Europas Leitbörsen schließen leicht im Plus

27. November 2012, 18:25
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Wenig Erholung trotz positiver Nachrichtenlage

Frankfurt am Main - Die europäischen Leitbörsen sind am Dienstag leicht im Plus aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50 legte um minimale 0,93 Einheiten oder 0,04 Prozent auf 2.543,45 Zähler zu. Dabei starteten die Indizes einheitlich klar befestigt nach der gestrigen Einigung der Euro-Finanzminister und institutionellen Geldgeber auf eine neue Hilfstranche für Griechenland.

Im Zuge dieser Einigung fielen heute die Zinsen für griechische zehnjährige Staatsanleihen auf einen Jahrestiefststand. Dennoch kamen Europas Aktienmärkte im Verlauf von ihren Höchstständen zurück, wobei laut Marktteilnehmern auch die schwach gestarteten US-Börsen belasteten.

Von Konjunkturseite lagen heute zahlreiche positive Nachrichten vor: So stieg im November das US-Verbrauchervertrauen auf den höchsten Stand seit Februar 2008. Ebenso stieg der Case-Shiller-Hauspreisindex in den USA im September den achten Monat in Folge, auch die US-Industrie vermeldete einen stabilen Auftragseingang. Zudem wurde von Portugals liberal-konservativer Regierung ein Sparpaket mit drastischen Einschnitten bei Pensionen und im Gesundheitssektor verabschiedet. All diese Nachrichten konnten jedoch den Risikoappetit der Anleger nicht maßgeblich anfachen.

Ein Branchenvergleich im Stoxx 600 wies die Chemiewerte (plus 0,58) und die den gesamten Handelstag europaweit feste Bankbranche (plus 0,71 Prozent) als stärkste Tagesgewinner aus, hingegen verlor die Telekombranche (minus 1,50 Prozent) europaweit an Boden. Zuvor hatte die Ratingagentur Moody's Europas Telekomkonzernen für 2013 deutliche Gewinnrückgänge in Aussicht gestellt. Dies liege am intensiven Preiswettbewerb und rückläufigen Umsätzen, hieß es.

Stärkster Einzelwert im Euro-Stoxx-50 waren die Titel des Halbleiterkonzerns ASML mit plus 3,04 Prozent auf 47,27 Euro, auch die Bankaktien Societe Generale (plus 2,21 Prozent) und Deutsche Bank (plus 2,32 Prozent) verteuerten sich klar. Anshu Jain, Co-Vorstandschef der Deutschen Bank, löste in Deutschland indessen Empörung aus: Zur Anhörung im Finanzausschuss des Bundestages bezüglich der weltweiten Zinsmanipulationen schickte die Bank Vorstandsmitglied Stephan Leithner, obwohl Jain selbst geladen war. Leithner sei für Rechtsfragen zuständig und daher die beste Besetzung, teilte die Bank mit.

Am unteren Ende im Euro-Stoxx-50 lagen hingegen Werte aus dem Mobilfunksektor: Am schwächsten lagen die Titel des Handyherstellers Nokia, die 3,39 Prozent auf 2,57 Euro verloren. Gefolgt wurden sie von France Telecom, die zwei Prozent auf 8,01 Euro fielen.

Die Schweizer Großbank Credit Suisse will im Rahmen ihres Kostensenkungsprogramms in Großbritannien rund 100 Investmentbanking-Stellen abbauen. Die Kürzungen sollen in den kommenden 90 Tagen erfolgen und vor allem das Aktien-, Zins- und Beratungsgeschäft treffen, berichtet die "Financial Times" unter Berufung auf Insider. Credit Suisse stiegen in Zürich 1,36 Prozent auf 21,54 Franken. (APA, 27.11.2012)

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