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Linz - Das Linzer Krankenhaus der Elisabethinen setzt als eines von bisher vier europäischen Spitälern eine neue Technologie in der Behandlung von Herzrhythmusstörungen ein. Dabei orientiert sich der Arzt mit seinem Katheter in einem elektromagnetischen Feld, das ein dreidimensionales Bild erzeugt. Neben der größeren Genauigkeit liegt der wesentliche Vorteil dieser Methode, die am Dienstag der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, in der deutlich geringeren Strahlenbelastung für Patient und Mediziner.
In Österreich leiden bis zu 120.000 Menschen an Vorhofflimmern, berichtet der Kardiologie Hans-Joachim Nesser. Etwa ein Drittel davon könne man mittels Ablation behandeln. Dabei wird mit einem Katheter im Herz eine Verlötung vorgenommen. Sie soll verhindern, dass "falscher Strom" fließt und das für viele Patienten quälende, in manchen Fällen auch gefährliche Flimmern erzeugt.
Damit sich der Arzt bei dieser mehrstündigen Präzisionsarbeit im Inneren des Herzens orientieren kann, wurde der Patient bisher dauerhaft durchleuchtet. Das bedeutete eine enorme Strahlenbelastung. Mit der neuen Technologie werden nur zwei kurze Videosequenzen unter Röntgen erzeugt. Dann reicht ein elektromagnetisches Feld, um die Position des Katheters exakt zu bestimmen, wie Helmut Pürerfellner, Leiter des Departments für Rhythmologie, erklärte.
Die Elisabethinen haben die Technologie seit heuer im Einsatz. Außer in Linz sind derartige Geräte auch in Leipzig, Prag sowie einem Spital in Italien im Einsatz. Bisher wurden in Linz 90 Untersuchungen und 40 Verlötungen durchgeführt. Nesser erwartet, dass die Erfolgsquote von derzeit 70 bis 80 Prozent an Patienten, die nachher keine beeinträchtigenden Rhythmusstörungen mehr haben, mit der Neuanschaffung gesteigert werden kann.
Das technische Know-how stammt aus Israel. Dort werde im Umfeld der Rüstungsindustrie viel an Ortungssystemen geforscht, woraus häufig Spin-Offs für die Medizin entstehen. Über den Preis der Neuanschaffung schweigt das Spital. Die Kosten der Untersuchung würden aber nicht steigen, versicherte der Ärztliche Direktor Stefan Meusburger. (APA, derStandard.at, 27.11.2012)
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