Milchschlacht um mehr Geld für Bauern

Ansichtssache27. November 2012, 13:53
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2.000 Bauern hüllten das EU-Parlament und dutzende Polizisten in Weiß - Sie fühlen sich von der EU verraten

Milchbauern aus ganz Europa haben sich am Montag und Dienstag auf den Weg nach Brüssel gemacht, um für gerechte Milchpreise zu demonstrieren. Über 2.000 Milchbauern brachten nicht nur ihre Traktoren mit, sondern auch jede Menge Milch. Was sonst in der Frühstücksschüssel landet, verwandelte die Glasfassade des EU-Parlamentsgebäudes in eine weiße Wand. Über 15.000 Liter Milch wurden von den Bauern, die von der Polizei mit Tränengas und Gummiknüppeln im Schach gehalten wurden, versprüht.

Neben dem Versprühen von Milch wurden auch mitgebrachte alte Reifen und Holzkarren sowie Politikerplakate verbrannt. Am Dienstag wurden zudem Hauptverkehrsstraßen und der Zugang zum Agrar-Referat der EU-Kommission blockiert.

Zum leben zu wenig, ...

EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos will sich mit den Bauern treffen. Sein Sprecher drückte Verständnis aus: "Es ist wahr, dass Kostenfaktoren, besonders Tierfutter, aber auch Energie, besonders hoch sind und einen negativen Einfluss auf die Profitabilität haben." Die europäischen Landwirtschaftsminister wollen bei ihrem Treffen am Mittwoch und Donnerstag über die Lage auf dem Milchmarkt beraten.

Die Bauern wollen für die Zeit nach Auslaufen des EU-Milchquotensystems im Jahr 2015 eine Mengensteuerung, die ihnen "faire" Preise garantiert. Auch 60 heimische Bauern waren laut IG Milch beim Protest dabei. Im Durchschnitt liegen die Produktionspreise in Österreich bei 78 Cent, für Bergbauern beträgt er über einen Euro. Gezahlt wird den Produzenten jedoch nur 32/33 Cent pro Kilogramm. (sos, derStandard.at, 27.11.2012)

foto: epa/warnand julien
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