Vatikan weist Kritik an Wiener König-Abdullah-Zentrum zurück

24. November 2012, 12:21
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Sprecher Lombardi: Zentrum ist "unabhängige, internationale Einrichtung" und "kein Zentrum für die Regierung von Saudi-Arabien alleine" - Eröffnung am Montag u.a. mit UN-Generalsekretär Ban

Wien/Vatikanstadt - Der Vatikan hat Kritik an einem angeblich zu großen Einfluss Saudi Arabiens auf das Wiener König-Abdullah-Zentrum für interreligiösen Dialog zurückgewiesen. Das Zentrum, das am kommenden Montag u.a. von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon in der Wiener Hofburg eröffnet werden soll, sei "eine unabhängige, internationale Institution" und "kein Zentrum für die Regierung von Saudi-Arabien alleine", erklärte der Sprecher des Vatikans, Federico Lombardi, am Freitag laut Kathpress in einer Pressemitteilung.

Lombardi trat damit zugleich der im Vorfeld der Eröffnung laut gewordenen Kritik am Zentrum entgegen, dies sei nicht mehr als ein Feigenblatt der saudischen Politik. Zu den Gründerstaaten zählten zudem auch zwei Länder mit alter christlicher Tradition. Es sei richtig, dass der Vatikan in dem Zentrum präsent sei und seine Erfahrung und Autorität auf dem Gebiet des interreligiösen Dialog einbringe, heißt es in der von Radio Vatikan verbreiteten Mitteilung.

Das "King Abdullah Bin Abdulaziz International Centre for Interreligious and Intercultural Dialogue" (KAICIID) wurde durch ein völkerrechtliches Abkommen zwischen Spanien, Österreich und Saudi-Arabien ins Leben gerufen. Finanziert wird die Einrichtung von Saudi Arabien. Ihr Generalsekretär ist der frühere stellvertretende saudische Bildungsminister Faisal Abdulrahman Bin Muammar, seine Stellvertreterin die ehemalige Justizministerin Claudia Bandion-Ortner.

Im neun Mitglieder zählenden "Board of Directors" sind alle fünf Weltreligionen vertreten. Der Heilige Stuhl wird durch den Sekretär des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog, Miguel Angel Ayuso Guixot, vertreten. Der Combonianer-Pater und Islamwissenschaftler hat in dem Gremium Beobachterstatus.

Zugleich kündigte Lombardi an, dass sich der Vatikan in dem Zentrum für die "fundamentalen Rechte" der christlichen Minderheiten in islamischen Ländern einsetzen wolle. Man werde als Beobachter die Sorgen über einen wirksamen Schutz dieser Rechte nicht verschweigen. Ziel sei eine Förderung der "Religionsfreiheit in ihren verschiedenen Ausdrucksformen". Das Zentrum biete dafür einen "geeigneten Raum". (APA, 24.11.2012)

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