Facebook wirbt bei Mitarbeitern für Android-Umstieg

25. November 2012, 13:38
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"Droidfooding": Hohe iPhone-Konzentration erschwert Testen von Apps für das Google-OS

Facebook hat sein Hauptquartier flächendeckend mit Plakaten geschmückt, auf denen das Unternehmen bei seinen Mitarbeitern für Googles mobiles Betriebssystem Android wirbt. Sinn und Zweck der seit August laufenden Kampagne: Sie zum Umstieg auf selbiges zu bewegen.

"Steig' noch heute um"

Auf den Plakaten finden sich etwa große Androiden vor einer Schüssel Hundefutter mit dem Text "Droidfooding? Steig' noch heute um" oder "Hier kommen die Androiden", unterlegt mit einem Liniendiagramm, das den rapiden Anstieg an ausgelieferten Android-Geräten im Vergleich zum iPhone zeigt.

Der Begriff "Droidfooding" bezieht sich dabei auf "Dogfooding", was im konkreten Fall die Auslieferung neuerer App-Versionen an Mitarbeiter bedeutet, die diese dann im Alltag verwenden und somit vor dem endgültigen Rollout noch wichtiges Feedback liefern können. Das Problem vor dem Facebook allerdings steht, ist, dass der Anteil an Android-Usern unter den eigenen Angestellten sehr niedrig ist.

Vergabepraxis für Diensttelefone sorgte für Ungleichgewicht

Genaue Zahlen gibt Facebook diesbezüglich nicht bekannt, jedoch stellen die iPhone-Besitzer derzeit noch die Mehrheit unter den rund 4.000 Testern. Man räumt gegenüber TechCrunch ein, dass das Problem mit der Vergabepraxis bei Diensttelefonen zu tun hat. Die Mitarbeiter erhielten in den ersten Jahren fast ausschließlich iPhones. Denn die Apple-Smartphones dominierten vor einigen Jahren noch den Markt und waren ihren frühen Android-Pendants auch technisch klar überlegen.

Auch deswegen griffen Angestellte, die die Wahl hatten, oft zum Produkt aus Cupertino. Die damit verbundenen Verträge mit den Mobilfunkern trugen in Folge ebenfalls dazu bei, dass dieses Verhältnis aufrecht blieb.

Mittlerweile liegt Android bei einem globalen Marktanteil von über 70 Prozent. Ein Faktum, das man auch beim größten Social Network der Welt nicht ignorieren kann, setzt man doch für weiteres Wachstum in wirtschaftlicher Hinsicht stark auf mobile Geräte. Je mehr Personal also mit einem Android-Device ausgestattet ist, desto schneller und effizienter können in Entwicklung befindliche Facebook-Apps auf Usability und Fehler getestet werden.

"Rage Shake"

Wer beim Testprogramm dabei ist, erhält verpflichtend Updates auf die jeweils neueste Beta der Facebook-App bzw. des Facebook-Messengers. Das Rückmelden von Fehlern will man den Mitarbeitern dabei bestmöglich erleichtern.

Mittlerweile hat man ein ursprünglich nur in internen Tests verwendetes Feature namens "Rage Shake" implementiert. Stößt der User auf einen Fehler in der App, muss er nur sein Telefon schütteln, und das Programm legt ein Log seines aktuellen Status an, das an das Entwicklerteam übermittelt wird. (red, derStandard.at, 25.11.2012)

  • In der Facebook-Zentrale wirbt man mit Postern, um den Anteil der Android-User zu erhöhen.
    foto: techcrunch

    In der Facebook-Zentrale wirbt man mit Postern, um den Anteil der Android-User zu erhöhen.

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