Vettel kriegt Stress, Alonso eine Entschuldigung

26. November 2012, 17:26
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Ferrari gibt sich zerknirscht, der rote Renner des knapp Geschlagenen war nicht gut genug

Rom/Sao Paulo - Wieder stand Fernando Alonso am Ende mit leeren Händen da, wieder blieb dem Spanier nur die Hoffnung auf die nächste Saison. "Ich versuche es nächstes Jahr wieder, da greifen wir wieder an", sagte der 31-Jährige tapfer und versuchte die Enttäuschung irgendwie zu unterdrücken: "Ich bin stolz und glücklich. Es war eine Traumsaison."

Alonso fuhr im Ferrari eine fehlerlose, die vielleicht beste Saison seiner Karriere - und musste doch am Ende wie schon 2007 und 2010 einem Konkurrenten zur Weltmeisterschaft gratulieren. Drei Punkte fehlten nach dem spektakulären Rennen von São Paulo auf Sebastian Vettel. Das verleitet zur Philosophie: "Wenn man kein Gold hat, gewinnt Silber an Wert." Der Mann aus Oviedo weiß: An ihm lag es nicht. "2013 braucht er unbedingt ein anderes Auto", schrieb deshalb die Gazzetta dello Sport. Die Verantwortlichen waren schnell ausgemacht: Ferrari konnte seinem schnellsten Angestellten keinen Siegerboliden zur Verfügung stellen.

Bitterkeit

Das weiß auch Luca di Montezemolo. Der Ferrari-Boss versuchte mit Mut und Zuversicht auf die bittere Enttäuschung zu reagieren. "Wir haben bis zuletzt gekämpft. Aber wenn man den Titel um ein Haar verfehlt, herrscht natürlich Bitterkeit vor." Das traditionsreichste Team erneut geschlagen von einem Zuckerwasserhersteller, dieser Stachel sitzt tief. Montezemolo: "Wir müssen in die neue Saison mit einem Auto starten, das von Anfang an auf höchstem Niveau wettbewerbsfähig ist."

Auch die Tifosi waren sauer auf ihren geliebten Rennstall. "Ferrari hat sich im Sommer, als Alonso einen Vorsprung von 44 Punkten hatte, auf den Lorbeeren ausgeruht. Das Auto ist nicht besser geworden, während Red Bull immer mehr zulegen konnte", hieß es immer wieder in den sozialen Netzwerken.

Daraus formt sich ein klarer Auftrag für Teamchef Stefano Domenicali, der mit höheren Mächten haderte. "Das Schicksal hat bei diesem Rennen wichtige Spuren hinterlassen", sagte Domenicali in Bezug auf Vettels Unfall gleich nach dem Start. Trotzdem habe der Deutsche weiter fahren und den Titel holen können.

Party

Dieser hat es so richtig knallen lassen, einen draufgemacht und das Fest gefeiert, wie es fiel. Bis halb vier in der Früh. Die Party stieg in Sao Paulo im Nobelclub Villa Mix, Vettel-Freundin Hanna und die Red-Bull-Crew waren live dabei. "Ich will das jetzt genießen und die Batterien aufladen", sagte Vettel, schließlich hatte er sein "härtestes Rennen" hinter sich.

"Die Geschichte ist noch nicht vorbei", kündigt der 25-Jährige allerdings an, 2013 auf das vierte Double (Fahrer- und Konstrukteurs-WM) loszugehen. Sein Red-Bull-Vertrag läuft bis 2014. "Es gibt keinen Grund, an ein anderes Team zu denken. Ich bin sehr glücklich mit Red Bull." Und so wird er in den nächsten Tagen und Wochen viele PR-Termine absolvieren. Zumindest zweimal tritt der Weltmeister auch in Österreich auf - am Samstag veranstaltet er in Graz einen Showrun mit seinem Boliden, am Montag ist er Talk-Gast bei ServusTV im Salzburger Hangar-7. (sid/APA/red - 26.11. 2012)

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    Silber statt Gold.

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