"Da ist mir der Atem weggeblieben"

25. November 2012, 20:33
24 Postings

Sebastian Vettel (jüngster Dreifach-Weltmeister): "Das alles ist im Moment sehr schwer zu fassen. Das ist etwas ganz Besonderes. Als mir das Team über Funk mitgeteilt hat, dass ich Weltmeister bin, ist mir der Atem weggeblieben. Natürlich war es schwer, wenn man am Anfang einen Schlag auf die Hinterachse bekommt und verkehrt rum auf der Strecke steht. Aber ich habe immer daran geglaubt, dass wir es schaffen. Mehr Steine hätte man uns aber nicht in den Weg legen können."

 

"Es ist ganz schwierig, die richtigen Worte zu finden. Ich bin noch voller Adrenalin. Es war ein unglaubliches Rennen mit den ganzen Umständen. Im Moment könnte man mich anstechen und ich würde es nicht merken."

"Es gibt nur zwei, die das vorher geschafft haben. Man muss zur rechten Zeit am rechten Ort sein. Aber jeder kann auch sein eigenes Glück schaffen. Hier in Sao Paulo ist Ayrton Senna geboren, hier liegt er begraben. Hier zum dritten Mal die WM zu gewinnen - ich weiß wirklich nicht, was ich sagen soll."

"Der Start war eigentlich gut, aber dann bin ich etwas abgedrängt worden. Und in Kurve vier habe ich einen Schlag bekommen. Das war wohl Bruno Senna. Ich glaube, am Auto war ziemlich viel beschädigt. Es war sehr rutschig dort. Ich stand dann praktisch als Geisterfahrer in Kurve vier. Das war nicht ideal. Da bleibt einem erstmal der Atem weg. Außerdem funktionierte schon ganz früh mein Boxenfunk nicht mehr. Und das in so einem Rennen. Mein Team hörte mich nicht mehr. Dann kam die erste Safety-Car-Phase. Ich wusste nicht, wie es wirklich stand. Es war unglaublich."

"Ich habe nie geglaubt, dass alles verloren ist. Aber ich wusste bis zum Schluss nicht, ob es reicht. Hinter dem Safety Car zu zittern und ins Ziel zu humpeln, war eine Qual."

"Mein Dank gilt dem ganzen Team. Das hört sich wie eine Floskel an. Aber ich fühle mich nicht wichtiger als jeder andere im Team. Klar, wenn ich das Auto schrotte, ist es vorbei. Man macht den Job, weil man die Formel 1 liebt. Gestern hab ich den Jungs gesagt, klar bin ich nervös. Das ist doch logisch. Das brauchen wir, um voll da zu sein, wenn es darauf ankommt. So wie heute im Rennen."

Fernando Alonso (WM-Zweiter): "Ich bin stolz auf mein Team. Klar, wir haben die WM verloren, aber nicht hier in Brasilien, sondern in anderen Rennen, in denen wir Pech hatten."

Michael Schumacher (Abtretender Rekord-Weltmeister): "Ich kann nur sagen: Gratulation, Seb. Er hat den Kopf nicht hängen lassen, nachdem er in der ersten Runde schon verkehrt herum vor mir gestanden hat und wir uns fast berührt hätten. Wenn man bedenkt, dass er gerade mal über 100 Grand Prix hat und schon die dritte Meisterschaft, kann man nur gratulieren. Es macht mich auch ein bisschen stolz, er ist ja ein Kumpel von mir."

Christian Horner (Red-Bull-Teamchef): "Das Rennen war einfach unglaublich. Es sind ein paar Dinge schiefgelaufen. Es geht aber nicht nur um dieses eine Rennen, sondern die ganze Saison."

Niki Lauda (Experte): "So ein Rennen hab ich noch nie erlebt. Man kann dem Sebastian nur gratulieren. Es war sicherlich die härteste Fahrt, um einen WM-Titel zu holen."

Share if you care.