizet lancierte eine entsprechende Petition und sammelte im Nu über 20.000 Unterschriften.

Das gehässige Duell zwischen Copé und Fillon bewirkte die Rückkehr von Nicolas Sarkozy auf die politische Landesbühne. Der Ex-Präsident versuchte sich als Vermittler und brachte dem Vernehmen nach ein Treffen der beiden Fast-Sieger in der Nationalversammlung zustande. Copé zeigte sich dabei offen für eine neue Mitgliederbefragung per Internet - aber nur zur Frage, ob die ganze Wahl wiederholt werden solle. Damit zeigt er sich bis zu einem Grad verhandlungsbereit. Auf der Homepage des Figaro, dem Hausblatt der UMP-Wähler, votierten 70 Prozent der Leser für eine neue Urnenabstimmung. (Stefan Brändle, DER STANDARD, 28.11.2012)

  • François Fillon verlangt Neuwahlen. Ex-Präsident Nicolas Sarkozy auch.
    foto: epa/etienne laurent

    François Fillon verlangt Neuwahlen. Ex-Präsident Nicolas Sarkozy auch.

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