Deutsche Verleger fordern Abschaffen der Mehrwertsteuer auf Zeitungen

26. November 2012, 14:28
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Verbandspräsident sieht trotz Schließung mehrerer Zeitungen keine unmittelbaren Folgen für Branche

Vor dem Hintergrund der drohenden Schließung mehrerer Zeitungen haben die deutschen Verleger steuerliche Erleichterungen für Printmedien gefordert. Der Staat sollte die Mehrwertsteuer auf Zeitungen abschaffen, sagte der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Helmut Heinen, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Montag). Zeitungsabos sollten wie andere haushaltsnahe Dienstleistungen von der Steuerschuld abziehbar sein. "Wenn man Zeitungen helfen will, ist eine steuerliche Erleichterung besser als Subventionen", sagte Heinen.

Nach der Insolvenz der "Frankfurter Rundschau" ("FR") und der angekündigten Schließung der "Financial Times Deutschland" ("FTD") sieht Heinen keine unmittelbaren Folgen für die Branche. "Es zeigt sich aber, dass die Verlagshäuser schärfer darauf achten, defizitäre Titel nicht länger durchzuhalten", sagte Heinen, der Verleger der "Kölnischen Rundschau" ist. Dies könne dazu führen, dass über Zusammenarbeit oder Schließung "von problematischen Objekten" nachgedacht werde. Für das kommende Jahr sieht Heinen eine Konsolidierung der Branche oberhalb des "ziemlich ungünstig verlaufenden Jahres 2012".

Unwort "Zeitungssterben"

Unterdessen sprach sich der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) dagegen aus, von einem "Zeitungssterben" zu sprechen. Das Schicksal von "FR" und "FTD" sei nicht typisch für die Branche, sondern Folge unternehmerischer Fehlentscheidungen. Die Durchschnittsrendite von Zeitungsverlagen liege bei zwischen sechs und acht Prozent, erklärte der DJV-Bundesvorsitzende Michael Konken. Dies sei zwar deutlich weniger als in Boomzeiten zur Jahrtausendwende, aber eine gesunde Basis für künftige Herausforderungen. (APA, 26.11.2012)

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