Die Graz-Wahl im Detail

26. November 2012, 14:05

Wählerwanderungen zeigen, dass große Wählerströme an Nichtwähler gehen

Die SORA Wählerstromanalyse zeigt Wählerwanderungen im Detail. Große Wählerströme gehen laut Analyse an die Nichtwähler, 6.000 ÖVP- und 3.000 Grün-Wähler von 2008 sind diesmal zuhause geblieben. Die KPÖ konnte je 3.000 Stimmen von der SPÖ und von den Nichtwählern, je 2.000 von den Grünen und der FPÖ und 1.000 von der ÖVP mobilisieren.

Die Wählerströme im Detail

Die SPÖ verliert bei dieser Wahl 3.000 Stimmen an die KPÖ, von der sie im Gegenzug keine Wähler gewinnen konnte. Weitere Verluste gehen an die ÖVP und FPÖ (je 1.000 Stimmen im Saldo). 2.000 SPÖ-Unterstützer von 2008 sind dieses Mal nicht zur Wahl gegangen.

Das größte Problem der ÖVP lag bei Verlusten an die Nichtwähler (6.000 Stimmen), von denen sie im Gegenzug nur 3.000 Stimmen mobilisieren konnte. Weitere Verluste gehen an die FPÖ (3.000 Stimmen) sowie an die SPÖ, die Grünen und die KPÖ (je 2.000 Stimmen). Stimmen gewinnen konnte die ÖVP bei dieser Wahl von der SPÖ (3.000 Stimmen), der FPÖ (2.000) sowie von den Grünen und der KPÖ (je 1.000 Stimmen).

Die FPÖ erzielt bei dieser Wahl Zugwinne von der SPÖ, der ÖVP und dem BZÖ (je 1.000 Stimmen im Saldo). Mit den Nichtwähler bilanziert die FPÖ ausgeglichen.

Grüne verlieren stark an KPÖ

Die Grünen können nur mehr 43 Prozent ihrer Wähler der Gemeinderatswahl 2008 wieder für sich mobilisieren. Im Saldo 2.000 Stimmen gehen an die KPÖ verloren, während die Gewinne und Verluste zur SPÖ und den Nichtwählern ausgeglichen sind. Stimmengewinne erzielen die Grünen von der ÖVP (1.000 im Saldo).

Die KPÖ kommt bei dieser Wahl mit 20 Prozent der Stimmen wieder nahe an ihr gutes Ergebnis von 2003 heran. Mit Zugewinnen von 5.000 Stimmen kann sie insbesondere ehemalige Nichtwähler für sich überzeugen, an die sie im Gegenzug nur 2.000 Wähler von 2008 verlor. 3.000 Stimmen gewann die KPÖ von der SPÖ dazu, je 2.000 von der FPÖ und den Grünen sowie 1.000 von der ÖVP.

Das BZÖ - Liste Gerald Grosz schaffte bei dieser Wahl den Einzug in den Gemeinderat nicht mehr: Nur ein Viertel der Wähler von 2008 entschied sich bei dieser Wahl wieder für das BZÖ. (red, derStandard.at, 26.11.2012)

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wieviel % sind den für den Einzug in den Gemeinderat

notwendig in Graz?

Es gibt keine prozentuelle Hürde.

Ein Mandat erfordert (glaube ich) ca. 2%.

wann das der muhri noch erleben könnt'

und erst der gute nikita chrustschew.

(die würden s' wohl vor freud nicht packen)

Analyse Graz - Bund Teil II:

-Piraten (Teil 2): Glaube aber nicht das die Piraten (schon) stark genug sind wirklich den Einzug in den Nationalrat zu schaffen.

-Das BZÖ: Hier könnte sich das Ergebnis schon auswirken, denn es zeigt wieder mal wie schwach man geworden ist.

Wie 2006 ist die KPOe

wieder nur 3000 Stimmen vom Grundmandat entfernt. Bin neugierig ob sie es 2013 schafft. Wenn man auf einem Grundstock von ueber 20000 Leuten setzen kann sollte man doch glauben dass sich weiter 5000 Leute mobilisiern lassen. Waere einmal eine deutliche Ansage an die Banken und Reichen dass wenn man weiter auf die Kleinen tritt man sich sogar wieder der KPOe zuwendet und sie in den Nationalrat befoerdert...

Da fehlen weit mehr als 3.000

KPÖ-Stimmen in Graz:

GR-Wahl 1998: 8.555
NR-Wahl 1999: 1.998

NR-Wahl 2002: 2.807
GR-Wahl 2003: 22.425

NR-Wahl 2006: 3.968

GR-Wahl 2008: 12.611
NR-Wahl 2008: 2.843

Anders als viele Poster hier unterscheiden die Grazer schon sehr genau zwischen lokalen und bundesweiten Wahlen.

wow

das ist ein riesen unterschied. schade eigentlich.

