Wörterbuch-App entblößt angebliche Softwarepiraten per Twitter

  • Der Kopierschutz des "Oxford Dictionary of English" bringt die Entwickler gehörig in die Bredouille.
    foto: jenn frank

    Der Kopierschutz des "Oxford Dictionary of English" bringt die Entwickler gehörig in die Bredouille.

"Oxford Dictionary of English" für iOS verschickt im Namen des Telefonbesitzers Kurznachrichten

Die Macher der iOS-App des renommierten "Oxford Dictionary of English", das Softwarestudio Enfour, haben sich ganz besondere Maßnahmen einfallen lassen, um Raubkopierer davon abzuhalten, ihr für 27 Euro erhältliches Programm kostenlos weiterzuverbreiten.

Kopierschutz zielt daneben

Schlägt der Kopierschutz an, nutzt die App ihre Zugriffsrechte auf den Twitteraccount des Telefonbesitzers und verschickt in dessen Namen eine reumütige Nachricht mit dem Inhalt: "Wie wäre es, wenn wir alle aufhören, raubkopierte iOS-Apps zu verwenden? Ich verspreche aufzuhören, wirklich." und versieht dieses zusätzlich mit dem Hashtag #softwarepirateconfession. Zusätzlich wird der Sperrbildschirm per Pushnachricht mit dem Text "Ich bin ein Softwaredieb!" verziert, wie heise berichtet.

Das Problem daran: Der Prüfmechanismus arbeitet offenbar nicht genau, denn schon seit längerem werden auch tatsächliche Käufer des Programms unfreiwillig als Raubkopierer geoutet.

Flucht nach vorn

Mitte November hatte Enfour daher bereits die Flucht nach vorne angetreten, und einen offenen Brief (PDF) verfasst, in dem man sich dafür entschuldigten. In dem Schreiben hieß es, dass dieses Fehlverhalten auf einen Bug zurückzuführen sei. Die Tweets seien jedenfalls erst verschickt worden, nachdem der User die Botschaft per "Senden"-Button bestätigt hätte. Das Problem war zu diesem Zeitpunkt angeblich bereits behoben.

Update-Rückstand

Jedoch kursieren immer noch neue Piraterie-Outingnachrichten auf Twitter. Betroffene beschweren sich über den Kurznachrichtendienst und auf Blogs. So meldet sich etwa Jenn Frank per 24. November zu Wort. Das Problem könnte unter anderem deswegen noch auftreten, weil das Update 340 MB groß war und iOS nach manuellen Bestätigungen für Aktualisierungen verlangt. Folglich könnten einige User immer noch die alte Version des Wörterbuchs auf ihrem Gerät installiert haben, - und solange dürften auch weiter noch Geständnisse auf Twitter herumgeistern. (red, derStandard.at, 27.11.2012)

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