Forderungsausfälle belasten KMU

27. November 2012, 11:54
  • Die österreichischen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) spüren die steigenden Insolvenzen.
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    Die österreichischen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) spüren die steigenden Insolvenzen.

Jeder zehnte Mittelständer erlitt Verluste von über einem Prozent seines Umsatzes, Unternehmen zahlen ihre Rechnungen später

Wien - Jeder zehnte Mittelständler (10,3 Prozent) erlitt im laufenden Jahr Forderungsverluste in Höhe von über einem Prozent seines Umsatzes, geht aus einer Creditreform-Umfrage hervor. Im Vorjahr waren davon nur 8,1 Prozent der KMU betroffen. Die Unternehmen bezahlen auch ihre Rechnungen immer später. 3,7 Prozent lassen sich mehr als 90 Tage Zeit, während dieser Anteil im Vorjahr noch bei 2,7 Prozent lag.

Auch der Anteil der Unternehmen, die von Verlusten bis zu einem Prozent ihres Umsatzes betroffen sind, ist von 11,8 Prozent auf heuer 16,7 Prozent stark gestiegen. Die meisten davon betroffenen Unternehmen sind im Bauwesen tätig, gefolgt vom Verarbeitenden Gewerbe.

Während die Höhe der durchschnittlichen Forderungsverluste im Verhältnis zum Umsatz bei den KMU insgesamt gestiegen ist, hat sich aber der Anteil der davon nicht betroffenen Unternehmen von 13,7 Prozent im Vorjahr auf 17,3 Prozent erhöht. Im Dienstleistungssektor gibt es die meisten Unternehmen mit keinen Verlusten.

Auch das Zahlungsverhalten ist im Dienstleistungssektor am besten und im Vergleich zum Vorjahr sogar gestiegen. 71,3 Prozent der 1.700 Befragten zahlten pünktlich innerhalb von 30 Tagen (Vorjahr: 67,8 Prozent).

Das Verarbeitende Gewerbe ist das negative Gegenstück zu den Dienstleistungen. Während im vergangenen Jahr noch 70,5 Prozent der KMU pünktlich bezahlt haben, waren es heuer nur mehr 59,7 Prozent.

2012 werden an die 80.000 Gläubiger von Insolvenzverlusten betroffen sein, erwarten die Kreditschützer. Der potenzielle Schaden wird auf über 3 Mrd. Euro geschätzt. (APA, 27.11.2012)

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10 Postings
Die höchste Belastung kommt von den Zwangsabgaben!

Die Menschen, welche die Existenz der KMU machen, welche die Leistung der KMU erbringen und am Läufen halten, denen wird durch die Staatlichkeit schon bis über 50% deren Wertschöpfung in Form verschiedener Zwangsabgaben abgenommen.

Die Belastung durch Forderungsausfälle ist dagegen einfach nur lächerlich.

Es ist auch so, dass die steigenden Insolvenzen auch durch die gierige Staatlichkeit mitverursacht wird. Das wird mittelfristig dann aber auch der Staat zu spüren bekommen, weil dann das große Abkassieren der KMU vorbei sein wird.

Da kommt noch Einiges auf Österreich zu, weil eben die Politik total versagt.

Das Problem der working poor wird immer auf die Selbstständigen geschoben!

Wie aber die Unternehmen mit dieser Abgabenlast sowohl im internationalen, als auch im innereuropäischen Wettbewerb überhaupt noch mithalten können, frage ich mich oft.
Das Problem ist die Ungläubigkeit der Leute und das geringe Denkvermögen gepaart mit der Dauerideologiesendung der Indoktrinierungsmaschinerie:
http://derstandard.at/plink/135... id29098672
http://derstandard.at/plink/135... id29105885
http://derstandard.at/plink/135... id29131857

Unternehmer sind in Ö auch oft working poor!

Das kann man aber nicht sehen, weil der Druck zu zeigen, dass man auch was ist (das Unternehmen stark ist) sehr oft zu groß ist. Der Unternehmer folgt dem Image und stellt sich dann entsprechend dar.

Bei 43% der KMU in der Verlustzone muss es in diesem Bereich ein gewaltiges Problem geben!

Das sind die unmenschlichen grausamen Folgen einer gierorientierten antisozialen leistungsfeindlichen Dauerpropaganda:

http://derstandard.at/plink/135... id29122166

Ist es nicht logisch, dass früher oder später alle KMUs in Nachbarländer abwandern?

Ich sehe die Abgabenlast als das Hauptproblem,

bei KMU mit Angestellten. Als EPU (so wie ich) ist es noch sehr einfach den nötigen Mindestumsatz pro Monat vor zu kalkulieren. Bei KMUs mit Angestellten und Miete ist das hier so extrem unternehmerfeindlich. Ich habe leider lange Zeit auch diese indoktrinierte GÖD Mentalität 'mir steht das zu' mitgeschleppt. Als ich das aber näher durchschaute und wusste, was ich den Unternehmen einspielen muss, damit es sich für die Unternehmer auszahlt, geriet ich in einen Zustand zwischen 'Entsetzen und Wut'.
Besonders wütend war ich auf die gierige antisoziale Mentalität, die viele den Unternehmern hier entgegenbringen und auf die Kommentare, wie "du lässt dich ausnehmen" von Leuten aus staatlich oder ähnlich geschützten Werkstätten.

Hiermit meine ich KMU, die nicht wie Große viele Tricks anwenden können!

Spielen nicht die größeren lieber das Lieferantenkreditspiel und an die KMUs wird das nur weitergegeben?

Lieferantenkreditspiel ist ein tolles Wort!

Im B2B Geschäft hat sich diese Spiel inzwischen zu einem Geschäftsstandard entwickelt, welchem sich kein Lieferant entziehen kann. Die Macht des Einkäufers samt "seinen Standards" hat die KMU zu Kreditgebern der großen, meist auch sehr finanzkräftigen, Unternehmen gemacht.

Dieser Marktstandard kann soweit gehen, dass die Bilanzsumme eines KMU bis über 50% nur aus Forderungen bestehen kann. Logisch, dass sich die Eigenkapitalquote dann halbiert und den Lieferanten auch in die Schuldenfalle treibt.

Begonnen hat dieses Spiel in den 90er Jahren und wurde immer weiter ausgebaut. Nach meinen Beobachtungen sind aber langsam Korrekturen erkennbar. Ob es am Respekt vor der Lieferantenleisung liegt oder doch nur an den niedrigen Zinsen ist unklar.

Ich zahle...

...auch nur selten beim Frisör auf Rechnung mit Zahlungsziel.

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