Kartellgericht genehmigt Yesss!-Übernahme durch A1

27. November 2012, 11:21
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Entscheidung nicht rechtskräftig - EU hat noch ein kräftiges Wörtchen mitzureden

Das Kartellgericht hat den Verkauf der Orange-Tochter Yesss! an den Marktführer A1 ohne Auflagen genehmigt, allerdings kann der Bundeskartellanwalt und die Bundeswettbewerbsbehörde noch Einspruch einlegen. Dies habe aufschiebende Wirkung, "wodurch der Erwerb von Yesss! durch die Telekom Austria AG nicht abgeschlossen werden kann, bevor die Genehmigung des österreichischen Kartellgerichts rechtskräftig wird", teilte A1 am Dienstag  mit.

EU hat noch ein kräftiges Wörtchen mitzureden

Der Deal hängt auch noch an Brüssel, denn nur wenn die EU die Übername von Orange durch "3" genehmigt, wird der Verkauf von Yesss! an A1 schlagend. Hier soll eine Entscheidung bis zum 21. Dezember vorliegen.

In einer Stellungnahme "begrüßt" "3" die Zustimmung des Kartellgerichts zum Erwerb von Yesss! durch A1 und erwartet auch eine Zustimmung der Europäischen Kommission zur Übernahme von Orange.

Bedenken

Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB), die gegen die Fusion Bedenken hat, wollte die von A1 veröffentlichte Entscheidung des Kartellgerichts vorerst nicht kommentieren - man habe die Entscheidung noch nicht zugestellt bekommen, erklärte ein Sprecher auf APA-Anfrage. Sollte die BWB gegen die Entscheidung Einspruch erheben, wäre in zweiter Instanz der Oberste Gerichtshof zuständig. "Der Konsument muss am Ende des Tages einen Vorteil haben", sagte BWB-Sprecher Stefan Keznickel.

Drei statt vier Netzbetreiber

Geht der Deal "3-Orange-Yesss!-A1" durch, dann gibt es künftig nur noch drei statt vier Netzbetreiber. Eine Marktkonsolidierung ist seit Jahren ein erklärtes Ziel der Mobilfunkbranche, da der kleine österreichische Markt keine vier Anbieter vertragen würde. Im gleichen Atemzug versichern die Mobilfunker aber, dass sich am harten Preiskampf nichts ändern werde - wogegen die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) massive Zweifel angemeldet hat.

Schon jetzt ist der heimische Markt von ausländischen Konzernen dominiert. Am Marktführer A1 (Telekom Austria) hält der Staat noch 28 Prozent, zweiter Großaktionär ist der mexikanische Milliardär Carlos Slim. Die Nummer zwei am Markt, T-Mobile, gehört der Deutschen Telekom, Orange der France Telecom und "3" dem chinesischen Mischkonzern Hutchison. Die Telekom Austria besitzt künftig zwei Diskontschienen - bob und Yesss!, T-Mobile setzt weiterhin auf tele.ring.(sum/APA, 27.11. 2012)

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