ÖSV-Doppelsieg in Aspen

Zettel gewinnt mit zwei Laufbestzeiten vor Kollegin Schild und feiert ihren zweiten Weltcuperfolg im Stangenwald - Maze mit Respektabstand Dritte

Aspen - Kathrin Zettel ist in der WM-Saison der erste Sieg für Österreichs Alpinski-Fraktion gelungen. Einen Tag nach ihrem zweiten Platz im Riesentorlauf gewann die 26-jährige Niederösterreicherin am Sonntag in Aspen den Slalom und führte bei ihrem neunten Weltcup-Triumph 0,67 Sekunden vor Marlies Schild sogar einen ÖSV-Doppelerfolg an. Die Slowenin Tina Maze (+1,81) baute als Dritte ihre Weltcupführung weiter aus.

"Habe geglaubt, ich spinne"

Zettel hatte schon nach Lauf eins geführt und brachte in Colorado erstmals in ihrer Karriere eine Halbzeitführung im Slalom auch ins Ziel. "Ich bin total überwältigt und glücklich", jubelte Zettel über ihren Comeback-Erfolg. "Als ich im Ziel war und es grün aufleuchten gesehen habe, habe ich geglaubt, ich spinne", frohlockte sie im Ziel. Vor Aspen hatte sie zuletzt im Jänner 2010 in Maribor gewonnen.

Die Freude war nur zu verständlich. Die Vizeweltmeisterin aus Göstling hat wegen ihrer Gesundheitsprobleme mehrere harte Jahre hinter sich und stand schon kurz vor dem Karriere-Ende. Nun war sie stark genug, um erstmals auch eine Slalom-Halbzeitführung (zuletzt war sie im Jänner 2010 in Zagreb nach dem ersten Lauf vorangelegen) nach Hause zu fahren. Es war gleichbedeutend mit ihrem zweiten Slalom-Triumph überhaupt.

Schild fünf Rennen ohne Sieg

Weltmeisterin Schild war auch über Platz zwei glücklich. Owohl die 31-Jährige damit nun seit bereits fünf Rennen vergeblich ihrem 34. Slalomsieg und dem Rekord von Vreni Schneider nachjagt. Fünf Slaloms ohne Sieg, das war der Salzburgerin seit ihrem Debütsieg im März 2004 erst ein Mal, nämlich saisonübergreifend 2005, passiert.

"Ich bin trotzdem überglücklich mit dem zweiten Platz", beteuerte Schild, die sich im ersten Lauf noch klug auf Platz drei "gebremst" hatte und im Finale voll angreifen wollte. Das tat sie dann zwar auch, eine kritische Situation, die nahe an einem Einfädler war, brachte sie dann aber doch noch um den möglichen Rekorderfolg. "Ich war heute nicht fehlerfrei. Andererseits habe ich ein Ergebnis im Ziel - und das ist schon mal gut. Jetzt kann ich lockerer drauflosfahren", erklärte die in Levi noch ausgeschiedene Schild.

Insgesamt hieß das große Duell auch im vierten Technikrennen zum dritten Mal Maze gegen Zettel. Nach zwei zweiten Plätzen in den beiden Riesentorläufen von Sölden und Aspen ließ Zettel diesmal im US-Nobelskiort der starken Slowenin auf dem steilen Rennhang aber keine Chance.

Maze im Gesamtweltcup weit voran

Während Maze ihre starke Performance zum Saisonbeginn weiterführte und nach zwei Siegen, einem dritten und einem vierten Platz souverän die Weltcup-Gesamtwertung mit 310 Punkten vor Zettel (260) anführt, konnten Österreichs Slalomdamen hinter Zettel und Schild im Finale nicht nachlegen. Sechs waren in die Entscheidung gekommen, am unglücklichsten lief es für Michaela Kirchgasser.

Die Salzburgerin, die im Training längst auf dem Level von Schild und Zettel fährt, rettete nach einem Riesenfehler in Lauf eins noch Platz acht. "Angesichts meiner Fehler ist das schon okay", meinte Kirchgasser. "Schade dass mir immer wieder solche Dummheiten passieren", ärgerte sich die zweifache Siegerin der vergangenen Saison.

Pum happy

ÖSV-Sportdirektor Hans Pum gab sich als Zaungast in Aspen ebenfalls erfreut. "Das war ein sehr guter Start in die WM-Saison. Wir haben mit sechs Podestplätzen und einem Sieg in Nordamerika ein erfolgreiches Wochenende hinter uns", lobte Pum seine Damen in Aspen und die Herren in Lake Louise. (APA, 25.11.2012)

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