Analyse Graz - Bund

Ob die Wahl eine Auswirkung auf den Bund haben ist schwer zu sagen, mit einigen Ausnahmen eher nicht. Aber manche Trends zeichnen sich schon ab.

-Die ÖVP hätte sich mehr erwartet, Bundesweit sehe ich hier kaum auswirkungen.
-Bei der SPÖ bestätigt sich ein Trend, man verliert bei jeder Wahl an Stimmen. Ein Warnsignal: Platz 1 bei der NRW 2013 ist zwar leicht möglich, aber nicht fix.
-die KPÖ wird wohl eher keinen Auftrieb bekommen, höchstens in der Steiermark-es zeigt sich bei Wahlen aber immer wieder das die Leute starke zusätzliche Alternativen schon wählen.
-Die Grünen: Sind schwächer als sie glauben, so mein Eindruck.
-Die Piraten schafften den Einzug, gut für den Strukturaufbau, glaube aber nicht..

was sagt diese analyse aus wenn nichtmal die piraten vorkommen?

wie arm es um unsere medien und mehr steht erkennt man daran.
und was bringt eine derartige analyse wenn wesentliche eckdaten (und ein mandat ist wohl eines) einfach ignoriert werden?

-> unseriös! -> wertlos!

Da die Piraten nur ca. 3000 Stimmen insgesamt bekamen ist wohl kein signifikanter Wählerstrom vorhanden bzw. in 1000er Einheiten darstellbar. Nehmen sie einfach an, sie bekamen von allen ein bissi was.

das bzö teilt sich laut dieser analyse auf 3x1000 auf...3000 stimmen sind in graz aber keine 2 mandate...

4000 (und Brösel) aber schon – und 1000 Stimmen haben sie ja noch bekommen.

... fair wäre, wenn man auch alle Parteien

einbeziehen würde, zumindest die die im Gemeinderat sitzen ... aber so ist Ö

also...

...hat die övp 2000 stimmen and die kpö verloren, die kpö aber nur 1000 stimmen von der övp gewonnen?

??

Wo lesen Sie denn das raus?

Absatz 1: "Die KPÖ konnte je 3.000 Stimmen (...) und 1.000 von der ÖVP mobilisieren"

Absatz 3: "Das größte Problem der ÖVP lag bei Verlusten an die Nichtwähler (...). Weitere Verluste (...) die SPÖ, Grünen und die KPÖ (je 2.000 Stimmen)

FPÖ-Wähler wählen KPÖ.

Strache, übernehmen Sie.
Die Kontrolle der Sympathisanten muss verstärkt werden.

Weiter verwunderlich ist das aber in meinen Augen gar nicht.

Dem Wähler ist ja im Normalfall egal, ob die gewählte Partei nun links oder rechts steht, so ist es zu erklären, dass man als Wähler von einem Ende des politischen Spektrums ganz schnell zum anderen schwenkt.

Jene die sowohl FPÖ als auch KPÖ wählen, tun dies wegen der (erwarteten!) Politik. Und das ist bei beiden eine für den kleinen Mann, für den Arbeiter.

In meinen Augen sind sich viele Wähler der FPÖ und der KPÖ gar nicht so unähnlich.

sehr interessant ist ja auch das Wahlalter

so haben den "Sunnyboy" Nagl zu mehr als der Hälfte seiner Stimmen die über 60jährigen gewählt, was ja sehr eigenartig ist, da Herr Nagl für diese Menschen ja wirklich kaum etwas getan hat, und es kaum zu verstehen ist, warum die ihn trotzdem wählen, ausser wegen seines ach so lieben Lachens natürlich

Alkoholverbot, Grillverbot, Handyverbot - klassische Seniorenthemen.

Wahlergebnis, Bezirk St. Peter

Apropos seriös, das Wahlergebnis aus dem Bezirk St. Peter wär auch zu hinterfragen (Wahlbeteiligung)
http://wahl12.graz.at/ergebniss... gr08.html#

dafür gibt es eine Erklärung: Vorgezogener Wahltag verzerrt Wahlbeteiligung in St. Peter

siehe http://www.graz.at/cms/beitr... 8/1618648/

die Stimmen aus dem vorgezogenen Wahltag wurdem einem sprengel in St. Peter zugewiesen...

wenn ich mir ansehe, wie die wahlurnen verklebt waren (billiges malerband) und dabei noch nichtmal ein versiegeln (!) vorgeschrieben ist, dann hab ich jeden glauben an diese "demokratie" verloren.

Sehr viele Wahlkartenwähler - es muß offensichtlich dort eine große Veranstaltung dort gewesen sein.

in der tat...

dass 12.040 wahlberechtigte 15.528 stimmen abgeben, ist etwas sonderbar...

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