Brite bereiste alle Länder der Welt - ohne Flugzeug

201 Staaten in vier Jahren bereist - "Die meisten dachten, ich sei verrückt"

Juba/London - Mit seiner Einreise in das jüngste Land der Welt hat ein 33-jähriger Brite nach eigenen Angaben als erster Mensch alle Länder besucht, ohne auf ein Flugzeug zurückgreifen zu müssen. Nach knapp vier Jahren habe er insgesamt 201 Staaten bereist.

Unter den Reisezielen waren neben den 193 UNO-Mitgliedern auch Nicht-Mitglieder wie der Kosovo, Vatikanstadt, Taiwan und die Palästinensergebiete, sagte Graham Hughes am Montag der Nachrichtenagentur AFP bei seiner Ankunft in Juba, der Hauptstadt des Südsudan. "Ich bin nun 1.426 Tage gereist, das sind 203 Wochen oder fast vier Jahre".

Das erste Land seiner ungewöhnlichen Tour war am 1. Januar 2009 Uruguay, seitdem sei er quasi ununterbrochen unterwegs gewesen, berichtete der aus Liverpool stammende Globetrotter weiter. Zu dem Zeitpunkt gab es den Südsudan noch gar nicht, er wurde erst anderthalb Jahre später unabhängig.

Grundsatzregeln

Während all der Jahre hielt sich Hughes nach eigenen Angaben strikt an vier Grundsätze: Er durfte weder fliegen noch eigene Fortbewegungsmittel nutzen, musste sich auf öffentliche Verkehrsmittel verlassen und durfte erst dann ein Land von seiner Liste streichen, wenn er "seinen Fuß auf trockenen Boden" gesetzt hat.

"Die meisten Leute dachten, ich sei verrückt, viele glaubten, es sei unmöglich", sagte Hughes. Sie sorgten sich, wie er in Krisengebieten wie etwa Afghanistan und Somalia klarkommen wollte. Diese seien aber wegen der seltenen Grenzkontrollen kein Problem gewesen, versicherte der 33-Jährige. Selbst nach Nordkorea habe er sich "auf Zehenspitzen" einschleichen können.

Wahre Herausforderung

Eine wahre Herausforderung hingegen boten die "kleinen Inselnationen, die zu den Olympischen Spielen mit einer Fahne und zwei Athleten auftauchen". Um zu ihnen zu kommen, musste er manchmal auf ein Versorgungsschiff warten, das nur einmal im Monat fuhr, oder - wie im Falle der Kapverden - tagelang in einem lecken Holzboot über den Ozean gondeln.

Mit seiner Tour sammelte Hughes Spenden für WaterAid, eine britische Hilfsorganisation, die sich für sauberes Wasser weltweit einsetzt. Auf seiner Internetseite zeigt der Globetrotter Aufnahmen von sich aus jedem der bereisten Länder sowie Fotos seiner unzähligen Visa. Sie füllen insgesamt vier Pässe. (APA, 27.11.2012)

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