Schädelbruch: Wiener Bub bei Pflegefamilie, Staatsanwalt ermittelt

27. November 2012, 12:19
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Kleinkind aus Spital entlassen - Jugendamt prüft weitere Vorgehensweise

Wien - Der einjährige Bub, der im Wiener St. Anna Kinderspital wegen eines Schädelbruchs behandelt wurde, befindet sich seit Freitag mit seiner zweijährigen Schwester bei Krisenpflegeeltern. Herta Staffa, Sprecherin des Jugendamts (MA11), sagte, dass man nun die möglichen Optionen für die beiden Geschwister prüfen werde. "Wir nützen die nächsten sechs bis acht Wochen dazu, um eine bestmögliche Betreuung für die Kinder zu garantieren", sagte Staffa. Das Kleinkind war am 12. November von den Eltern ins Spital gebracht worden. Gegen Vater und Mutter liegt eine Anzeige vor, die von der Staatsanwaltschaft überprüft wird.

Der Zustand des Buben wurde bei der Aufnahme als lebensgefährlich eingestuft, das Spital verständigte die Polizei. Die 22-jährige Mutter und der 23-jährige Vater wurden wegen Verdachts des Quälens oder Vernachlässigens unmündiger, jüngerer oder wehrloser Personen angezeigt. Die Mutter des Kleinkinds aus dem Bezirk Rudolfsheim-Fünfhaus gab laut einem Sprecher Wiener Landespolizeidirektion an, nicht zu wissen, wie die Verletzung zustande gekommen ist. Ein Abschlussbericht wurde in der Vorwoche an die Staatsanwaltschaft übermittelt.

Bereits vom Jugendamt betreut

Die MA11 führte inzwischen intensive Gespräche mit der Mutter des Buben und dem erweiterten Familienkreis. Grundsätzlich hat das Jugendamt drei Optionen, nämlich die Obsorge in die Hand einer Pflegefamilie zu geben, in die Verantwortung einer Person aus dem erweiterten Familienkreis oder an die Kindesmutter. "In den nächsten Wochen wird entschieden, ob innerhalb der Familie jemand für die beiden Kinder sorgen kann", sagte Staffa. Fällt die Entscheidung für eine Pflegefamilie, ist eine spätere Rückkehr zu den leiblichen Eltern oder Elternteil möglich, doch "je jünger ein Kind ist, wenn es zu einer Pflegefamilie kommt, umso schwieriger wird diese Rückkehr", beschrieb Staffa die Praxis.

Die Familie wurde schon seit mehr als einem Jahr vom Jugendamt betreut. Vater und Mutter leben nicht mehr zusammen, Mutter und Kinder waren in einer Einheit des betreuten Wohnens untergebracht. Über den 23-Jährigen war bereits einmal ein Betretungsverbot verhängt worden. (APA, 27.11.2012)

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