Europas Leitbörsen schließen überwiegend im Minus

26. November 2012, 18:17
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Gebremste Risikofreude dominierte zum Wochenstart

Frankfurt am Main - Die europäischen Leitbörsen sind am Montag mehrheitlich mit Verlusten aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50 sank um 14,51 Einheiten oder 0,57 Prozent auf 2.542,52 Zähler.

Viele Anleger seien wegen des Sondergipfels der Euro-Finanzminister zu Griechenland-Hilfen eher vorsichtig geblieben, hieß es. Auch die weiter drohende "Fiskalklippe" in den USA bremste die Risikofreude. Nach der jüngsten Aufwärtsbewegung sprachen Marktexperten auch von Gewinnmitnahmen, also von Anlegern, die ihre Kursgewinne zu Geld machen.

Im Fokus standen Nachrichten aus dem startenden Weihnachtsgeschäft in der USA, für das mit dem "Thanksgiving"-Feiertag und dem folgenden Brückentag "Black Friday" der Startschuss gefallen ist. Einem Börsianer zufolge sind die ersten Statistiken dieses Verkaufswochenendes "ermutigend".

Relativ gut gehalten haben sich Europas Autobauer. BMW-Aktien legten um 0,68 Prozent auf 66,23 Euro zu. Volkswagen folgten mit 0,43 Prozent auf 162,95 Euro. Schon zuvor hatten die japanischen Autowerte Kursgewinnen verzeichnen können.

Air France-KLM deutlich im Plus

Einer der besten Werte waren die Aktien von Air France-KLM, sie schlossen mit einem Aufschlag von 4,99 Prozent auf 7,196 Euro. Händler verwiesen auf Berichte um die Restrukturierung der Fluggesellschaft, bei der eine stärkere Zentralisierung angestrebt werde.

Besonders schwach zeigten sich den ganzen Tag über die Technologiewerte: Das Minus bei Nokia-Aktien von 3,56 Prozent auf 2,656 Euro belaste den Sektor, sagten Händler. Die Anteile an dem einstigen Mobiltelefon-Weltmarktführer hatten wegen der Fantasie auf Verkaufserfolge der Smartphone-Hoffnungsträger Lumia 920 und 820 sowie dank aufkommender Übernahmefantasie in der Vorwoche allerdings auch mehr als 30 Prozent zugelegt. Der niederländische Chiphersteller ASML bestätigte im Technologiesektor als Ausnahme die Regel: Die Papiere gingen mit einem Plus von 6,20 Prozent an der Spitze des Euro-Stoxx 50 aus dem Handel.

Aktien der Swiss Re sackten in Zürich um 1,35 Prozent auf 65,80 Franken ab. Die Zerstörungen durch Hurrikan "Sandy" kosten den weltweit zweitgrößten Rückversicherer voraussichtlich rund 900 Millionen US-Dollar. Dabei fürchtet die Swiss Re für die gesamte Versicherungsbranche eine noch höhere Belastung als bislang von Experten erwartet. UBS-Aktien verloren 1,49 Prozent nach einer Millionenstrafe wegen des Zockerskandals um ihren Ex-Händler Kweku Adoboli.

Die Aktien des deutschen Stahlkochers ThyssenKrupp verloren bis zum Börsenschluss deutlich um 5,12 Prozent auf 15,93 Euro. Offenbar trafen die schlechten Nachrichten über die Stahlwerke in Brasilien und den USA den Stahlriesen mit voller Wucht. Laut dem der "Financial Times Deutschland" vorliegenden internen Zeitplan könnte sich der Verkauf der Werke länger hinziehen als erwartet. (APA, 26.11.2012)

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