VIG verdient bis September etwas mehr als erwartet

27. November 2012, 08:32
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Wien - Die börsenotierte Vienna Insurance Group (VIG) hat in den ersten drei Quartalen 2012 etwas mehr Gewinn eingefahren als von Analysten erwartet. Der Vorsteuergewinn (EGT) legte im Periodenvergleich um 7,0 Prozent auf 443,2 Mio. Euro zu, der Periodenüberschuss um 4,2 Prozent auf 350,4 Mio. Euro und der Nettogewinn um 9,0 Prozent auf 341,4 Mio. Euro. Die Combined Ratio - Schäden und Kosten gemessen an den Einnahmen - verbesserte sich netto (nach Rückversicherung) auf 96,9 (97,2) Prozent, teilte der VIG-Versicherungskonzern  mit.

Das verrechnete Prämienvolumen erhöhte sich um 9,2 Prozent auf 7,426 Mrd. Euro, abgegrenzt wuchsen die Einnahmen um 11,0 Prozent auf 6,745 Mrd. Euro. Das Finanzergebnis legte um 12,7 Prozent auf 899,9 Mio. Euro zu.

Konzern erwartet Fortsetzung des positiven Trends

Für das 4. Quartal erwartet die VIG eine Fortsetzung der positiven Entwicklung der ersten drei Quartale - "vorbehaltlich des Ausbleibens von Naturkatastrophen und negativer Entwicklungen auf dem Kapitalmarkt".

Ihre Marktführerschaft auf den CEE-Märkten hat die VIG weiter ausgebaut. In den Kernmärkten wurde der Marktanteil um weitere 1,5 Prozentpunkte auf 19,4 Prozent gesteigert und der Abstand zur Konkurrenz weiter erhöht, erklärte der Versicherungskonzern im Vorfeld eines Pressegesprächs (ab 9:30 Uhr). Die VIG ist mit rund 50 Gesellschaften in 24 Ländern vertreten.

Der Anteil aus den CEE-Märkten betrug in den ersten drei Quartalen beim Gewinn 51,4 Prozent und bei den Prämien 54,2 Prozent. Die Kapitalanlagen des Konzerns lagen Ende September mit 29,455 Mrd. um 4,9 Prozent höher als ein Jahr zuvor (28,085 Mrd. Euro).

Lebensversicherung wächst am stärksten

Nach Sparten wuchs der VIG-Konzern in den ersten drei Quartalen am stärksten in der Lebensversicherung, wo die Einnahmen um 17,5 Prozent auf 3,440 Mrd. Euro kletterten. In Schaden/Unfall kletterten sie konzernweit um 2,3 Prozent auf 3,687 Mrd. Euro und in Kranken um 10,5 Prozent auf 298 Mio. Euro. Das EGT in Leben war mit 166,3 (135,0) Mio. Euro um fast ein Viertel höher; in S/U stagnierte es bei 240,1 (238,6) Mio. Euro, und in der Krankensparte sank es auf 36,8 (40,4) Mio. Euro.

In Österreich wurde die verrechnete Prämie in Nicht-Leben um 9,3 Prozent auf 1,815 Mrd. Euro gesteigert, in Leben sank sie - durch die Verlängerung der steuerlichen Mindestbindefrist für Einmalerläge auf 15 Jahre - um 2,8 Prozent auf 1,420 Mrd. Euro, und insgesamt wuchs sie um 3,6 Prozent auf 3,235 Mrd. Euro. Der Gewinn vor Steuern (EGT) lag mit 203,0 (207,3) Mio. Euro um 2,1 Prozent unter Vorjahr, die Netto-Combined-Ratio verschlechterte sich marginal auf 94,9 (94,6) Prozent.

In Tschechien wurde die VIG erstmals sowohl in Leben als auch in Sach die Nummer 1 und insgesamt mit 31,4 Prozent Marktführer. Es schrumpften die Einnahmen in Sach um 3,3 Prozent auf 756 Mio., in Leben stiegen sie um 1,0 Prozent auf 630 Mio. Euro und insgesamt sanken sie um 1,4 Prozent auf 1,385 Mrd. Euro. Das EGT wuchs auf 146,3 (139,5) Mio. Euro, die Combined Ratio betrug 92,4 (92,5) Prozent.

Marktführer in der Slowakei

In der Slowakei wurde die Marktführung gefestigt. Dabei wurden durchwegs 3,1-prozentige Zuwächse erzielt: in Nicht-Leben auf 247 Mio., in Leben auf 267 Mio. und insgesamt auf 514 Mio. Euro. Das EGT lag bei 44,2 (42,6) Mio. Euro, die Combined Ratio bei 94,2 (93,9) Prozent.

In Polen sanken die Nicht-Leben-Einnahmen um 5,5 Prozent auf 447 Mio., dafür verdreifachten sich die Einnahmen in Leben beinahe, sie stiegen um 190 Prozent auf 783 Mio. Euro - sodass insgesamt ein 66-prozentiges Prämienplus auf 1,230 Mrd. Euro zu Buche stand. Dieser Prämienrekord war mit einer kräftigen Gewinnsteigerung verknüpft: Das EGT stieg um ein Viertel auf 39,8 (31,2) Mio. Euro, die Combined Ratio verbesserte sich auf 99,3 (100,5) Prozent.

In Rumänien laufen die Restrukturierungsmaßnahmen weiter, wird betont. Bis September sackten die Einnahmen in Leben um 18 Prozent auf 264 Mio. Euro ab und verharrten in Leben bei rund 76 Mio.; insgesamt betrug der Rückgang 14,8 Prozent auf 340 Mio. Euro. Der EGT-Verlust weitete sich um ein Fünftel auf -10,6 (-8,8) Mio. Euro aus, und die Combined Ratio verschlechterte sich auf 112,6 (109,6) Prozent - die Schäden und Kosten waren also um 12,6 Prozent höher als die Einnahmen.

Im Segment "Übrige Märkte" legten die Einnahmen in Nicht-Leben um 15,1 Prozent auf 457 Mio. Euro zu und wuchsen in Leben um fast 11,6 Prozent auf 265 Mio. Euro; insgesamt expandierte der Prämienkuchen um 13,8 Prozent auf 722 Mio. Euro. Das EGT verbesserte sich im Jahresabstand markant auf 20,5 (2,2) Mio. Euro und die Combined Ratio auf 99,6 (101,0) Prozent.

Der Mitarbeiterstand des VIG-Konzerns sank per 30.9. gegenüber dem Gesamtjahr 2011 um 785 auf 24.117. Grund dafür ist die geänderte Konsolidierungsmethode (von vollkonsolidiert auf at equity) bei vier gemeinnnützigen Wohnbaugesellschaften in Österreich (aufgrund des Wegfalles des beherrschenden Einflusses) und die Geschäftsentwicklung im Rumänien. (APA, 27.11.2012)

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