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Was Google-Nutzer fragen: "Wird mein Toaster abstürzen?"
Diese Woche berät der deutsche Bundestag das Leistungsschutzrecht, auch in Österreich gibt es Pläne für eine Suchmaschinen-Abgabe, nun lanciert der Suchmaschinenriese Google eine Kampagne dagegen. "Verteidige dein Netz", heißt es auf einer eigens eingerichteten Website und in einem Youtube-Video. Verlage wollen "Suchergebnisse für Presseartikel verbieten oder von einer Zahlung abhängig machen", heißt es. Damit würde "deutlich schwerer, im Internet Informationen zu finden". Die politische Kampagne ist ein Aufruf an die Nutzer: "Misch dich ein!", fordert Google. Zum Beispiel mittels E-Mails und Anrufen bei Abgeordneten. Befürworter des Leistungsschutzrechts verweisen die Milliarden-Erlöse durch Online-Werbung. Die Verleger müssten daran fair beteiligt werden.
Österreichs Zeitungsverband warf Google "Wildwest"-Methoden vor, was der Österreich-Sprecher zurückweist: "Wir nehmen Urheberrechte sehr ernst und investieren hier sehr viel Zeit und Geld."
"Ein Leistungsschutzrecht bedeutet weniger Informationen für Bürger und höhere Kosten für Unternehmen", begründet Stefan Tweraser, Deutschland-Manager von Google, die Kampagne. Das Leistungsschutzrecht soll Presseverlagen "das ausschließliche Recht" geben, "Presseerzeugnisse zu gewerblichen Zwecken im Internet öffentlich zugänglich zu machen". Damit müssten Anbieter wie Google die Darstellung von kleinen Textauszügen ("Snippets") auf ihren Webseiten bei den Verlagen lizenzieren oder darauf verzichten. "Das Suchen und Finden, eine Grundfunktion des Internets, würde durch ein Leistungsschutzrecht gestört", sagt Tweraser. "Wir bitten die Internetnutzer, sich dafür einzusetzen, dass sie auch in Zukunft das finden, was sie suchen. Wir hoffen, dass der Deutsche Bundestag den Gesetzentwurf ablehnen wird."
Im Spot werden an die Suchmaschine Fragen gestellt wie "Millennium Bug: Wird mein Toaster abstürzen?", "Wo gibt's das Euro Starterpaket?" oder "wo wond eisber knud (sic!)". Außerdem wird demonstriert, dass Autovervollständigung am Beispiel "Eyjafjallajökull" nützlich sein kann und Google News "bewegende" Nachrichten von "Abwrackprämie" bis "US Wahl" auswirft.
Nicht nur Befürworter des Leistungsschutzrechts wie Christoph Keese vom Verlag Axel Springer kritisieren die Kampagne, bei der Google seine Marktmacht "als Waffe" einsetze.
In Medien sind mehr kritische Berichte über #LSR erschienen als positive. Das ist Freiheit #Google hingegen setzt Marktmacht als Waffe ein.
— Christoph Keese (@ChristophKeese) November 27, 2012
"Panikmache von Google"
"Überrascht, dass ein Wirtschaftsunternehmen so auftritt", zeigt sich der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV). "Es ist doch selbstverständlich, dass jemand, der einen Inhalt gewerblich nutzt, auch dafür bezahlt", sagt BDZV-Sprecherin Anja Pasquay. "Die Panikmache von Google entbehrt jeglicher Grundlage. Die Behauptung des Suchmaschinen-Konzerns, das Suchen und Finden von Informationen im Netz werde erschwert, ist unseriös. Die private Nutzung, das Lesen, Verlinken und Zitieren, bleiben möglich wie bisher."
