Norwegens Polizei entschuldigt sich für Deportation von Juden

26. November 2012, 13:55
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70 Jahre nach Abtransport von hunderten Menschen in KZ

Oslo - Sieben Jahrzehnte nach der Deportation Hunderter norwegischen Juden in Konzentrationslager der Nationalsozialisten hat sich die Polizei des skandinavischen Landes bei den Opfern und ihren Familien entschuldigt. "Ich bitte im Namen der norwegischen Polizei und denen, die mit der Deportation norwegischer Juden in Konzentrationslager beauftragt waren, um Verzeihung", sagte Norwegens neuer Polizeichef Odd Reidar Humlegaard der Zeitung "Dagsavisen" (Montagausgabe). Vertreter der jüdischen Gemeinde in Norwegen begrüßten die Entschuldigung, auch wenn diese spät komme.

Die Entschuldigung des Polizeichefs fiel mit dem 70. Jahrestag der Deportation von 532 Juden zusammen, die am 26. November 1942 mit dem Frachtschiff "SS Donau" in Konzentrationslager gebracht worden waren. Insgesamt wurden nach Regierungsangaben während des Zweiten Weltkriegs 772 in Norwegen lebende Juden festgenommen und deportiert. Nur 34 von ihnen überlebten. Anfang des Jahres hatte sich bereits Regierungschef Jens Stoltenberg wegen der Deportationen entschuldigt.

Die norwegische Polizei hatte bei den Deportationen eine zentrale Rolle gespielt, jüdische Vertreter hielten eine Entschuldigung für überfällig. "Es tut gut, das zu hören, aber es war auch höchste Zeit, dass die Entschuldigung kommt", sagte Samuel Steinmann, der letzte Überlebende der norwegischen Juden, die nach Auschwitz deportiert wurden, dem Sender TV2 Nyhetskanalen. Nach Angaben des norwegischen Holocaust-Zentrums waren an den Deportationen auf Anweisung der mit den Nazis kollaborierenden Regierung ausschließlich Norweger im Einsatz. (APA, 26.11.2012)

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