Neckermann Österreich ist so gut wie gerettet

Mehrheit der Gläubiger hat in Tagsatzung 25-prozentiger Quote zugestimmt

Graz - Die insolvente Neckermann Versand Österreich AG (NVÖ) mit Sitz in Graz dürfte endgültig gerettet sein: Die Gläubiger zeigten sich laut den drei Kreditschützern AKV, Creditreform und KSV mit der angebotenen Quote von 25 Prozent einverstanden und haben in der Tagsatzung Handelsgericht Graz dem Vorschlag mit großer Mehrheit zugestimmt. Die Sanierungskosten in Höhe von rund 5,3 Mio. Euro werden vom Investor, der deutschen TopAgers AG, übernommen. Der Firmenname bleibt erhalten.

Somit erhalten die Gläubiger eine 20-prozentige Barquote in Höhe von 5,3 Mio. Euro, zahlbar binnen 14 Tagen ab rechtskräftiger Bestätigung des Sanierungsplanes und weitere fünf Prozent (rund 0,835 Mio. Euro) binnen zwei Jahren ab Annahme des Sanierungsplanes. Die Zustimmung kam "mit großer Summen- und Kopfmehrheit" zustande, wie es seitens eines Kreditschützers gegenüber der APA hieß.

Die Bestätigung des Sanierungsplanes ist noch abhängig vom Quotenerlag bis spätestens 28. 2. 2013, aber hier zeigte man sich allgemein zuversichtlich, dass dies noch zuvor zu schaffen sei, wahrscheinlich sogar noch 2012. Querschüsse seien nicht mehr zu erwarten, so ein Kreditschützer. Die Abtretung des Aktienkapitals der deutschen Neckermann-Mutter an TopAgers müsste in den nächsten Tagen noch finalisiert werden.

Großteil der Beschäftigten bleibt

Die zwischen 280 und 300 Beschäftigten am Standort Graz werden zum großen Teil weiterbeschäftigt, wurde mitgeteilt. TopAgers muss auch Mittel zur Sicherstellung der Liquidität - z. B. für Warenbestellungen für 2013 - aufbringen.

TopAgers AG werde laut AKV noch mit dem Factoring-Finanzierungsinstitut und einem Hypothekargläubiger - der RLB OÖ - Verhandlungen zu einem gutem Abschluss bringen müssen. So ist die RLB OÖ mit ihrer Forderung in der Höhe von rund zwölf Mio. Euro auf der Betriebsliegenschaft in Graz-Puntigam hypothekarisch sichergestellt. Die RLB hat nach dem Insolvenzrecht keinen Quotenanspruch auf die Besicherung, weil die Forderung aufgrund der Sicherheiten abzudecken sei. In diesem Punkt werde laut AKV eine langfristige Finanzierungsvereinbarung über die Mittelrückführung zu treffen sein.

Die Masseverwalter Norbert Scherbaum und Clemens Jaufer hatten gemeinsam mit dem Vorstand seit Wochen an einer Lösung gearbeitet, immer wieder waren auch Fristen verschoben worden, der Name des Investors blieb lange geheim. NVÖ-Vorstand Thorsten van der Velten sprach am Montag in einer Ausendung von einer "für alle Beteiligten optimalen Lösung".

Die TopAgers AG ist Muttergesellschaft der Eurotops Versand GmbH. Eurotops ist seit fünf Jahren auf dem österreichischen Markt präsent und wie Neckermann im Kataloggeschäft tätig. Ursprünglich als Kastner & Öhler Versand 1887 gegründet - und damit das älteste Versandhaus im deutschsprachigen Raum - wurde das Unternehmen 1994 an die deutsche Neckermann verkauft. Deren Insolvenz hatte dann zu Problemen bei der österreichischen Tochter geführt. (APA, 26.11.2012)

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5 Postings
Neckermann SUCKS

haben heute bei mir angerufen das es die couch die ich vor 4 wochen bestellt habe und die auch schon zugesichert wurde .... nicht geliefert werden kann !!!!
i mein was is das für ein Service ?? KANN VON NECKERMANN NUR ABRATEN !!!!!

Als "Qualitätszeitung" ..

... hätte man auch schreiben können, dass Kastner & Öhler im Jahr 1994 an Neckermann verkauft wurde.

Wie jetzt? Eurotops gehört zu Neckermann und die retten sich jetzt selbst???? Konkurs ist die billigste Art der Finanzierung?

"Eurotops .....Ursprünglich als Kastner & Öhler Versand 1887 gegründet ... wurde das Unternehmen 1994 an die deutsche Neckermann verkauft."

Freut mich vor Weihnachten für die Beschäftigten. Kastner & Öhler war ein guter Name, wird aber vermutlich nicht mehr verwendet werden dürfen - nachdems ja die Kaufhäuser noch gibt.

Gehts dem heimischen Realwirtschaftlichen UnternehmerInnen und deren Angestellten und SubunternehmerInnen gut, dann gehts uns allen gut!!!

Weil die Steuern zahlen und der Staat nicht für die AMSler aufkommen muss!

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