Kritik an Lobbyschlacht - und Verlagen
Markus Beckedahl vom Verein Digitale Gesellschaft verurteilt die "Lobbyschlacht". "Sowohl Google als auch die Presseverlage missbrauchen im Streit um ein Leistungsschutzrecht ihre Macht- und Marktpositionen um ihre jeweiligen Wirtschaftsinteressen zu artikulieren. Beim Leistungsschutzrecht geht es für diese beiden Seiten nur ums Geld", heißt es in einer Mitteilung. Der Verein Digitale Gesellschaft lehnt das Leistungsschutzrecht aus Sicht der Nutzer ab, da es digitale Meinungsfreiheit einschränke und das Urheberrecht verkompliziere. "Ein Leistungsschutzrecht für Presseverleger wird keines der strukturellen Probleme des Journalismus im Netz lösen können", sagt Beckedahl. (sb/APA/fid, derStandard.at, 27.11.2012)
Zum Thema
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digitalegesellschaft.de: Lobbyschlacht ums Leistungsschutzrecht: Markt- und Machtpositionen nicht Missbrauchen!
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VÖZ drängt auf gesetzliche Regelung in Österreich - Kritikern wirft der Verlegerverband "Panikmache" vor - Grünen-Bundesrat fordert Debatte
In Österreich wird an einem ähnlichen Gesetz gearbeitet - Kritik kommt aus der Netzgemeinde - Medienwissenschafter Wittenbrink erinnert die Regulierung an den "Wegezoll" aus dem Mittelalter
Die Entwicklung des Internets hat zu einer Aushöhlung des Urheberrechtes geführt
Was sich die Verlage wünschen, ist de facto eine neue Art der Presseförderung
schwarz und weiss bringt hier nichts. google macht viele fragwürdige dinge, aber hier profitieren alle beteiligten: die leser erhalten zugang zu ihren informationen und haben dabei auch noch die wahl zwischen mehreren zeitungen. die zeitungen erhalten leser und damit werbeeinnahmen und eventuell auch abonnenten. google erhält inhalte. es profitieren alle. wenn google jetzt dafür zahlen müsste, dann würden einfach die zeitungen noch mehr davon profitieren. google hat dann zwei möglichkeiten: bezahlen oder diese eine zeitung aus den news rausnehmen. ich glaube dass google das zweite machen wird, zum einen wegen der vorbildwirkung die eine zahlung an eine zeitung hätte, und zum anderen weils google viel weniger schadet als der zeitung.
...gemeinsam mit den anderen Suchmaschinen die Gegenforderung aufstellen, dass sie gefälligst per Gesetz für die Leser entschädigt zu werden haben, die sie an Zeitungsseiten weitervermitteln.
Es kann ja echt nicht sein, dass die Zeitungen davon kommerziell profitieren, ohne dafür zu bezahlen, wenn man der Argumentation des BDZV folgt.
google will ja nicht wahllos seiten bestrafen, indem für einen link in den nachrichtenseiten geld verlangt wird. das würde auch viele seiten treffen, die von diesen links abhängig sind.
hier versuchen einfach einige zeitungsverlage, zusätzlich geld mit einer sache zu machen, von der sie schon jetzt extrem profitieren.
wenn google die nachrichten übernehmen würde ohne einen link zu setzen, dann wärs wirklich ein problem. das macht google aber nicht, da das niemandem was bringt.
Erstaunlich, wie weit man mit politischen Kontakten und purer Dreistigkeit kommt.
"Es ist doch selbstverständlich, dass jemand, der einen Inhalt gewerblich nutzt, auch dafür bezahlt", sagt BDZV-Sprecherin Anja Pasquay.
Müssten da nicht eigentlich die Zeitungen an Google zahlen? Schliesslich bringt Google News Leser auf ihre Seiten, die sonst nie auf ihre Schmierblatt-Seiten gegangen wären.
Ach ja, wenn eine Zeitung dagegen ist, entsprechend aufzuscheinen, gibts seit immerhin schon 18 Jahren die "robots.txt", jede Zeitung kann also problemlos ablehnen, von Google gelistet zu werden.
Aber eigentlich wollen sie weiterhin von der Verlinkung profitieren - und zusätzlich noch extra Geld dafür haben. Heuchlerisches Pack.
Kurz zusammengefasst: Die Verlage wollen dafür Geld, dass google für Sie kostenlos Hits generiert, die Ihnen so schon ohne Mehrkosten eine Menge Geld einbringt?
Warum nutzen diese Verlage, die sich durch google bedrängt, gestört oder was auch immer nicht einfach die robots.txt oder .htaccess Datei und sperren google aus?
