Wörterbuch-App entblößt angebliche Softwarepiraten per Twitter

27. November 2012, 11:25
  • Der Kopierschutz des "Oxford Dictionary of English" bringt die Entwickler gehörig in die Bredouille.
    foto: jenn frank

    Der Kopierschutz des "Oxford Dictionary of English" bringt die Entwickler gehörig in die Bredouille.

"Oxford Dictionary of English" für iOS verschickt im Namen des Telefonbesitzers Kurznachrichten

Die Macher der iOS-App des renommierten "Oxford Dictionary of English", das Softwarestudio Enfour, haben sich ganz besondere Maßnahmen einfallen lassen, um Raubkopierer davon abzuhalten, ihr für 27 Euro erhältliches Programm kostenlos weiterzuverbreiten.

Kopierschutz zielt daneben

Schlägt der Kopierschutz an, nutzt die App ihre Zugriffsrechte auf den Twitteraccount des Telefonbesitzers und verschickt in dessen Namen eine reumütige Nachricht mit dem Inhalt: "Wie wäre es, wenn wir alle aufhören, raubkopierte iOS-Apps zu verwenden? Ich verspreche aufzuhören, wirklich." und versieht dieses zusätzlich mit dem Hashtag #softwarepirateconfession. Zusätzlich wird der Sperrbildschirm per Pushnachricht mit dem Text "Ich bin ein Softwaredieb!" verziert, wie heise berichtet.

Das Problem daran: Der Prüfmechanismus arbeitet offenbar nicht genau, denn schon seit längerem werden auch tatsächliche Käufer des Programms unfreiwillig als Raubkopierer geoutet.

Flucht nach vorn

Mitte November hatte Enfour daher bereits die Flucht nach vorne angetreten, und einen offenen Brief (PDF) verfasst, in dem man sich dafür entschuldigten. In dem Schreiben hieß es, dass dieses Fehlverhalten auf einen Bug zurückzuführen sei. Die Tweets seien jedenfalls erst verschickt worden, nachdem der User die Botschaft per "Senden"-Button bestätigt hätte. Das Problem war zu diesem Zeitpunkt angeblich bereits behoben.

Update-Rückstand

Jedoch kursieren immer noch neue Piraterie-Outingnachrichten auf Twitter. Betroffene beschweren sich über den Kurznachrichtendienst und auf Blogs. So meldet sich etwa Jenn Frank per 24. November zu Wort. Das Problem könnte unter anderem deswegen noch auftreten, weil das Update 340 MB groß war und iOS nach manuellen Bestätigungen für Aktualisierungen verlangt. Folglich könnten einige User immer noch die alte Version des Wörterbuchs auf ihrem Gerät installiert haben, - und solange dürften auch weiter noch Geständnisse auf Twitter herumgeistern. (red, derStandard.at, 27.11.2012)

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Der Prüfmechanismus arbeitet offenbar nicht genau, denn schon seit längerem werden auch tatsächliche Käufer des Programms unfreiwillig als Raubkopierer geoutet.

Wenn schon, dann Raubmordkopierer!

Der Prüfmechanismus arbeitet offenbar nicht genau, denn schon seit längerem werden auch tatsächliche Käufer des Programms unfreiwillig als Raubkopierer geoutet.

Hui, organisierte, tausendfache Verleumdung? Das kann ganz schön teuer werden.

Schade nur, dass es weder einen der "großen" trifft, und die Methode immer noch besser ist als Schüler in den Ruin zu klagen. Aber trotzdem, auf sie mit Gebrüll!

Pranger 2.0 heißt das heutzutags...

Zugriffsrechte

"Schlägt der Kopierschutz an, nutzt die App ihre Zugriffsrechte auf den Twitteraccount des Telefonbesitzers und verschickt in dessen Namen eine reumütige Nachricht"

Zwei Varianten:

* Das Programm umgeht die Sicherheitseinstellungen und greift unberechtigt auf den Twitter-Account zu.

* Die Benutzer sind wirklich so Twitter-süchtig, dass sie jedem Programm den Zugriff auf den Twitter-Account gestatten.

Soweit ich das weiss, war eines der Probleme, dass man die Zugriffsrechte leider nicht selektiv auswählen konnte bzw. die App ohne Twitter nicht lief.
Dh. entweder gibt man der App die Rechte bei der Installation, oder man installiert sie gleich gar nicht.
Wozu braucht eine Wörterbuch-App Twitter-Rechte? Das weiss ich auch nicht.

In der Beschreibung der App steht nichts über Twitter und schon gar nicht, dass ein Twitter-Account vorausgesetzt wird.

