2,3 Milliarden Euro teure Hochleistungsstrecke der Bahn in Tirol fertig

26. November 2012, 16:11
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40 Kilometer ab 9. Dezember in Betrieb: Innsbruck-Wien dauert nur mehr 4 Stunden und 15 Minuten

Radfeld - Nach neunjähriger Bauzeit ist heute, Montag, die Fertigstellung der 2,3 Mrd. Euro teuren und 40 Kilometer langen Unterinntalbahn im Tiroler Radfeld (Bezirk Kufstein) gefeiert worden. Die Hochleistungsstrecke östlich der Landeshauptstadt Innsbruck zwischen Kundl/Radfeld und Baumkirchen im Tiroler Unterland soll am 9. Dezember in Betrieb gehen. Rund 35 Kilometer der neuen Bahn verlaufen in Tunnels, Wannen und einer Galerie.

"Die bevorstehende Inbetriebnahme der Unterinntaltrasse leitet eine neue Ära in der Tiroler Verkehrspolitik ein", erklärte Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) in seiner Rede vor rund 700 Anwesenden, darunter Verkehrsministerin Doris Bures (SPÖ), ÖBB-Chef Christian Kern und der EU-Koordinator des Brennerbasis-Tunnels (BBT), Pat Cox.

Der nächste Schritt werde der BBT sein, 600 Millionen Euro seien dabei mittlerweile schon verbaut, meinte Platter. Bures sprach von einer "zentralen Verkehrsbetriebsader" im Westen, der mit der Südstrecke und dem Brennerbasis-Tunnel weitere folgen würden.

Umweltschonend durch Tunnelketten

Ab sofort stehen vier Gleise für den Bahnbetrieb zur Verfügung. Personenfernverkehrszüge wie der ÖBB-Railjet sowie der Güterverkehr würden künftig umweltfreundlich durch die beiden 17 Kilometer langen Tunnelketten fahren, hieß es vonseiten der ÖBB.

Die Reisezeit von Innsbruck nach Wien wird künftig vier Stunden und 15 Minuten betragen, ab 2014 verkürzt sich die Fahrzeit um weitere fünf Minuten.

Neues Zugsicherungssystem im Einsatz

Laut der Bundesbahn biete die Hochleistungsstrecke als Nordzulauf zum künftigen Brennerbasis-Tunnel der Transportwirtschaft zusätzliche Beförderungskapazitäten. In Baumkirchen, Stans und Radfeld stünden drei Verknüpfungsstellen, die jeweils einen raschen Wechsel der Züge zwischen bestehender und neuer Bahnstrecke ermöglichen würden - und das bei einem Tempo von 160 km/h. Das auf dieser Strecke verwendete Zugsicherungssystem "ETCS Level 2" lasse Geschwindigkeiten von 220 km/h und mehr zu.

Der Streckenabschnitt ist Teil der Zulaufstrecke zum künftigen Brennerbasis-Tunnel. Wie die ÖBB betonte, bilde die Strecke ein zentrales Teilstück des TEN-Korridors 1 Berlin - Palermo. Die Europäische Investitionsbank habe das Projekt mit einer Milliarde Euro finanziert, dem bisher größten Darlehen der Bank in Österreich. (APA, 26.11.2012)

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    Ein Großteil der neuen Strecke verläuft in Tunnels, Wannen und einer Galerie.

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    Der Verlauf der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke im Tiroler Unterinntal.

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