Moody's: Telekom-Branche in Europa 2013 auf Schrumpfkurs

Intensiver Preiswettbewerb und rückläufige Umsätze auf den Heimatmärkten belasten Unternehmen

Die Ratingagentur Moody's sagt europäischen Telekom-Unternehmen wegen des harten Wettbewerbs und der trüben Wirtschaftsaussichten weiter magere Zeiten voraus. "Für die europäischen Telekommunikationsdienstleister dürfte 2013 ein genauso schwieriges Jahr werden wie das aktuelle", schrieb Carlos Winzer, Telekom-Experte bei Moody's, am Dienstag in einer Studie. Der intensive Preiswettbewerb und die rückläufigen Umsätze auf den Heimatmärkten der Telefon-Unternehmen dürften - trotz der Einnahmen aus Auslandsgeschäften - unter dem Strich zu einem deutlichen Gewinnrückgang führen. Gleichzeitig würden die Umsätze der Branche in Europa im kommenden Jahr wohl um zwei Prozent sinken - der Ausblick für den Telekom-Sektor bleibe somit "negativ", hieß es.

Schlechte Nachrichten

Das sind schlechte Nachrichten für Unternehmen wie Telefonica aus Spanien, France Telecom oder Telekom Austria, die wegen der Auswirkungen der Euro-Krise auf ihre Geschäfte bereits die Ausschüttungen an die Aktionäre kappen mussten. Die Deutsche Telekom hält an ihrem Dividendenversprechen von 70 Cent je Aktie fest.

Sorgen bereiten dem Telekom-Spezialisten von Moody's zudem die hohen Kosten für die Netzaufrüstung. "Die Branche bleibt weiter kapitalintensiv." Der rasche technologische Fortschritt mache es unerlässlich, dass die Unternehmen verstärkt Geld in den Ausbau von belastbaren und superschnellen Internet-Infrastrukturen steckten. Es sei davon auszugehen, dass der Investitionsbedarf der Unternehmen damit künftig steigen werde, erklärte Winzer. Die Deutsche Telekom etwa will ihr Breitbandnetz in Deutschland deutlich erweitern und dafür Milliarden-Kosten schultern. Konkretes über den Ausbauplan will der Bonner Konzern Ende nächster Woche verraten.(APA, 27.11. 2012)

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