Jetzt sollen die Suchmaschinenbetreiber und Newsaggregatoren dafür aufkommen, dass die Verlage das Internet um Jahre verpennt haben ... und die Politik ist mal wieder der ahnungslose Erfüllungsgehilfe?
Lächerlich.
Die Verlage und Zeitungen benutzen robots.txt ja, zB
http://derstandard.at/robots.txt
http://diepresse.com/robots.txt
http://www.krone.at/robots.txt
Nur Google aussperren, das wollens nicht. I wonder why... ;)
allerdings sperren diese einträge nicht die aufnahme in die nachrichtenseiten von google sondern nur einträge, die bei einer suchmaschine uninteressant sind ;)
auf meinen seiten sperre ich auch einige inhalte, da diese für google uninteressant sind. ein kontaktformular oder eine fehlerseite (seite nicht gefunden, kein zugriff, etc) auf google gelistet zu haben bringt weder mir noch google noch meinen besuchern was.
http://support.google.com/news/publ... swer=93977
" If you block access to Googlebot-News, we will not index your site in Google News.
If you block access to Googlebot, we will not index your site in Google News or Web Search."
Exakt. Wenn jemand auf eine Zeitungsseite klickt, dann hat diese Zeitung damit die Chance, Geld mit Werbung zu verdienen, vielleicht sogar ein Papier-Abo zu verkaufen. Diese Chance hat sie nicht, wenn sie per robots.txt http://www.bjoernsworld.de/suchmasch... s-txt.html den Zugriff sperrt. Dafür aber, dass sie Google NICHT aussperrt, sich also die Chance zum Geldverdienen gibt, dafür will sie noch mal Geld von Google haben. HERRLICH PERVERS!
Die Vermutung, dass diese Herrschaften alle NULL AHNUNG vom web haben, liegt nahe.
Dreiste Lügenpropaganda.
Google kann ganz alleine festsetzen, wen es aussperren will und kann von niemandem dazu gezwungen werden. Google will bloss nix zahlen.
Google nutzt hier bloss das Momentum der öffentlichen Meinung, um sich einen finanziellen Vorteil zu schaffen und baut ein Haus auf den Knochen der Contenthersteller.
Schliesslich geht es hier nicht um einen Eintrag ins Telefonbuch sondern a la longue um das Anzeigen von Inhalten (Google Books, Youtube).
Warum sollte Google was zahlen?
Sie listen ja nur, was die Zeitungen per robots.txt dafür freigegeben haben - und das sogar ohne denen was dafür zu verrechnen.
Ach ja, auch der BDZV müsste das eigentlich wissen, schliesslich verwenden sie selbst eine robots-Datei:
http://www.bdzv.de/robots.txt
Schon mal von der Robots.txt gehört? damit kann jeder, also auch Zeitungen, den Inhalt für Suchmaschinen in wenigen Sekunden sperren.
Aber darum geht es den Zeitungen nicht. Ganz im Gegenteil, die wollen gelistet werden - aber halt nur gegen Bezahlung. Und das wird es nicht spielen. Google verschafft den Zeitungen sehr viel mehr Leser, als Zeitungen Google. Damit profitieren beide Seiten davon! Zeitungen bekommen Besucher und damit mehr Werbeeinnahmen. So einfach ist das.
Nur sind die Zeitungen in DE jetzt neidisch geworden, nachdem Google mehr Werbeeinnahmen in DE lukriert, als alle deutschen online Zeitungen gemeinsam.
Da dachten sich einige Zeitungsmacher wohl "Neee, nicht mit uns!"
Nur schaden sich die Zeitungen selber damit...
Diese Idee wurde hier schon ein paar Mal publiziert. Das ist ein sehr populistischer Ansatz, aber IMHO falsch.
Ich will NICHT haben, dass eine allgemeine Suchmaschine irgendwelche Webseiten sperrt. Das wäre Zensur und genau die will ich dort nicht haben.
Es geht hier aber in erster Linie um die kurzen Textblöcke, die bei einem Suchergebnis angezeigt werden. Wer sich an die Frühzeit des Internet erinnern kann, der weiß, dass früher alle Suchmaschinen NUR Links und KEINEN Inhalt angezeigt haben.
