AvW-Geschädigte können auf Schadenersatz hoffen

VKI-Musterprozess auch in zweiter Instanz erfolgreich

Graz/Klagenfurt - Tausende AvW-Geschädigte können weiter auf einen zumindest teilweisen Schadenersatz aus der AvW-Konkursmasse hoffen. Das Oberlandesgericht Graz hat in einem jüngst ergangenen Urteil bestätigt, dass den AvW-Genussscheininhabern im Konkurs um die AvW-Gruppe die Stellung von Konkursgläubigern zukommt, teilt der Verein für Konsumenteninformation (VKI) mit. Die ordentliche Revision an den OGH wurde zugelassen und wird von den Masseverwaltern auch erhoben werden.

Tausende AvW-Geschädigte haben im Konkurs über das Vermögen der Klagenfurter AvW-Gruppe Schadenersatzansprüche angemeldet. Die Masseverwalter haben diese Forderungen - zur Vorsicht - bestritten und mit dem VKI vereinbart, grundlegende Rechtsfragen in einigen wenigen Musterprozessen ausjudizieren zu lassen.

In einem Fall geht es um die Schadenersatzansprüche einer AvW-Genussschein-Inhaberin, die die Papiere über die Börse gekauft hat und die ihre Ansprüche insbesondere auf die Prospekthaftung und auf die Haftung der AvW für das betrügerische Verhalten des Vorstandes Wolfgang Auer-Welsbach stützt.

Realistische Chance

Die Gerichte gehen in diesem Fall davon aus, dass der Geschädigten eine Konkursforderung zusteht. Damit besteht eine realistische Chance, aus der Konkursmasse zumindest einen Teil des Schadens ersetzt zu bekommen. Wäre die Forderung dagegen nachrangig zu behandeln, so bestünde keine Aussicht auf Geld aus der Konkursmasse.

"Die Musterprozesse des VKI schlagen für alle AvW-Geschädigten eine Bresche zu einem teilweisen Schadenersatz aus der Konkursmasse", so Peter Kolba, Leiter des Bereiches Recht im VKI, am Montag in einer Presseaussendung. Nun müssen man noch auf die endgültige Entscheidung des Obersten Gerichtshofes (OGH) warten. "Wir sind im Interesse der AvW-Geschädigten optimistisch, dass bald Klarheit geschaffen werden wird", so Kolba. (APA, 26.11.2012)

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