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Die Renditen von Hedgefonds sind oft spektakulär. Die Wette von George Soros gegen das britische Pfund 1992 oder der "größte Trade aller Zeiten", als John Paulson gegen den US-Immobilienmarkt spekulierte, machten Schlagzeilen. Doch ein Gros der Hedgefonds hat mit derart großen "Makro-Trades" nichts am Hut. Sie kaufen und verkaufen Aktien wegen fundamentalen Bewertungen, wetten auf steigende oder fallende Kurse bei Rohstoffen wegen der jüngsten Trends oder investieren rein systematisch, also mithilfe von computer-basierten Strategien.
Dabei versuchen sie den viel zitierten "Edge" zu haben, also den Vorsprung gegenüber ihren Mitbewerbern.
Wie bringen die Manager den Edge in ihren Hedgefonds? Nach außen hin geht es immer um die Talente, um die klügsten Köpfe, die die Rendite bringen. Damit rechtfertigen die Fondsmanager ihre hohen Gebühren (und die hohen Bonuszahlungen an die Mitarbeiter). Doch der aktuelle Fall des Hedgefonds-Riesen SAC mit seinen 14 Milliarden Dollar an verwalteten Vermögen zeigt, dass es dabei nicht immer mit rechten Dingen zugeht. Ein Mitarbeiter von CR Intrinsic, ein Unternehmen, das als Analysehaus des Hedgefonds SAC Capital Advisors gegründet wurde, wurde in einem der bislang größten Insider-Skandale der USA angeklagt. Es geht um illegale Gewinne im Ausmaß von 276 Millionen Dollar, die der Fonds dank Insider-Informationen erlangt haben soll.
Auch der Chef von SAC Capital Advisors, Steve Cohen, wird in der Anklage der US-Börsenaufsicht erwähnt, zumindest indirekt. Ein "Portfolio Manager A", der als Gründer eines Hedgefonds identifiziert wird, soll die Aktientrades autorisiert haben. Hinter A steckt wohl Herr Cohen, der aber nicht als Beschuldigter in dem Verfahren gilt. In dem Fall um SAC geht es um medizinische Informationen, die ein Portfoliomanager von CR Intrinsic verwendet hat, um hunderte Millionen Dollar an Verlusten zu vemeiden oder mit Short-Positionen sogar noch zu verdienen, mit den Aktien der Biotechnologie-Unternehmen Elan und Wyeth.
Der SAC-Fondsmanager hat einen Arzt bestochen, der eine klinische Studie zu einem Altzheimer-Medikament von Elan und Wyeth durchgeführt hatte. 108.000 Dollar hat der Arzt dafür erhalten, Informationen über die Wirksamkeit zuerst an den Hedgefonds zu übermitteln. Im Vergleich zu den 276 Millionen Dollar an mutmaßlichen Profiten aus dem Geschäft ein kleiner Aufwand. Der Fondsmanager M. hat im Juli 2008 von Nebenwirkungen des Medikaments erfahren, die wohl eine Zulassung unmöglich machen sollten - zwei Wochen bevor sie offiziell wurden. In diesen zwei Wochen hat sich der Hedgefonds von seinen Beteiligungen (im Ausmaß von knapp 700 Millionen Dollar) getrennt und noch auf fallende Kurse gewettet.
Wie groß der SAC-Fall im Vergleich ist, zeigen die Daten der US-Börsenaufsicht. Seit 2009 hat die SEC mehr als 170 Fälle von Insiderhandel angezeigt (es ist der sechste im Umfeld von SAC). Spektakulär waren die Verfahren gegen den ehemaligen Goldman-Sachs Direktor Rajat Gupta (siehe Bild) oder den Gründer des Hedgefonds Galleon Raj Rajaratnam. Die illegalen Gewinne sollen sich bei den 170 Fällen auf knapp eine Milliarde Dollar summiert haben. Wenn sich die Aufseher nun verstärkt die größeren Fonds zur Brust nehmen, könnte diese Summe noch deutlich anwachsen.
Die Frage ist, welche Konsequenzen Anleger daraus ziehen sollten. Eine aktuelle Studie belegt, dass Hedgefonds deutlich schwächere Renditen erwirtschaften als gedacht. Denn kapitalgewichtet - also pro investiertem Dollar oder Euro an Kundengeld - hätten die 11000 Hedgefonds in der Studie der Harvard Business School drei bis sieben Prozent weniger verdient als die offiziellen Renditen vermuten lassen. Der Grund: wenn massiv Kapital in gewisse Strategien fließt, haben sie Probleme weiter Erträge zu bringen. Wenn Insider-Geschäfte als Gewinnbringer für die Branche herhalten müssen, sollten Pensionsfonds und andere Anleger ihre Engagements in dem Bereich überdenken. (Lukas Sustala, derStandard.at, 26.11.2012)
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Ich liebe die Gratiszeitungen, weil sie so herrlich unkompliziert die angeblich kompliziertesten Abläufe in wenigen Schlagzeilen trottelsicher erklären können: im heute: Pervers! Hedgefonds verdienen an Griechen-Rettung Milliarden! Was dann folgt ist selbst für das einfachste Gemüt verständlich!
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