"Nicht für die Erziehung der Zuschauer zuständig"

27. November 2012, 12:21
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Wacker Innsbruck zeigt nach der Strafverifizierung zum 3:0 für Sturm Graz wenig Verständnis für die Entscheidung des Senats 1

Wien - Das am Samstag abgebrochene Bundesligaspiel von Wacker Innsbruck gegen Sturm Graz ist am Montag wie erwartet mit 3:0 für die Grazer strafverifiziert worden. Das entschied der Senat 1 der Bundesliga, er handelte gemäß dem Paragraf 107 der ÖFB-Rechtspflegeordnung. Auch eine Geldstrafe blüht den Innsbruckern, über diesbezügliche Details und hinsichtlich weiterer Vorfälle wird es aber erst am kommenden Montag eine Entscheidung geben.

Für das Tabellenschlusslicht besonders schmerzhaft: Dieses Urteil hat auch zur Folge, dass die Innsbrucker bei einem eventuellen Punktegleichstand ohne Berücksichtigung der Tordifferenz in der Tabelle auf jeden Fall zurückgereiht werden.

Becher und Feuerzeuge Richtung Schiedsrichter-Assistent

Die Partie der 17. Runde auf dem Tivoli war beim Stand von 0:1 in der Nachspielzeit abgebrochen worden, nachdem von Tiroler Fans zahlreiche Gegenstände auf das Spielfeld geworfen worden waren. Aus demselben Grund hatte Schiedsrichter Manuel Schüttengruber das Spiel schon zuvor für mehrere Minuten unterbrochen.

Innsbruck war an diese Abend lange Zeit die bessere Mannschaft gewesen und kassierte dann in der 91. Minute den Gegentreffer durch Sukuta-Pasu. In der Folge gingen die Emotionen unter den Fans hoch, auch weil ein Innsbruck-Treffer (allerdings völlig berechtigt) wegen Abseits nicht anerkannt worden war. Von der Osttribüne flogen Becher und Feuerzeuge Richtung Schiedsrichter-Assistent.

"Nicht für die Erziehung unserer Zuschauer zuständig"

Wacker-Geschäftsführer Gerald Schwaninger kritisierte die Entscheidung gegenüber dem TV-Sender Sky Sport News HD: "Wenn man die Sachlage betrachtet, hätte man das Spiel zu Ende bringen können. Das Thema bietet bei weitem nicht das, was gesucht wird. Es sind Dinge passiert, die nicht in unserer Macht liegen. Wir sind leider nicht für die Erziehung unserer Zuschauer zuständig."

"Es gibt Menschen, die sich zu solchen Taten hinreißen lassen. Das ist sehr schade. Aber wenn das ausreicht, um ein Spiel abzubrechen haben wir Vereine ein Riesenproblem. Nehmen wir an, ich liege 0:2 hinten, organisiere fünf Anhänger und provoziere so einen Abbruch", fügte Schwaninger hinzu.

Schiedsrichter Schüttengruber sah die Sachlage freilich anders: "Fakt ist, die Sicherheit des zweiten Assistenten war nicht mehr gegeben. Ich musste abbrechen." (red/APA - 27.11. 2012)

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    Schiedsrichter Schüttengruber sah sich zum Abbruch gezwungen.

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