Die Zukunft gehört den Spezialistinnen und Spezialisten

Leserkommentar |

Antwortschreiben der WKÖ auf den offenen Brief eines IT-Jobsuchenden

Sehr geehrter Herr Lindinger,

vielen Dank für Ihren Brief, der mit die Möglichkeit gibt, Missverständnisse aufzuklären und Ihnen auch zu danken, dass Sie eine schnelle Aktion gesetzt haben.

Voraussetzen möchte ich, dass meine Aussage weder zynisch noch verhöhnend gemeint war. Dazu bestünde wahrlich keine Veranlassung.

Zur Situation auszugsweise unsere Presseaussendung vom November

Rund 10.000 Jugendliche und junge Erwachsene schließen ihre IT-Ausbildung jährlich in der Lehre, an den Schulen, an Fachhochschulen oder an Universitäten ab. Der größte Anteil fällt dabei mit rund 40 Prozent auf die berufsbildenden höheren Schulen, gefolgt von den Fachhochschulen mit 20 Prozent wie die neue Studie "IT-Qualifikationen 2025" des Instituts der Bildungsforschung (IBW) aufzeigt. "Aufgrund der positiven Entwicklung am IT Arbeitsmarkt können diese jungen Technikerinnen und Techniker bis 2025 mit guten Jobaussichten rechnen, was einer Job-Garantie gleichkommt", wie Alfred Harl, Obmann des WKÖ-Fachverbandes Unternehmensberatung und Informationstechnologie (UBIT), betont. "Entscheidend ist aber, dass wir den Frauenanteil der Absolventinnen von derzeit 26 Prozent weiter ausbauen und die Absolventinnen und Absolventen einer IT-Ausbildung noch stärker dazu motivieren, auch tatsächlich als IT-Fachkraft in den österreichischen Unternehmen zu arbeiten."

Informationstechnologie ist Schlüsselkompetenz der Zukunft

867 österreichische Unternehmen wurden für die Studie "IT-Qualifikation 2025" im Hinblick auf ihre Anforderungen und Erwartungen zum IT-Bereich befragt. "Viele Unternehmen wollen jetzt aufgeschobene Projekte realisieren, mittels IT interne Prozesse beschleunigen und die Sicherheit optimieren", erklärt Martin Zandonella, UBIT-Berufsgruppensprecher für die österreichischen IT-Dienstleisterinnen und -Dienstleister, den wachsenden Bedarf der IT-Branche. IT-Fachkräfte kommen in Unternehmen insbesondere in Analyse und Organisation, Softwaretechnik und Programmierung, Systemadministration und Netzwerktechnik, im Management von Datenbanken, sowie in Support und Schulung zum Einsatz. "Die Zukunft gehört dabei den Spezialistinnen und Spezialisten, die technische und wirtschaftliche Prozesse verknüpfen können, teamfähig sind und kundenorientiert arbeiten", so Zandonella über die Marktanforderungen.

IT-Bedürfnisse in Wiener Unternehmen

Die Studie unter der Leitung von Helmut Dornmayr (IBW) in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und der Wirtschaftskammer Wien (WKW) unterstreicht das Bedürfnis nach Fachkompetenz im IT-Bereich auch bei den Wiener Betrieben: 43 Prozent der befragten Unternehmen übergeben ihre IT-Agenden an interne oder externe Expertinnen und Experten. "Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen geht davon aus, dass der Bedarf an IT-Fachkräften in den nächsten Jahren noch weiter steigen oder zumindest gleich bleiben wird", erklärt der Wiener UBIT-Fachgruppenobmann Robert Bodenstein. "Zukünftig werden in Wien vor allem Fachhochschulabsolventinnen und -absolventen, Uni-Abgänger einer IT-Studienrichtung und HTL- und HAK-Absolventinnen und Absolventen mit Spezialisierung gefragt sein."

IT-Branche: junge Erwerbstätige und hohes Anforderungsprofil

Gemeinsam mit der Analyse des Stellenmarktes und der Arbeitsmarktdaten wurden die gewonnenen Erkenntnisse den Angeboten der Bildungsinstitutionen gegenübergestellt. Die besten beruflichen Aussichten haben demnach junge IT-Expertinnen und Experten, die eine Höherqualifizierung an facheinschlägigen HTLs und HAKs erworben haben (Anteil 42,6 Prozent) und Absolventinnen und Absolventen von entsprechenden Diplomstudien bzw. Master-Programmen an Universitäten und Fachhochschulen sind (Anteil 14,9 Prozent).

