Verseuchtes Wasser wird bei Korneuburg in Donau gepumpt

26. November 2012, 22:26
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Korneuburger Behörde ordnet umstrittene Maßnahme an - Experte beschwichtigt

Korneuburg/Wien - Die Aufregung war groß, als die Korneuburger im September von Global 2000 erfuhren, dass das Grundwasser im Bezirk neben dem bereits bekannten Pestizid Thiametoxam auch das Herbizid Clopyralid aufweist. Die Pharmafirma Kwizda hat sich dafür verantwortlich erklärt und muss die Sanierungskosten tragen. Am Montag sorgte die Kontamination erneut für Aufregung: Die Bezirkshauptmannschaft (BH) Korneuburg hat als zuständige Behörde nämlich angeordnet, "dass das Grundwasser im Bereich des Kraftwerks Korneuburg abgepumpt und in die Donau eingeleitet wird". Das passiere, um eine weitere Ausbreitung einzuschränken, wie Bezirkshauptfrau Waltraud Müllner-Toifl erläuterte.

Die Korneuburger Umweltstadträtin Elisabeth Kerschbaum (Grüne) sprach von einem "äußerst fragwürdigen Verfahren". Es gebe keine Begrenzung, wie viel kontaminiertes Grundwasser in die Donau eingeleitet werden dürfe, und außerdem werde kein Filter eingesetzt. Laut BH ist das abgepumpte Grundwasser "nur gering verunreinigt" und wird in der Donau noch massiv verdünnt. Ein Expertenteam unter Leitung von Zivilingenieur Werner Wruss habe die Maßnahme geprüft. Laut Aussendung kann er "eine Gefährdung der Donau eindeutig ausschließen". Außerdem werde die Maßnahme laufend überwacht.

Bürger und Lokalpolitiker warnten dennoch in einem Schreiben davor, dass "niemand genaue Aussagen über die ökologischen Auswirkungen auf den Lebensraum Donau" treffen könne. Auch die Wiener Grünen sehen die Wasserqualität der Donau in Wien bedroht.

Die BH gab am Montag noch erste weitere Sanierungsschritte bekannt: Demnach soll das Wasser an anderen Stellen mithilfe von Aktivkohle und Filtern gereinigt werden. Ein Leck in einem Kanalstrang sei bei einer Dichtheitsüberprüfung gefunden worden, dieser Kanalstrang sei derzeit außer Betrieb. Bis Jahresende soll das gesamte Sanierungskonzept vorliegen. (Gudrun Springer, DER STANDARD, 27.11.2012)

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