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Stermann und Grissemann im ORF-Hauptabend.
Wien - In ihrer neuen Show "Keine Chance - Die Stermann gegen Grissemann Show" lässt das aus der ORF-"Donnerstag Nacht" bekannte Satiriker-Duo Christoph Grissemann und Dirk Stermann Ärzte gegen Kranke antreten - ein durchaus provokatives Thema. Allerdings wollen die beiden zur Unterhaltung des Publikums nicht ihre Kandidaten, sondern vielmehr sich selbst lächerlich machen, wie sie im Interview mit der APA kurz nach der Aufzeichnung der ersten Sendung verrieten. "Ich glaube, dass ist das einzig zumutbare für die Zuseher, dass wir uns schaden. Würden wir den Kandidaten schaden, würde die Einschaltquote sofort gegen Null gehen, so haben wir immerhin die Chance auf drei bis vier Prozent Marktanteil", zeigte sich Grissemann überzeugt.
"Ich glaube immer, dass es interessanter ist, auch für mich, wenn sich die Protagonisten selber nicht so gut darstellen, sondern freiwillig zum Opfer machen", meinte auch Stermann. Dass es dieses Mal Ärzte und Kranke getroffen hat, sei reiner Zufall, die Abneigung gegen Ärzte gar nicht so groß und auch die traumatischen Erlebnisse würden sich in Grenzen halten. "Ich vermeide ja den Gang zum Arzt", erklärte Grissemann, "ich bin einer von denen, die erst dann zum Arzt gehen, wenn ihnen etwas wehtut. Und nachdem mir Gott sei Dank in den letzten - mhm 34 - Jahren meines Lebens noch nie was wehgetan hat, kenne ich keine Arztpraxis von innen."
Ideen für Gruppierungen dieser Art hätten die beiden genug - Arme gegen Reiche oder Adelige gegen Arbeiter. "Ich kann mir - weil ich selber Asylant bin - gut vorstellen, Asylwerber gegen Fremdenpolizisten antreten zu lassen. Das könnte schon eine schöne Paarung sein", spielte Stermann auf seine deutsche Herkunft an. Paarungen gebe es also genug, fraglich sei jetzt nur noch, ob es überhaupt eine zweite Sendung geben werde. "Ich denke nein, ich glaube nein. Was auch gar nicht so schlecht wäre, weil die Show wirklich sehr, sehr anstrengend ist. Ich bin mehr das 45 Minuten-Format gewöhnt, ich neige dazu nach 45 Minuten völlig in mich zusammenzufallen", zeigte sich Grissemann pessimistisch. Glücklicherweise betrete er den Moderatorenteppich ja nur selten alleine. "Ich glaube, dass es weitergeht. Ich bin auch mehr der 3-Stunden-Moderator, das heißt, ich werde nach neunzig Minuten erst wach", bot Stermann den Kontrapart.
Grissemann ließ sich jedoch nicht von den düsteren Zukunftsfantasien des ersten Auftritts im Hauptabend abbringen - auch wenn es ausdrücklicher Wunsch der ORF-Fernsehdirektorin Kathrin Zechner gewesen sei: "Ich glaube nicht, dass es funktioniert. Ich habe es trotzdem gerne gemacht, aber bin mir fast sicher, dass wir da nicht genug Leute erreichen, die da neunzig Minuten dran bleiben." Entscheiden würden am Ende aber natürlich die Zuschauer, musste auch Grissemann zugeben. "Fernsehen ist und bleibt ein demokratisches Medium, und alleine die Zuschauer haben uns entweder ins Herz geschlossen oder hassen uns jetzt noch mehr als vorher. Ich kann mit beidem leben."
Die Anklänge an andere Show-Formate im deutschen Privatfernsehen versuchen die beiden Moderatoren nicht einmal zu leugnen: "Es ist in Wahrheit 90 Prozent gestohlen von 'Schlag den Raab', 'Joko vs. Klaas' und all diesen Gruselformaten aus dem Privatfernsehen. Das muss man schon zugeben", so Grissemann. "Wobei man wieder sagen muss, dass die wiederum gestohlen haben von allen großen Spielformaten, die es früher schon gegeben hat, wie etwa 'Wünsch dir was'", ergänzte Stermann.
Grüner Giftschleim, Afrohaare, der erste Auftritt in der Coaching-Rolle - waren die beiden dennoch mit ihrem Auftritt zufrieden? "Ich habe eigentlich ein schlechtes Gefühl gehabt. Nach vierzig Minuten hab ich gedacht, da ist die Lust jetzt völlig draußen. Das Publikum war auch eher abwesend und hat viel getratscht", monierte Grissemann, während sich Stermann positiv zeigte: "Ich bin sehr zufrieden. Zum einen weil wir gestern zum ersten Mal überhaupt einen Durchlauf gemacht haben. Zum anderen hatten wir das mit dem Moderieren in kurzer Zeit einigermaßen im Griff, weil das ist ja nicht unser eigentlicher Beruf." (APA, 27.11.2012)
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Der Name Grissemann ist sicher kein Nachteil - obwohl die Quoten für Willkommen Österreich für diesen Sendetermin ja ganz gut sind.
Dass es für den Hauptabend reicht, glaub ich auch nicht - wird wohl ein Dominik Heinzl Schicksal.
(quotentechnisch nicht bezüglich der Gleichgewichtsproblematik...)
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