Mord in Oberösterreich: Ehemann als Anstifter, Enkel als Täter verhaftet

26. November 2012, 16:33
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18-Jähriger hat Geständnis abgelegt, sein Großvater bestreitet alle Vorwürfe

Österreich/Oberösterreich/Taufkirchen - Ein 18-Jähriger soll seine 68-jährige Großmutter Ende Oktober in ihrem Haus in Taufkirchen an der Pram (Bezirk Schärding) in Oberösterreich getötet haben. Der 72-jährige Ehemann des Opfers steht als Anstifter zu der Tat unter Verdacht. Beide wurden festgenommen.

Die zuständige Staatsanwaltschaft Ried im Innkreis und die Ermittler des Landeskriminalamtes der Polizei haben bestätigt, dass der 18-Jährige ein Tatgeständnis abgelegt hat. Er habe der Frau mit jeweils mehreren Schlägen auf den Kopf und Stichen mit einem Messer in den Brustkorb vorsätzlich getötet.

Ehemann bestreitet Anstiftung

Der 72-jährige Ehemann des Opfers habe seinen Enkel in den Wochen vor der Tat mehrmals mit den Worten "Die Oma muss weg" angestiftet haben. Am 26. Oktober habe er den konkreten Auftrag zur Tötung gegeben - nicht zuletzt wegen seines Alibis. Denn der 72-Jährige hatte eine Maturafeier in einem Lokal organisiert und hielt sich zur Tatzeit dort auf. Laut Geständnis des Burschen soll der Großvater genaue Anweisungen gegeben haben: "Täusch einen Einbruch vor" und "Werkzeug ist im Keller, weißt eh".

Der 18-Jährige tat offenbar wie ihm geheißen. Seine Familie habe einen Schlüssel zu dem Haus der Großeltern besessen. Damit sei er in das Gebäude gelangt, wo er sich die Tatwaffen besorgte. Den Angaben der Kriminalisten zufolge tötete er gegen 21.30 Uhr die Frau mit jeweils mehreren Schlägen auf den Kopf (mit einer Hacke) und Messerstichen in den Brustkorb. Anschließend legte er Einbruchsspuren.

Blutspuren am Sturzhelm

Tatsächlich ging die Polizei bei ihren Ermittlungen zunächst davon aus, dass die 68-Jährige einen Einbrecher überrascht haben könnte, der sie in der Folge erschlug. Doch dann wurden die ersten Ergebnisse der Spurensicherung im Wohnhaus und in der Umgebung präsentiert. Auch angehende Polizisten aus der Schulabteilung sowie Angehörige der Sondereinheit Cobra wurden eingesetzt. Fingerabdrücke und Faserspuren sowie 150 DNA-Spuren wurden gesammelt, 79 von der Gerichtsmedizin in Salzburg ausgewertet.

Die Ermittler fanden heraus, dass der Einbruch erst nach der Tat erfolgt war. Damit gerieten nahe Angehörige oder Bekannte in den Kreis der Verdächtigen. Auch der 18-Jährige wurde mehrmals befragt, doch war ihm zunächst nichts nachzuweisen. Entscheidend für die Klärung des Falles war, dass Blutspuren des Opfers auf seinem Sturzhelm gefunden wurden.

Tatwaffen in der Pram gefunden

Zuletzt legte er ein Geständnis ab und gab auch die Stelle an, wo er die Tatwaffen in den Pram-Fluss geworfen hatte. Cobra-Taucher fanden sie Montagvormittag.

Der mutmaßliche Täter erklärte auch, dass zwischen ihm und seinem Großvater eine enge Beziehung bestehe. Das Motiv wird im zwischenmenschlichen Bereich des betagten Ehepaares vermutet. Der beschuldigte 72-Jährige bestreitet alle Vorwürfe vehement. Beide Männer sitzen in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen werden noch fortgesetzt. (APA/red, 26.11.2012)

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