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"Gewebeschonende Mini-Schlüsselloch-Techniken bei Darmeingriffen und erfolgreiche Innovationen wie etwa der neue Darmring sind sehr begrüßenswert, aber man muss auch richtig damit umgehen können", betont Andreas Shamiyeh vom AKH-Linz.

Innerer Darmdurchmesser nach der Operation bei der Verwendung von Klammernahtgeräten.

Laut Experten bleibt der Darmdurchmesser im Vergleich zum Klammernähen deutlich größer, da die geringe Narbenbildung das Risiko einer Einengung senkt.
Wien/Linz - Medizinische Zentren setzen bei Operationen im Bauchraum zunehmend auf die narbenfreie "Mini-Schlüsselloch-Chirurgie". Wurde diese Technik bis vor etwa zwei, drei Jahren noch vorwiegend bei Galle, Leiste und Blinddarm praktiziert, hat sie sich mittlerweile auch bei größeren Eingriffen am Darm bewährt. "Abgesehen vom kleineren Entzündungsrisiko, von geringeren Schmerzen und rascherer Erholung bringt das praktisch narbenfreie Operieren auch bei Dickdarmeingriffen ein ebenso gutes chirurgisches Ergebnis wie die klassische Schlüsselloch-Chirurgie mit fünf Einstichstellen", ist Andreas Shamiyeh vom AKH-Linz überzeugt.
Durch eine technische Weiterentwicklung, dem so genannten "ColonRing" (Darm-Ring) ist es nun nicht mehr notwendig die Darmenden zu vernähen, sondern sie können durch Druck sicher verschlossen werden. In internationalen Studien hat sich diese Methode gerade bei Eingriffen im sensiblen Mastdarm als sicherer und komplikationsärmer erwiesen als das Vernähen mit Klammernähten. Das heißt, der Darm zeigt weniger entzündliche Reaktionen und heilt rascher.
"Unsere Beobachtungen an rund 180 Patienten haben gezeigt, dass speziell die komplikationsreichen Darmverbindungen im Bereich des Mastdarmes mithilfe des 'ColonRings' sicherer vor einem nochmaligen Aufreißen geschützt werden, verglichen mit genähten oder geklammerten Verbindungen", sagt Bernhard Dauser, Oberarzt am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Wien.
Einen weiteren Vorteil sehen die Experten in der praktisch nicht vorhandene Narbenbildung am Darm: "Im Vergleich zum Klammernähen bleibt der Darmdurchmesser deutlich größer, da die geringe Narbenbildung das Risiko einer Einengung senkt. Probleme bei der Stuhlentleerung können dadurch minimiert werden". Reinhold Klug vom Landeskrankenhaus Horn in Niederösterreich gibt allerdings zu bedenken, dass "sicher noch einiges zu erforschen ist". Die natürliche Heilung ohne Klammernähte und das geringere Infektionsrisiko sieht er aber ebenfalls als großen Vorteil für die Patienten.
"Wir stehen allerdings österreichweit noch am Anfang. Die richtige Anwendung dieser neuen Techniken ist immer noch absolute Expertensache und auch nicht bei allen Patienten möglich", geben Bernhard Dauser und Reinhold Klug zu bedenken. Diese Einschätzung bestätigt auch Darmspezialist Andreas Shamiyeh aus Linz: "Gewebeschonende Mini-Schlüsselloch-Techniken bei Darmeingriffen und erfolgreiche Innovationen wie etwa der neue Darmring sind sehr begrüßenswert, aber man muss auch richtig damit umgehen können". (red, derStandard.at, 27.11.2012)
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