KTM Super Duke 1290R: Schrei nach Liebe

26. November 2012, 16:44
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Es wird eine neue, große Super Duke geben, verspricht KTM und zeigt in Mailand schon einmal einen Prototypen her

Dieses Motorrad ist eine Kampfansage aus Mattighofen. Da macht KTM auch gar keinen Hehl draus. Der Prototyp der Superduke übrigens auch nicht. Durch offene Rohre lässt sie bei der Präsentation ihren ersten öffentlichen Schrei in die Welt. Die Motorradwelt zuckt zusammen. Die einen wegen der Lautstärke, die Konkurrenz, weil sie das Potential dieser Maschine erkennt.

KTM Super Duke. Das steht seit 2005 für starke Nakedbikes in ziemlich allen Kubaturen. In welches Segment sich KTM mit der Duke auch setzt, das Unternehmen greift nach dem Zepter. Die großen vereinen Rundstrecke mit adrenalinerfüllter Wochenend-Ausfahrt. Die kleine 125er lässt die gleich starke Konkurrenz alt aussehen. Die 690er Duke ist das Kampfgerät auf der Straße, und mit der 200er können auch die Einsteiger schon einmal etwas von dem Gefühl erleben.

Mehr Schmalz, keine Kompromisse

Mit der auf der EICMA in Mailand präsentierten 1290 Super Duke R ist klar, wohin der Weg geht. Mehr Schmalz, keine Kompromisse beim Design. Befeuert wird der Prototyp von einem RC8-Motor. Dessen Kenndaten, 175 PS wird er 2013 leisten, lassen erahnen, wie wild die Super Duke abgehen wird. Auch wenn der Motor für dieses Motorrad vielleicht auf etwas mehr Drehmoment getrimmt wird - mit weniger als 120 Newtonmeter wird sie auf jeden Fall nicht zu den Händlern kommen.

Das Styling ist jetzt noch brutaler, als es am Ende sein wird. Die Konstruktion des Auspuffs geht niemals durch die Homologisierung. Auch hat der Prototyp noch kein Licht. Aus der Frontmaske lugt derzeit eine kleine Kamera. Wenn sich beim Design nicht mehr viel tut, wird dort wohl ein Funzerl rausschauen. Obschon KTM elektronische Gimmicks verspricht, die überraschen werden. Also eine Onboard-Kamera könnte so eine Spielerei sein.

Vorboten auf die Großserie

Was jedenfalls kommt, das ist eine Traktionskontrolle. ABS sowieso. Damit Wheelies und Stoppies trotzdem zur täglichen Ausfahrt gehören können, ist die Traktionskontrolle abschaltbar.

Was begeistert, das ist die Leichtmetall-Einarm-Schwinge, die KTM am Prototypen verbaut hat. Die wird wohl auch in Serie gehen. Fix ist ebenso der Gitterrohr-Rahmen aus Chrom-Molybdän-Stahl. Die Federelemente sind Prototypen von WP, die Bremsen kommen von Brembo.

Auskunftsfreudige Slicks

Am Prototypen, der auf der Messe stand, waren Slicks montiert. Und die haben Bände gesprochen. Nämlich, dass es sich mit der Super Duke schon jemand ganz wild besorgt zu haben scheint. Die Oberfläche der Reifen lassen jede Raufaser-Tapete erblassen, Gummiwuzel picken auf der Unterseite des Hecks. Nur Kiesbett-Verzierungen haben am Plastik gefehlt.

Doch wann kommt sie jetzt wirklich, was wird sie kosten? In spätestens 12 Monaten sollen die ersten Geräte beim Händler stehen. Gehen wir einmal davon aus, dass die serienreife Super Duke nächstes Jahr auf der EICMA präsentiert wird, dann ist sie 2014 in der Kalten Kuchl. (Guido Gluschitsch, derStandard.at, 26.11.2012)

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KTM

  • Styling als Herrschaftsanspruch: Der Prototyp der neuen KTM Super Duke.
    foto: ktm

    Styling als Herrschaftsanspruch: Der Prototyp der neuen KTM Super Duke.

  • 175 PS wirken auf dieses Hinterrad. Eine Traktionskontrolle ist vorhanden, aber abschaltbar.
    foto: ktm

    175 PS wirken auf dieses Hinterrad. Eine Traktionskontrolle ist vorhanden, aber abschaltbar.

  • Das Loch in der Seite wird in der Serienausführung wohl noch ein richtiger Auspuff.
    foto: ktm

    Das Loch in der Seite wird in der Serienausführung wohl noch ein richtiger Auspuff.

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