Unter iOS kann man jederzeit die Zugriffsrechte von Apps auf Adressbuch, Kalender, Twitter-Account, usw. einschränken bzw. freigeben. Das hat mit der Installation nichts zu tun.

das gebührt ihnen auch , für ein online dictionary noch dazu nur für englisch 27 dollar zu verlangen ist schon happig

Wieso online dictionary?

Das Wörterbuch ist natürlich offline benutzbar. Nur die Sprachausgabe setzt eine Internetverbindung voraus.

Die würde ich auf jeden Fall klagen

und ein Schmerzensgeld in Millionenhöhe fordern.

Es ist absolut ungesetzlich jemanden als vermeintlichen Straftäter öffentlich zu outen. Das darf die Firma nicht einmal, wenn man dafür verurteilt wäre.

Die Großgeschäftemacher dürfen ja jedes Gesetz übertreten, nur für die kleinen Konsumenten gilt nicht einmal mehr die Unschuldsvermutung.

Dieses Unternehmen agiert sowas von unverfroren, dass es förmlich um den angebrachten Dämpfer bettelt.

Schade daß ich keine Geräte mit iOS hab - wär sicher interessant zu sehen, was das Zeug wohl macht, wenn es rausfindet, daß der User gar keinen Twitter-Account hat (ja, sowas gibt's tatsächlich!). ;-)

Es poppt wahrscheinlich eine Meldung auf: "dieses Programm können sie nur in Verbindung mit Twitter nutzen"

:P

Frechheit!

Da zahle ich 27 Euro für eine App und meine Daten werden immer noch ausspioniert. Nein, sogar Schreibzugriff auf meinen Twitter Account hat die App!

Unglaublich, dass so etwas überhaupt noch gekauft wird, bzw. dass sowas überhaupt angeboten werden darf.

Aber mittlerweile sind unsere Daten vor keinen Apps mehr geheim.

Der Benutzer muss unter iOS 6 jeder App explizit das Recht einräumen, den hinterlegten Twitter-Account benutzen zu dürfen.

Der zahlende User als unter Generalverdacht stehender Arsch vom Dienst - wo ist der Neuigkeitswert der Meldung?

eine frechheit

denke man sich, man hat das app ehrlich erworben!für alle die die app klauen, selber schuld, auch hersteller einer app müssen für ihre arbeit bezahlt werden!!das system bezahlung gegen leistung, gibt es schon seit 100ten von jahren ;) kein mensch will heutzutage arbeiten ohne dafür bezahlt zu werden!

"kein mensch will heutzutage arbeiten ohne dafür bezahlt zu werden!"

Es gibt also keione Leute die kostenlose Apps schreiben?

für s kommentare schreiben sind sie eindeutig überbezahlt worden. frechheit.

"kein mensch will heutzutage arbeiten ohne dafür bezahlt zu werden!"

Sagen Sie das doch mal den ganzen Freiwilliger Feuerwehren, Rotkreuz-Helfern und Nachbarschaftsinitiativen, die scheinen das noch nicht zu wissen.

Aber auch selbst erlittenes Unrecht rechtfertigt keine eigenen kriminellen Handlungen.

naja

ein schlechter vergleich mit rotkreuz usw. die bekommen sehrwohl unterstützung vom staat oder woanders her!die freiwilligen bekommen dann halt diverse vergünstigungen usw.!stimmt schon die art und weise wie die hersteller dieser app vorgehen, ist sicher nicht legal, wenn auch weit entfernt davon, finde aber trotzdem, dass das nicht ok ist wenn man apps klaut!mfg

"RAUBMORDkopierte" IOS Apps bitte! Schickt's ein Update raus!

ODE ade.

27 euro

für eine wörterbuch-app. naja.

Das hängt wohl vom Umfang des Wörterbuchs und dem Einsatzzweck ab.

geh bitte mach dich nicht lächerlich , gerade bei englisch , die auflagen stärkste version. null kosten für vervielfältigung und vertrieb , gerade mal die 1-2 euro für den store .

einmal die arbeit machen -> in x versionen und ausführungen verkaufen .. die 27 euro sind in keinster weise gerechtfertigt !

Ich habe jetzt eher an Spezialwörterbücher gedacht mit Fachbegriffen für Medizin, Physik usw.

Abgesehen davon ändert sich ja auch der Gebrauch der Wörter über die Zeit, d.h., es ergibt sich schon ein gewisser Wartungsaufwand.

Beispielsweise sollten Wörter, die in den 70er-Jahren verwendet wurden, aber jetzt eben nicht mehr in Gebrauch sind, im Wörterbuch als solche gekennzeichnet werden. Es ist eben nicht mit "einmal die Arbeit machen" getan.

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