Gebündelte Info für Skifahrer

26. November 2012, 12:03
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Neue Homepage soll Einheimische und Gäste erreichen - Lawinenlagebericht in englischer Sprache

Salzburg - Die beste Information über die Gefahren in den winterlichen Bergen nützt nichts, wenn sie die Wintersportler nicht erreicht. Deshalb hat die Salzburger Land Tourismus GmbH (SLTG) gemeinsam mit Alpinexperten ein Maßnahmenpaket zur besseren Information von Einheimischen und Gästen, die im Schnee unterwegs sind, geschnürt: Mit dem Lawinenwarndienst Salzburg geht ein neues Sicherheitsportal für Wintersportler online, der Lawinenlagebericht wird mit Beginn dieser Saison auch auf Englisch verfügbar sein.

"Berge sind nicht nur schön und unterhaltsam, sie sind auch eine Umgebung, die mit Gefahren verbunden ist. Als Qualitätstourismusland ist uns wichtig, auch diesen Aspekt zu vermitteln", sagte Tourismusreferent LHStv. Wilfried Haslauer (V) am Montag bei einem Pressegespräch: "Wir wollen besser aufklären und an die Eigenverantwortung der Wintersportler appellieren."

Sicherheit für Wintersportler

Der Projektgruppe gehörten die SLTG, der Amtliche Lawinenwarndienst, die Lawinenwarnzentrale Salzburg, die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG), der Bergrettungsdienst, der Bergsportführerverband, die Salzburger Seilbahnen, die Alpinpolizei, die Bergwanderführer, der Berufsskilehrerverband, das Rote Kreuz und Freeride-Spezialisten an. Sie stellen ihre für die Sicherheit der Wintersportler relevanten Informationen auf die gemeinsame Homepage. Das reicht vom aktuellen Lawinenlagebericht, über den Straßenzustand bis hin zu Kursen über Lawinenkunde, die FIS-Pistenregeln, Notfallnummern oder Verhaltensregeln bei Unfällen. Eine wichtige Rolle komme den 12.000 Gästebetrieben im Bundesland zu, sagte SLTG-Geschäftsführer Leo Bauernberger: "Sie sollen die tagesaktuellen Informationen auch an ihre Gäste weitergeben."

Mit dem ersten Wintereinbruch werde es den Lawinenlagebericht auch in englischer Sprache geben, kündigte Bernd Niedermoser, Leiter der ZAMG Salzburg, an. Salzburg gehöre damit zu den Vorreitern: "Von 20 Lawinenwarndiensten im Alpenraum bieten mit uns nur drei den Bericht auch in einer Übersetzung an."

Prävention statt Suchaktion

Der Bergrettung sei die Prävention ein großes Anliegen, betonte Landesleiter Estolf Müller. Die Suche nach vermissten Variantenfahrern, die bei Einbruch der Dunkelheit irgendwo in einem Graben feststecken, gehörten zu den häufigsten und auch für die Retter gefährlichsten Einsätzen, sagte Müller. Während in den Jahren 2009 bis 2011 Lawinen bei einem Anteil von 1,31 Prozent aller Einsätze der Salzburger Bergrettung lagen, hatte die Suche nach Variantenfahrern und Vermissten einen Anteil von 13,37 Prozent, berichtete Müller. Mehr als die Hälfte der Einsätze betrafen Ausländer.

"Es liegt viel an der Unkenntnis der örtlichen Gegebenheiten und der Gefahren. Die Sportler fahren einfach irgendeiner Spur nach und wissen nicht, was sie erwartet", weiß der Bergretter aus der Praxis. Deshalb seien die Infopoints, die viele Seilbahnen mittlerweile für Freerider anbieten, sehr gut, um Unfälle zu verhindern. Müller appellierte an die Wintersportler, die im Gelände unterwegs sind, die Notfallausrüstung nicht nur zu kaufen, sondern mit Lawinenpieps, Schaufel und Sonde auch zu üben. "Die Kameradenhilfe ist das Wichtigste", betonte Müller. (APA, 26.11.2012)

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    Prävention ist der Bergrettung bei der Lawinenrettung ein großes Anliegen.

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