"Vollständig gerechtfertigt"

    26. November 2012, 17:50
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    Britische Journalistin verteidigt Recherchemethode

    Mit welchen Methoden Journalisten an ihre Geschichten kommen, wird in Großbritannien derzeit heiß diskutiert. Anlass ist der für Donnerstag geplante Abschlussbericht einer Kommission unter Lordrichter Brian Leveson.

    Mehr als ein Jahr lang ging das Gremium dem Abhörskandal im Murdoch-Medienimperium auf den Grund. Dieser hat auch strafrechtliche Folgen: Die Staatsanwaltschaft hat gegen frühere Murdoch-Manager und Journalisten Anklage wegen Jusitzbehinderung und Verletzung des Fernmeldegeheimnisses erhoben, Scotland Yard ermittelt gegen drei Dutzend Mitarbeiter des Konzerns. Zu den mehr als 600 Opfern illegalen Abhörens zählen Verbrechensopfer, Minister sowie Hollywood-Stars wie Angelina Jolie.

    In Vergessenheit geraten ist dabei, dass Murdochs Londoner Blätter auch hervorragenden Journalismus produzieren. Dazu gehört das Insight-Team der Sunday Times, dessen Recherchen Ernst Strasser vor Gericht gebracht haben. Teamleiter Jonathan Calvert und die damals federführende Claire Newell haben ihre Zeugenaussage vor Gericht angekündigt. Ihre Brüsseler Recherche sieht die 31-Jährige, die nun für die Zeitung The Telegraph arbeitet, über jeden Zweifel erhaben. "Wir haben hier in Großbritannien klare Regeln, die verdeckte Methoden erlauben, wenn sich Korruption oder Unanständigkeit auf andere Weise nicht aufklären lassen. Insofern waren wir vollständig gerechtfertigt", sagte sie dem Standard.

    Oft macht das Flaggschiff von Murdochs NewsCorp-Verlag mit sorgfältig belegten Artikeln Schlagzeilen - etwa über britische Waffenexporte an Saddam Hussein in den Achtzigerjahren. (sbo, DER STANDARD, 27.11.2012)

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