"Aus Unternehmersicht ist der Arbeitsmarkt gut aufgestellt, da die derzeitigen Erwerbstätigen relativ jung sind. Der Erfolgsfaktor der Zukunft wird aber die kontinuierliche Weiterbildung der Absolventinnen und Absolventen im IT-Bereich sein, damit sie österreichische Betriebe langfristig als qualifizierte Expertinnen und Experten unterstützen können", unterstreicht UBIT-Obmann Harl das notwendige Qualifikationsprofil der Absolventinnen und Absolventen für eine nachhaltige Entwicklung der IT-Fachkräfte am Wirtschaftsstandort Österreich.

Ich möchte Sie bitten, meine Antwort allen ursprünglichen Adressaten zu übermitteln, auch den undisclosed - recipients. Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen

Alfred Harl (Leserkommentar, 27.11.2012, derStandard.at)

Alfred Harl ist Obmann des Fachverbandes für Unternehmensberatung und IT.

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7 Postings
Inkompetente Stellungnahme

Die Inkompetenz von WKÖ ist nicht zu überbieten. Die Stellungnahme geht gar nicht auf konkreten Fall ein und ist nur eine Haufen von Daten, die man selbst herunterladen können. Was ich vermisse, wäre anhand der konkreten Anfrage eines junges Bachelors, dessen Skills anscheinend von soviel wiener Unternehmens handenringend gesucht wird, eine Brückenfunktion des WKÖ anzubieten und bei der Suche beihilflich zu sein.
Es verstärkt mir den Eindruck, der WKÖ versucht eine IT Schwemme zu erzeugen, um den Preis zu drücken, was derzeit die IT Stundenlohn-Equivalenz zu MC-Job tendiert.

Spezialisten?

Ich arbeite schon gut 10 Jahre in der IT, aber dass man in Ö nach Spezialisten sucht wäre mir noch nicht aufgefallen. Die echten Informatik skills braucht man hierzulande auf der Uni und in ein paar ausgewählten Betrieben. Der Rest sucht Leute die ein paar Programmchen bedienen können.

Wer hat das geschrieben?

... oder redet Herr Harl von sich immer in der dritten Person? Jedenfalls versucht der Schreiber den Arbeitsmarkt für Arbeitnehmer schönzureden, damit er wieder dienstgeberfreundlicher wird. Mit den derzeitigen Maßnahmen zu Aus- und Weiterbildung in den Betrieben werden sie aber abgehobene IT-Berater ernten, denen das Kerngeschäft (weil unbekannt) vollkommen wurscht sein wird.
Und genau so werden die Lösungen dann auch ausschauen.

Ist man mit 33 bereits zu alt für die IT Branche?

Oder woran liegt es, dass Hr. Lindinger nur sehr begrenzte Rückmeldungen bekam?
Oder weil er noch nicht fertig studiert hat?
Darauf geht die Antwort von Hr. Hartl überhaupt nicht ein. Generell hat er nur die bereits bekannte Pressemitteilung wiederholt, was IMHO eine sehr schwache Leistung darstellt.

Ganz einfach:

1. Ist er Sportlehrer und hat BWL studiert(keine Qualifikation bis heute).

2. Hat er genau 1 Woche gewartet, nachdem er die Bewerbungen losgeschickt hat (das ist gelinde gesagt ein schlechter Witz, wenn er sich da schon Zusagen erwartet).

3. Hat er keinen entsprechenden HTL/FH oder Uni Abschluss (also defakto unqualifiziert).

4. Studiert er noch(er hat seine IT-Ausbildung ja erst begonnen), und wollte nur nebenbei Arbeiten.

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Ich bin Chemiker...und davon gibts auch zu wenige und es besteht wirklich guter Bedarf.

Aber wenn jemand mit ü30 im 1-2.Semester Chemie studiert ohne davor irgendetwas in die Richtung gemacht zu haben und dann glaubt nach 1 Woche eine Job zu finden...no comment.

soweit ich das verstanden habe

hat herr lindinger noch nicht einmal oder gerade eben zu studieren begonnen. und bisheriger beruf sportlehrer genügt wohl nicht als qualifikation.

Der Erfolgsfaktor der Zukunft...

will Hr Harl uns damit sagen wir sollen uns gefälligst die Fortbildung selbst zahlen oder wie? (wenn ja soll er ein bissl gaxln gehn)

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