Afghanische Universitäten nach Ausschreitungen geschlossen

25. November 2012, 11:18
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Tote und Verletzte nach Zusammenstößen zwischen sunnitischen und schiitischen Studenten

Kabul - Vier afghanische Universitäten werden wegen religiöser Gewaltausbrüche zehn Tage lang geschlossen bleiben. Sunnitische Muslime hätten schiitische Studenten davon abgehalten, das Trauerfest Ashura zu feiern, sagte eine Sprecher des Bildungsministeriums am Sonntag in Kabul. Bei den Zusammenstößen am Samstag hat es nach Polizeiangaben einen Toten und 13 Verletzte gegeben. Studenten der Kabul Universität sprachen sogar von zwei Toten und 25 Verletzten.

Sunniten hätten die Schiiten an der Feier hindern wollen, woraufhin die beiden Gruppen mit Steinen, Stöcken und Fäusten aufeinander losgegangen seien, sagte Sedikki. Nach einer Aussprache gebe es aber "kein Problem" mehr. Augenzeugen zufolge wurde ein Student aus der dritten Etage eines Studentenwohnheims geworfen, in dem sich die Vorfälle im Wesentlichen ereigneten.

Die politischen und religiösen Autoritäten riefen die Bevölkerung zur Ruhe auf. Bei dem Ashura-Fest wird des Tods von Imam Hussein, einem Enkel des Propheten Mohammed, bei der Schlacht von Kerbela im Jahr 680 gedacht. Ashura ist der Höhepunkt des heiligen Monats Muharram und das wichtigste Fest der Schiiten. Während der Feiern gibt es immer wieder blutige Anschläge radikaler sunnitischer Gruppen wie der Taliban auf schiitische Gläubige und Prozessionen. (APA, 25.11.2012)

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    Auch ohne Gewalt zwischen den Bevölkerungsgruppen ist das Ashura-Fest eine blutige Angelegenheit.

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