Sarkozy schaltet sich in UMP-Führungsstreit ein

26. November 2012, 11:58
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Frankreichs Ex-Staatschef trifft unterlegenen Kandidaten Fillon

Paris - Im erbitterten Streit um die Führung von Frankreichs Konservativen hat sich Ex-Staats- und Parteichef Nicolas Sarkozy eingeschaltet. Sarkozy will am Montag zu Mittag den bei der Urwahl vor einer Woche unterlegenen Kandidaten Francois Fillon treffen, wie die Nachrichtenagentur AFP aus dem Umfeld Fillons erfuhr. Sarkozy hatte am Wochenende bereits mit Fillon, dessen nach der Urwahl zum Sieger erklärten Konkurrenten Jean-Francois Copé und Ex-Regierungschef Alain Juppé telefoniert. Der Versuch einer Vermittlung Juppés zwischen Fillon und Copé scheiterte am Sonntagabend.

Der erbitterte Kampf um die Parteiführung der UMP war nach der chaotischen Urwahl vom Sonntag vor einer Woche eskaliert, nach der Copé zum Sieger erklärt wurde. Inzwischen prüft eine parteiinterne Beschwerdekommission Betrugsvorwürfe und muss feststellen, wer die Wahl gewonnen hat. Eine Entscheidung wird noch für Montag erwartet. Fillon, der unter Sarkozy fünf Jahre lang Regierungschef war, hält die Kommission aber für parteiisch und will vor Gericht ziehen.

Der Streit ist inzwischen so verfahren, dass viele in der UMP eine Intervention von Sarkozy für nötig halten. Der im Mai abgewählte und in seiner Partei hoch angesehene Ex-Staatschef kehrte am Montagmorgen aus Shanghai zurück, wo er an einer Konferenz teilgenommen hatte.

Kritik an Fillon

Juppé sagte dem Sender RTL, Sarkozy sei inzwischen der einzige, der in der Partei ausreichend Autorität besitze, um einen "möglichen Ausweg" aus der Krise aufzuzeigen. Zugleich kritisierte er Fillons Ankündigung, die Justiz einschalten zu wollen: Damit werde der "Bruch" in der UMP verstärkt und "das Risiko einer Explosion" der Partei erhöht.

Copé warnte am Montag davor, Sarkozy in der Auseinandersetzung zu "instrumentalisieren". Er habe "sehr regelmäßige Kontakte" mit dem Ex-Staatschef. Sarkozy habe gesagt, er habe "überhaupt kein Lust", in den Streit um die Parteiführung hineingezogen zu werden. Sarkozy hatte das Amt des UMP-Chefs ruhen lassen, als er im Jahr 2007 Präsident wurde. (APA, 26.11.2012)

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