Chefin der US-Börsenaufsicht hört auf

Mary Shapiro steht seit Anfang 2009 an der Spitze der Behörde

New York - Mary Shapiro war vier Jahre lang die strenge Wächterin über die Wall Street. Die Chefin der US-Börsenaufsicht SEC zog reihenweise Banken für ihre Verfehlungen in der Finanzkrise zur Rechenschaft und ahndete andere Umtriebe in der Welt der Konzerne. Nun hört sie auf.

Nun gibt Shapiro ihr Amt am 14. Dezember ab. Damit endet eine der turbulentesten und gleichzeitig längsten Amtszeiten eines SEC-Lenkers.

Shapiro stand seit Anfang 2009 an der Spitze der Behörde. Sie musste den Ruf der SEC wiederherstellen, nachdem unter den Augen der Beamten die Investmentbank Lehman Brothers zusammengebrochen war und der Milliardenbetrüger Bernard Madoff sein Unwesen getrieben hatte. In die Amtszeit von Mary Shapiro fielen eine Reihe millionenschwerer Strafen gegen Banken sowie die Ausgestaltung der Wall-Street-Reform, der sogenannte Dodd-Frank Act.

Rücktritt nicht überraschend

Mit dem Rücktritt von Mary Shapiro war schon länger gerechnet worden, der genau Zeitpunkt war indes unklar. Nachfolgerin wird Elisse Walter, eine langjährige hochrangige SEC-Beamtin. Die Wahl war eine Überraschung, in den US-Medien kursierten zuvor andere Namen wie die ehemalige Citigroup- und Bank-of-America-Topmanagerin Sallie Krawcheck oder Mary John Miller aus dem Finanzministerium.

Präsident Obama dankte Mary Shapiro für ihre "standhafte Führung der Securities and Exchange Commission". Sie habe bei ihrem Amtsantritt um die Schwierigkeiten gewusst. "Aber sie hat die Herausforderung angenommen, und heute ist die SEC stärker und das Finanzsystem sicherer." Das sei in großen Teilen Mary Shapiro zu verdanken, erklärte der Präsident.

Es sei eine bereichernde Erfahrung gewesen, jeden Tag mit dafür zu sorgen, dass die Finanzmärkte mit der gebotenen Rechtschaffenheit liefen und Investoren geschützt seien, erklärte Mary Shapiro zu ihrem Abschied. Die SEC habe in den vergangenen Jahren mehr Fälle aufgerollt als jemals zuvor, betonte sie.

Vor allem der 550 Millionen Dollar (430 Mio Euro) schwere Vergleich mit Goldman Sachs vor zwei Jahren hatte die Arbeit der SEC ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. Die Aufseher hatten der Investmentbank vorgeworfen, Investoren bei den berüchtigten Hypothekenpapieren hinters Licht geführt zu haben. Ähnliche millionenschwere Vergleiche schloss die SEC erst jüngst mit den Großbanken JPMorgan Chase und Credit Suisse. (APA, 26.11.2012)

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