Venetiens Präsident würde Italien gerne abschaffen

27. November 2012, 14:20
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Luca Zaia würde mit "Ja" bei Unabhängigkeitsreferendum stimmen - "Fühlen uns Bayern näher als Kalabrien"

Rom - Der Präsident der an Österreich grenzenden italienischen Region Venetien, Luca Zaia, würde "Ja" bei einem Referendum über die Unabhängigkeit seiner Region stimmen. "Wenn das Referendum legal wäre, würde ich 'Ja' stimmen. Ich bin für die Unabhängigkeit, weil Venetien bestimmte Werte verteidigen und fördern will. Wir fühlen uns Bayern näher als Kalabrien", sagte Zaia, Spitzenpolitiker der föderalistischen Oppositionspartei Lega Nord.

Am Mittwoch ist im Regionalparlament Venetiens eine Sonderversammlung geplant, bei der die Frage eines Referendums über die Unabhängigkeit der Region unter Aufsicht von Beobachtern der UNO und der EU überprüft wird, wie es auch in Schottland für das Jahr 2014 vorgesehen ist.

"Das Regionalparlament Venetiens hat das Recht, ein Referendum auf regionaler Basis auszurufen. Wir haben Zaia bereits 20.000 Unterschriften zu einem regionalen Referendum für die Unabhängigkeit unseres Volkes vorgelegt. Wir wollen über einen legalen, international anerkannten Weg unsere Unabhängigkeit erreichen", sagte Lodovico Pizzati, Gründer der venezianischen Bewegung "Indipendenza Veneta", der sich seit Monaten für ein Unabhängigkeitsreferendum einsetzt.

Signal aus Katalonien

Venetiens Separatisten haben mit großem Interesse die Wahl in Katalonien beobachtet. "Die bürgerlich-nationalistische CiU (Convergencia i Unio) hat zwar 12 ihrer zuvor 62 Parlamentssitze verloren, doch die radikalere links-separatistische ERC ist gestärkt aus dem Urnengang hervorgegangen. Dies bedeutet, dass die separatistischen Bestrebung in Katalonien trotz allem stark gewachsen ist", meinte Pizzati.

Diese Ansicht teilt auch Zaia. "Wie kann man behaupten, dass der Unabhängigkeitsprozess in Katalonien gescheitert ist? Vor fünf Jahren erreichten die Separatisten nicht einmal 25 Prozent, heute sind sie mehr als 45 Prozent. Die Mehrheit hat für die Unabhängigkeit gewählt, der Rest ist nur Zahlenalchemie", kommentierte Zaia. (APA, 27.11.2012)

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