Verteidigungsminister wirft FARC Bruch der Waffenruhe vor

26. November 2012, 18:35
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Pinzon: Wichtig sind nicht Worte, sondern Taten

Bogota - Kolumbiens Verteidigungsminister Juan Carlos Pinzon hat der FARC-Guerilla einen Bruch ihrer einseitig verkündeten Waffenruhe vorgeworfen. Danach befragt, ob die Gruppe sich an ihr Versprechen halte, sagte der Politiker der kolumbianischen Zeitung "El Tiempo" vom Montag, es gebe "mehrere Beweise dafür, dass sie es nicht tun". So hätten FARC-Rebellen Sprengstoffanschläge auf Stromleitungen sowie "weitere Akte gegen die öffentliche Ordnung" verübt. "Wichtig sind nicht Worte, sondern Taten."

Die FARC-Guerilla hatte zum Auftakt ihrer Friedensgespräche mit der kolumbianischen Regierung, die seit einer Woche in Kubas Hauptstadt Havanna laufen, eine einseitige Waffenruhe verkündet. Das Sekretariat der FARC habe das "Ende der Militäreinsätze gegen die öffentliche Ordnung" angeordnet, hieß es. Die Waffenruhe soll demnach bis zum 20. Jänner andauern. An diesem Sonntag bekräftigte die FARC in Havanna ihre Einhaltung der Waffenruhe.

Zugleich räumte die FARC in ihrer Erklärung am Sonntag ein, dass Mitglieder einer ihrer regionalen Abteilungen am 20. November, dem ersten Tag der angekündigten Waffenruhe, Stromleitungen zerstört hätten. Das sei jedoch nur passiert, weil die dortigen Kämpfer über die Entscheidung noch nicht informiert gewesen seien.

Norwegen und Kuba vermitteln in dem Konflikt, bei dem nach Schätzungen bisher 600.000 Menschen getötet wurden. Nach UN-Angaben wurden zudem vier Millionen Menschen vertrieben. Die vor einer Woche in Havanna begonnenen Friedensverhandlungen sind ein weiterer Versuch beider Seiten, ihren jahrzehntelangen Konflikt beizulegen. Drei vorherige Versuche, Frieden zu schließen, waren gescheitert. (APA, 26.11.2012)

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