Wenn die Zeitungen das so wollen, dann gibt es eben nur Links auf sie, ohne Text. Ob das die Zeitungen erfolgreicher macht, sei dahingestellt.
es steht den zeitungen frei, das so zu machen - einfach den user agent auslesen und bei googlebot keinen inhalt zur überschrift ausliefern. allerdings wird das bei der positionierung der ergebnisse gravierende auswirkungen haben, da google schlechte inhalte abstraft. ausserdem klicke ich als benutzer eher einen link an der eine aussagekräftige beschreibung dabei hat als einen link der nur aus 2 wörtern besteht.
google versucht, dem benutzer bestmögliche ergebnisse zu liefern. das ist nicht nur im sinne von google, sondern auch im sinne des benutzers und auch im sinne der anbieter der inhalte. wer gute inhalte bietet wird belohnt, wer schlechte bietet wird bestraft.
[Quote] [...] Es geht hier aber in erster Linie um die kurzen Textblöcke, die bei einem Suchergebnis angezeigt werden. Wer sich an die Frühzeit des Internet erinnern kann, der weiß, dass früher alle Suchmaschinen NUR Links und KEINEN Inhalt angezeigt haben.
Wenn die Zeitungen das so wollen, dann gibt es eben nur Links auf sie, ohne Text. Ob das die Zeitungen erfolgreicher macht, sei dahingestellt.[/Quote]
Dazu gibts aber ein Urteil des Bundesgerichtshofs, der eben genau das erlaubt!
http://dejure.org/dienste/v... 20156,%201
und ähnlich
http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/r... s=1&anz=94
Jetzt wollens eben das Gesetz umbiegen
Versteh ich nicht, worauf Du da hinauswillst.
"§ 1 UWG, "Deeplinks" im Internet sind wettbewerbsrechtlich zulässig"
Gegen die Links hat ja niemand etwas. Nur zeigt Google ZUSÄTZLICH auch Textinhalte an und genau dafür wollen die Zeitungen jetzt Geld haben.
Mein Argument war, dass Google diese zusätzlichen Textzeilen bei Suchergebnissen auf Zeitungen einfach nicht mehr anzeigen soll (so wie das vor etlichen Jahren war).
Was ich hingegen nicht haben möchte ist, dass Google irgendwelche Webseiten aus dem Index entfernt.
Haben sie das Urteil gelesen?
Im Urteil steht z.B. im dritten Absatz unter:
"Entscheidungsgründe:
I.
[...]
Wenn "Paperboy" für seine Nutzer auf Suchanfrage hin tagesaktuelle Veröffentlichungen aufliste, würden keine urheberrechtlichen Nutzungsrechte verletzt. Die Rechte an der Vervielfältigung und Verbreitung betroffener Werke würden dadurch schon deshalb nicht berührt, weil nicht dargetan sei, daß bei der Angabe einzelner Sätze, Satzteile oder Stichworte auch nur in Einzelfällen urheberrechtlich schutzfähige Werkteile übernommen worden seien."
Das wird dann noch detailliert. Es ist AUSDRÜCKLICH keine Urheberrechtsverletzung Schlagzeilen oder Textteile zu posten und zu verlinken. Auch die Deep-Links kommen dann noch.
Lesen...
Na dann sind wir ja eh einer Meinung. ;-)
Ich habs halt etwas ungeschickt als "Umbiegen" bezeichnet.
Was mich ankotzt, ist die unvollständige und alles andere als unvoreingenommene Berichterstattung der Zeitungen zu dem Thema. Damit schaffen sie den Qualitätsjournamlismus, vor dessen Abschaffung sie ja so dramatisch warnen, selbst ab!
Ausser, die Zeitungen wären total bescheuert, wollen diese Leutchen Google eh nicht wirklich aussperren. Was sie wollen ist - ZUSÄTZTLICHES Geld verdienen! Und die Regierungen stützen diesen Schwachsinn, denn vielleicht könnte damit die Presseförderung entfallen?
"Es ist doch selbstverständlich, dass jemand, der einen Inhalt gewerblich nutzt, auch dafür bezahlt", sagt BDZV-Sprecherin Anja Pasquay.
also der herold hat bei mir noch nie angerufen, um mir lizenzen für die verwendung meiner daten anzubieten.
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